Vorwort zum Juni-Rundbrief

Liebe Gläubige,

in Düsseldorf werden wir wieder ab Juni zur früheren Gottesdienstordnung an Sonn- und Feiertagen zurückkehren. Das heißt, dass wir die beiden hl. Messen um 9.30 Uhr und um 11 Uhr wieder zu einem einzigen Hochamt um 10.30 Uhr in der Kirche St. Dionysius in Volmerswerth zusammenführen. Das gibt uns vor allem im Hinblick auf die Sommermonate, in denen öfters ein Priester wegen des Sommerapostolats oder aufgrund von Urlaub abwesend ist, einen größeren Spielraum. Damit besteht die Möglichkeit, dass Pater Fuisting die Sonntagsmesse in Remscheid um 8 Uhr mit dem Hochamt in Düsseldorf um 10.30 Uhr bei Bedarf zeitlich verbinden kann. Gerade in den Sommermonaten ist es besonders schwierig, beim Ausfall eines Priesters eine auswärtige Vertretung zu finden.

Mit Freude und Spannung sehen über 25 Kandidaten ihrer baldigen Firmung in der Kirche Maria Hilf in Köln entgegen. Sie haben sich über Wochen und Monate auf diesen besonderen Tag vorbereitet. Passend fällt der Firmtermin auf das Ende der Pfingstoktav am Samstag, 11. Juni.  Die Firmung wird wie die hl. Taufe nur einmal im Leben empfangen, was die Bedeutung dieses Sakraments unterstreicht. Sie stärkt den Gefirmten mit den sieben Gaben des Heiligen Geistes und verbindet ihn noch tiefer mit Christus und der Kirche. Auch wenn die heiligen Sakramente aus sich heraus eine Wirkung entfalten, bedürfen sie doch der Mitwirkung des Empfängers. Vielen jungen Menschen fehlt es dabei an der notwendigen Vorbereitung und geistlichen Begleitung. Die Erfahrung zeigt, dass häufig das Elternhaus nicht mehr der Ort ist, wo der christliche Glaube gelebt und vermittelt wird. Gleichzeitig liegt auch in etlichen Pfarreien die Firmvorbereitung im Argen. Der Würde des Sakraments ist es entgegen, dieses Sakrament ohne genügenden Glauben und ohne „inneres Ja“ zu empfangen. In diesem Fall, ist es das kleinere Übel, die Firmung aufzuschieben, in der Hoffnung, dass in späteren Jahren das religiöse Interesse erwacht oder eine echte Bekehrung erfolgt. Denn der Gefirmte verpflichtet sich, ein christliches Leben zu führen und ein entsprechendes Glaubenszeugnis zu geben.

Vor allem in Zeiten, in denen es die Volkskirche nicht mehr gibt, tragen auf Dauer nur feste Überzeugungen im Glauben. Zu stark sind die Einflüsse von außen, zu groß sind ansonsten die Verlockungen zur Sünde, die wiederum das religiöse Interesse schnell erlahmen lassen. Wenn sich aber ein Mensch bewusst dem Heiligen Geist und Seiner Gnade öffnet, geschieht eine innere Wandlung, welche verbunden ist mit tiefer geistlicher Freude, die zuweilen einen Vorgeschmack geben auf die ewigen Freuden des Himmels. Beten wir für unsere jungen Firmkandidaten und -kandidatinnen, dass die Gnade Gottes in ihnen kräftig wirkt und sie durch eine persönliche Gottesbeziehung getragen den Weg des Glaubens gehen, der zum ewigen Leben führt.

Ihr P. Bernhard Gerstle FSSP

Vorwort zum Mai-Rundbrief

Liebe Gläubige,

es freut mich sehr, dass der Erzbischof von Köln unseren Generaloberen, Pater Komorowski, mit der Firmung im außerordentlichen lateinischen Ritus beauftragt hat. Die Firmung wird am Samstag, den 11. Juni, in der Kirche Maria Hilf im Rahmen eines levitierten Hochamtes zum Abschluss der Pfingstoktav gespendet. Es werden über 20 Firmlinge das hl. Sakrament empfangen, einige davon auch aus den benachbarten Bistümern Essen und Münster. Unter den Firmkandidaten sind auch mehrere Erwachsene, welche in den letzten Jahren neu oder tiefer zum Glauben und zur Glaubenspraxis gefunden haben. Die relativ hohe Anzahl von Konvertiten und Neubekehrten nicht nur in unserer Kölner Gemeinde, sondern in etlichen Niederlassungen, die wir im deutschsprachigen Raum betreuen, ist ein Hinweis auf die große Anziehungskraft, welche die überlieferte Liturgie und die unverfälschte Weitergabe des Glaubens gerade auf junge Menschen ausübt. Diese Erfahrung widerspricht dem Klischee, das gerade in modernen Kreisen immer wieder gepflegt wird, als ob die Tradition der Kirche keine Zukunft hätte und die Kirche nur dann überleben könnte, wenn sie sich der „heutigen Lebenswirklichkeit“ anpasst. Wie töricht ist eine solche Haltung, zumal sie im Gegensatz steht zur Botschaft des Evangeliums und zum Grundverständnis der Kirche. Denn während sich viele Kirchen leeren und vor allem Kinder und Jugendliche weitgehend der heiligen Messe fernbleiben, haben gerade jene Gemeinden Zulauf, in denen die Glaubenswahrheiten ohne Abstriche verkündet werden – und zwar unabhängig vom Ritus. Dies ist besonders in der Stadt Köln zu sehen, in der es noch etliche Pfarrgemeinden gibt, die sich durch entsprechende Glaubenstreue und eine würdige Liturgie auszeichnen. Das Anliegen von Papst Benedikt XVI. bestand vor allem darin, durch eine Vertiefung des Glaubens und einer spirituellen Erneuerung eine organische liturgische Bewegung zu fördern, welche von einer wachsenden Wertschätzung der überlieferten Liturgie geprägt ist. Das verstand er unter dem Begriff „Reform der Reform“. Ich habe die Hoffnung, dass der Rückschlag durch „Traditionis Custodes“ nur ein kurzes Intermezzo ist und dieses wichtige Anliegen des emeritierten Papstes spätestens ein Nachfolger im Petrusamt wieder aufgreift und weiterführt. Besonders im jungen Klerus spürt man viel Sympathie dafür, so dass es wohl kaum auf Dauer unterdrückt werden kann.

In der Osteroktav durften wir den emeritierten Weihbischof Dr. Klaus Dick in unserem Haus in Köln-Lindenthal be­-grüßen. Weihbischof Dick ist unserer Petrusbruderschaft freundschaftlich verbunden und hat auch schon einmal die heiligen Weihen für uns gespendet. Vielen Gläubigen, auch aus unseren Reihen, steht dieser glaubenstreue und vorbildliche Priester und Bischof bis heute trotz seines hohen Alters von 94 Jahren immer noch als Seelsorger und Beichtvater zur Verfügung. Die beiden Stunden gemütlichen Beisammenseins bei Kaffee und Kuchen gingen wie im Flug vorüber, zumal Seine Exzellenz etliche interessante und humorvolle Erinnerungen und Anekdoten aus seinem langjährigen Priester- und Bischofsleben erzählte. Es ist schön zu erleben, wie Weihbischof Dick immer noch eine jung gebliebene Freude und einen schlagfertigen Humor ausstrahlt. Für solche Priestergestalten kann man nur dankbar sein!

Auch im Namen meiner Mitbrüder wünsche ich Ihnen allen eine frohe und gesegnete Osterzeit

Ihr P. Bernhard Gerstle

Vorwort zum März-Rundbrief

Liebe Gläubige,

während die Beschlüsse auf der Synodenversammlung der „deutschen Katholiken“ in Frankfurt von  den meisten Medien und Kirchenfunktionären bejubelt werden, stellen sich in unseren Kreisen immer mehr Katholiken die Frage: „Ist das noch katholisch?“ Oder sind wir bereits in einer „zweiten Reformation“ angekommen? Diese Fragen sind berechtigt. Jeder kann die Beschlüsse in den verschiedenen Medien im Einzelnen nachlesen und eingehend studieren. Um die Widersprüche zur verbindlichen Lehre der Kirche in mehreren Punkten zu erkennen, braucht es kein Theologiestudium. Dafür genügt ein durchschnittliches Katechismuswissen. Das Erschütternde bei dem Ganzen ist, dass eine Mehrheit der deutschen Bischöfe hinter den Beschlüssen steht. Dabei hat jeder Bischof bei seiner Weihe vor Gott den Treueid abgelegt, nämlich den Glauben der Kirche unversehrt und unverfälscht zu bewahren. Bischöfe, die hingegen Zeugnis ablegen für den wahren Glauben, geraten zunehmend unter Beschuss und Rechtfertigungszwang. Verkehrte Welt. Es braucht nicht viel Fantasie, um zu sehen, wo dieser Weg endet. Im Moment haben jene, die an einer neuen Kirche basteln, welche „die Lehre der Kirche verändern“ wollen (Originalton von Bischof Bätzing am 30. Januar in einer Talkshow im ARD bei Anne Will), wenig zu fürchten. Rom ist zwar nicht mehr „so weit weg“ wie noch bei der Glaubensspaltung im 16. Jahrhundert, aber von dort ist zur Zeit nicht viel zu fürchten. Die Schwäche des augenblicklichen Pontifikats wird gnadenlos ausgenutzt, um im Eiltempo vollendete Tatsachen zu schaffen.

Und gleichzeitig wird der emeritierte Papst einer Diffamierungs- und Verleumdungskampagne unterzogen, die an Gemeinheit seinesgleichen sucht. Die Taktik ist klar: mit der Person von Papst Benedikt XVI. soll gleichzeitig seine theologische Ausrichtung diskreditiert werden. In dieser Schmutzkampagne tut sich ganz besonders der Münsteraner Kirchenrechtler Prof. Schüller hervor, der mit Blick auf einen redaktionellen Irrtum des 95-jährigen Ratzinger von einem „Lügengebäude“ spricht, das durch das umstrittene Münchner Gutachten der Kanzlei Wastl zusammengebrochen sei. Schlimmer gehts nimmer. Man muss konstatieren, dass wir spätestens mit der dritten Synodalversammlung in Frankfurt in verschiedener Hinsicht auf einem Tiefpunkt in der Geschichte des deutschen Katholizismus angekommen sind.

Selbst Martin Luther, der immerhin noch die Texte der Heiligen Schrift ernst genommen hat, stand dem christlichen Glauben näher als viele Synodalen. So war von einem „Lehramt der Betroffenen“ die Rede und von der „Lebenswirklichkeit“ als einer „Offenbarungsquelle“, die Vorrang vor der Schrift und Tradition haben soll. Solche Thesen, die viel Zustimmung erfahren haben, dokumentieren den Bruch mit christlichem Grundverständnis und erst recht mit der katholischen Lehre. In der „Tagespost“ vom 10. Februar schreibt Pfarrer Dr. Guido Rodheudt (Herzogenrath) in seinem Artikel „Farbenblind“ u.a.: „Lebenswirklichkeit“, als der in der Synodenhalle stets gerne verwandte Ersatzbegriff für den noch in der theologischen Geschäftsgrundlage des Orientierungstextes benutzten Konzilsterminus „Zeichen der Zeit“, wird damit zum entscheidenden Maßstab, an dem sich die Lehre zu orientieren hat. Die Synodalen sind der Auffassung, dass sich am Ende das, was eine Zeit hervorbringt, sich mit dem, was die Offenbarung zeigt, so verbindet, dass darin die Orientierung für die Menschheit liegt. Der langsame Abschied von der Vorstellung einer wahrheitsfähigen Erkenntnis, die unabhängig vom epochalen Wandel funktioniert, ist damit nun quasikirchenamtlich vollendet. Die Ungeschichtlichkeit der Wahrheit ist in Frankfurt per Knopfdruck abgewählt worden. Und in deren Folge auch eine heteronome Vorstellung von Moral, in der sich das Leben nach einer objektiven Ordnung zu richten hat, wenn es gut sein will. Die Anpassung der Sexualmoral an die Gegenwartsverhältnisse muss deswegen nicht wundern …“

Die Tagespost-Redakteurin Regina Einig kommentiert in derselben Ausgabe unter dem Titel: „Die deutsche Reformation 2.0“: „Durchgesetzt hat sich eine Akzeptanztheologie, die der säkularen Gesellschaft keine Angriffsfläche mehr bieten will. Mit dem Salz der Erde, das im Evangelium beschrieben wird, hat das nichts mehr zu tun. Luther wäre schockiert über die Relativierung der Schrift. Denn die Mehrheit favorisiert einen neuen Offenbarungsbegriff, der mit der Schöpfungsordnung bricht und Platz bietet für die Götzen der Gegenwart: von Gender und Gleichstellungspolitik über die Los-von-Rom-Theologie bis zur LGBTQ-Bewegung. Unklar bleibt, welchen theologischen Ort die Tradition im neuen Heilsplan noch haben soll, dessen Erkenntnismerkmale die Karikatur der Sakramente und die fehlende Hoffnung auf Erlösung sind …“

Liebe Leser, wir haben das Glück, hier in Köln noch einen Bischof und eine Bistumsleitung zu haben, die unser Vertrauen verdient und auf dem Boden der katholischen Lehre steht. Die Betonung liegt auf „noch“. Denn auch hier wird schon seit Monaten an den entsprechenden Stühlen gesägt. Wir können nur darum beten, dass Kardinal Woelki und seine treuen Mitarbeiter angesichts des medialen Trommelfeuers nicht resignieren und damit ein Kurswechsel erfolgt, der ganz auf Linie derer liegt, die an einer neuen, anderen Kirche basteln, wie sie in Frankfurt Gestalt angenommen hat. Die Hoffnung, dass Rom eingreift und dem „deutschen Spektakel“ ein Ende bereitet, ist leider gering. Da werden Parallelen zur Reformation im 16. Jahrhundert sichtbar. Auch damals hat man in Rom den Ernst der Lage nicht erkannt, sodass der hl. Petrus Canisius (1521-1597) in einem Brief aus dem Jahre 1567 an den Bischof von Würzburg konstatierte: „Petrus schläft und Judas wacht …“

Ich möchte Ihnen mit dieser Analyse nicht den Mut nehmen. Wir wissen, dass Christus seine Kirche nicht verlässt und die Pforten der Hölle sie nicht überwältigen werden (vgl. Mt. 16,18). Aber wir müssen uns auf weitere schwere Jahre einstellen. Nach dem Zwischenhoch unter den Pontifikaten von Papst Johannes Paul II. (1978-2005) und von Papst Benedikt XVI. (2005-2013) geht der Leidensweg glaubenstreuer Katholiken mit neuer Härte weiter. Die Priesterbruderschaft St. Petrus hat sich am 11. Februar, dem Tag der ersten Erscheinung Mariens 1858 in Lourdes, der hl. Gottesmutter geweiht. Viele Gläubige haben sich dieser Weihe angeschlossen. Auf ihrer Fürsprache ruhen unsere Hoffnungen. Bis sich ihre Verheißung erfüllt: „Am Ende wird mein Unbeflecktes Herz triumphieren“, gilt es das Kreuz mit dem Herrn zu tragen, für Seine Kirche und in Seiner Kirche! Von ihr sich zu verabschieden ist jedenfalls keine Alternative. Das sollen wir jenen überlassen, die eine „neue Kirche“ wollen.

Es grüßt Sie im Gebet verbunden
Ihr P. Bernhard Gerstle FSSP


Foto: Kardinal Ratzinger während des Besuchs im Priesterseminar Wigratzbad, Ostern 1990

Vorwort zum Februar-Rundbrief

Liebe Gläubige,

kurz vor Weihnachten bescherte uns der Präfekt der Gottesdienstkongregation, Erzbischof Roche, offenbar mit dem Segen des Papstes, ein „Weihnachtsgeschenk“ der besonderen Art, indem er weitere Einschränkungen hinsichtlich des überlieferten Messritus verfügte und die Spendung der hl. Sakramente nach dem alten Ritus in Frage stellte. Wir gehen wohl derzeit davon aus, dass dies unsere Gemeinschaft nicht betrifft, da unsere von Rom anerkannten Statuten die Feier der überlieferten Liturgie einschließlich der hl. Sakramente vorsehen und diese nach wie vor gültig sind. In dieser prekären Situation gilt es einerseits die Ruhe zu bewahren, andererseits aber auch die Sorgen ernst zu nehmen, welche Priester und Gläubige verunsichern. Auch wenn wir seit unserer Gründung im Jahre 1988 eine Krise im Jahr 2000 bestehen mussten, als eine Gruppe von französischen Priestern gegen die Leitung der Petrusbruderschaft intrigierte und den Biritualismus in unsere Gemeinschaft tragen wollte, was die Gefahr einer Spaltung mit sich gebracht hätte, so schwommen wir doch insgesamt auf einer Erfolgswelle. Wir sind innerhalb von 30 Jahren von damals 11 auf jetzt über 300 Priester angewachsen, mit einem Durchschnittsalter von aktuell etwa 40 Jahren. Viele Apostolate konnten wir eröffnen und sind inzwischen mit Ausnahme von Asien auf allen Kontinenten präsent.

Unsere beiden Seminare in Denton/USA und Wigratzbad im Allgäu sind mit insgesamt fast 180 Seminaristen gut belegt. Wenn Vieles gut läuft, dann kann das auch sehr leicht zu einer Haltung der Selbstverständlichkeit auf Kosten der Dankbarkeit und Demut führen, die nicht gut tut. Wir sehen auf der einen Seite viel Niedergang in unserer Kirche und im Zuge der Missbrauchskrise einen enormen Verlust an Vertrauen, auf der anderen Seite scheinen wir von dieser Krise kaum berührt zu sein. Insofern ist so ein „Dämpfer aus Rom“ nicht nur negativ zu sehen. Auch wir müssen uns deshalb immer wieder kritisch fragen, ob sich Haltungen einschleichen, die einer Korrektur bedürfen. Ich meine hier nicht nur unqualifizierte und primitive Wortmeldungen im Internet aus Kreisen, die sich zwar für die überlieferte Liturgie einsetzen, aber mit einer Polemik und manchmal auch mit einer Gehässigkeit gegenüber Andersdenkenden, für die man sich schämen muss. Sie sind ganz gewiss nicht repräsentativ für die Einstellung der überwältigenden Mehrheit unserer Gläubigen. Es kann sich aber ebenso angesichts von kirchlichen Mißständen bei uns leicht eine Überheblichkeit einschleichen, die sich durch unnötiges und zuweilen auch selbstgerechtes Urteilen und Verurteilen offenbart.

Anlässe zur Klage und zur Anklage bieten sich genug. Doch dabei übersieht man leicht, dass jeder von uns ein Glied der Kirche ist und wir uns kritisch fragen müssen, was wir persönlich zu einer kirchlichen Erneuerung beitragen. Mutter Teresa wurde einmal von einem Journalisten gefragt, was sich in der Kirche ändern muss. Sie gab zur Antwort: „Du und ich!“ Kirchliche Erneuerung fängt immer bei jedem Einzelnen an, weil wir eben auch keine Heiligen sind. Doch diese Einsicht fällt bei den lautstarken Kirchenkritikern mehr oder weniger unter den Tisch. Konstruktive Kritik, verbunden mit Kirchen- und Glaubenstreue ist hingegen immer hilfreich. Diese Haltung vermisst man aber leider allzu oft. Das erleben wir aktuell ganz konkret in der Erzdiözese Köln, wo Kardinal Woelki und die Bistumsleitung unter heftigem Beschuss stehen. Viele waren mit Recht erschüttert und empört, als sich bei einem adventlichen Bußgottesdienst im Kölner Dom, der gegenwärtige Stellvertreter von Kardinal Woelki, Weihbischof Steinhäuser, als „Chef einer Täterorganisation“ bezeichnet hat. Für uns ist diese vom Missbrauch beschmutzte Kirche immer noch die Kirche Jesu Christi und keine „Verbrecher­organisation“. Eine solch verächtliche Bezeichnung wird auch nicht den vielen treuen Priestern und kirchlichen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen gerecht. Nicht nur die Petrusbruderschaft hat Kardinal Woelki und der Bistumsleitung sehr viel Gutes zu verdanken.  Auch wenn einzelne Fehler unterlaufen sein sollten, so ist doch offensichtlich, dass die Gegner des Kardinals und seiner Mitarbeiter diese Fehler zum willkommenen Anlass nehmen, um kirchenpolitisch ihre eigene Agenda durchzusetzen. Mit Blick auf die Auseinandersetzungen bezüglich des Synodalen Weges, bei denen sich Kardinal Woelki klar positioniert hat, ist ebenfalls deutlich, dass es da nicht nur um theologische Feinjustierungen geht, sondern um Essentials des katholischen Glaubens. Da steht die Existenz der Kirche als Ganzes auf dem Spiel!

Das Positive an der gegenwärtigen Verunsicherung, sehe ich in der Dankbarkeit zahlreicher Gläubigen für den Schatz der überlieferten Liturgie, den Viele neu entdeckt haben. Sie haben dadurch zu einem tieferen Verständnis des heiligen Messopfers gefunden und wurden in ihrem geistlichen Leben gestärkt. Über den Besuch der hl. Messe haben gleichzeitig zahlreiche Gläubige in der Petrusbruderschaft ihre geistliche Heimat gefunden. Nun ist die Sorge groß, dies alles wieder zu verlieren. Im Unterschied zu Frankreich, wo wir einzelne Apostolate aufgrund des Motu Proprio „Traditiones Custodes“ verloren haben, mussten wir im deutschsprachigen Distrikt bisher Gott sei Dank keine Verluste hinnehmen. Dies ist zum einen dem Wohlwollen und der Fairness der jeweiligen Bistums­leitungen zu verdanken, zum anderen weil unsere Priester stets eine kirchliche Haltung vermittelt und auf gute Beziehungen zu ihrer jeweiligen Bistumsleitung und den zuständigen Pfarreien geachtet haben.  Die großzügige Erlaubnis zur Feier der überlieferten Liturgie durch Papst Benedikt XVI. hat jedenfalls sehr viel zur innerkirchlichen Versöhnung hierzulande beigetragen. Warum dies nun durch Maßnahmen seines Nachfolgers im Petrusamt in Frage gestellt wird, ist schwerlich nachzuvollziehen. Es ist ganz klar, dass wir die Autorität von Papst Franziskus anerkennen. Es gilt, ihn davon zu überzeugen, dass die Präsenz des überlieferten Ritus nicht spaltet, sondern bereichert. Dass viele guten Früchte daraus hervor gegangen sind, sowohl für die Familien als auch für die Kirche durch gute Priesterberufungen. Wir sind zwar eine kleine Minderheit, aber auch Minderheiten sollten ein Existenzrecht in der Kirche haben. Alles andere würde das Gerede von einer „geschwisterlichen Kirche“ ad absurdum führen. Darum appellieren wir an die Hirtensorge des Heiligen Vaters, zumal ihm die Seelsorge wirklich sehr am Herzen liegt. Deshalb hat unser Generaloberer verfügt, dass unsere Priester jeden zweiten Sonntag im Monat die hl. Messe in dem Anliegen um den Erhalt des überlieferten Ritus feiern, während die Gläubigen aufgerufen sind, täglich in diesem Sinne den Rosenkranz zu beten. Seien wir überzeugt, dass der Himmel unser demütiges Bitten und Beten erhören wird. Gott kann alles Übel zum Guten wenden. Wir dürfen in Köln die Heilige Messe in einer Maria-Hilf-Kirche feiern. Sie ist eine mächtige Fürsprecherin am Throne Gottes. Und sie hat in Fatima die Verheißung gegeben: „Am Ende wird mein Unbeflecktes Herz triumphieren!“ Darauf vertrauen wir in all unseren Sorgen und Nöten!

Es grüßt Sie im Gebet verbunden
Ihr P. Bernhard Gerstle

Vorwort zum Januar-Rundbrief

Liebe Freunde und Wohltäter,

in diesen hochheiligen Tagen feiern wir die Geburt unseres Herrn Jesus Christus, der von sich gesagt hat: “Ich bin das Licht der Welt“ (Joh 8,12)! Wie notwendig hat die Welt dieses Licht, das allein unserem Leben einen letzten Sinn und ein letztes Ziel gibt. Alle anderen, die sich an die Stelle dieses Lichtes setzen, sind nichts anderes als Irrlichter, die früher oder später erlöschen und die dann auch bald vergessen sind. Das Licht im Stall von Bethlehem, erleuchtet durch Öllampen und den hl. Stern strahlt hingegen seit über 2000 Jahren in die Dunkelheit dieser Welt und schenkt uns Trost und Freu­de in guten und in schweren Tagen.

Eine Geschichte erzählt von einer Kerze, die sich folgende Gedanken machte:

“Jetzt habt ihr mich entzündet und schaut in mein Licht. Ihr freut euch an meiner Helligkeit, an der Wärme, die ich spende. Und ich freue mich, dass ich für euch brennen darf. Wäre dem nicht so, läge ich vielleicht irgendwo in einem alten Karton – sinnlos, nutzlos. Sinn bekomme ich erst dadurch, dass ich brenne. Aber je länger ich brenne, desto kürzer werde ich. Ich weiß, es gibt immer beide Möglichkeiten für mich: Entweder bleibe ich im Karton – unangerührt, vergessen, im Dunkeln – oder aber ich brenne, werde kürzer, gebe alles her, was ich habe, zugunsten des Lichtes und der Wärme. Somit führe ich mein eigenes Ende herbei. Und doch, ich finde es schöner und sinnvoller, etwas herzugeben zu dürfen, als kalt zu bleiben und im düsteren Karton zu liegen. …”

Sollte nicht auch jeder von uns eine Kerze sein, die sich in Liebe zu Gott und den Mitmenschen verzehrt? So wie Jesus, der aus Liebe zu uns Mensch geworden ist und uns geliebt hat bis ans Ende am Kreuz? Der Schriftsteller Thomas Merton schreibt in einem seiner Werke: “Liebe kann nur bewahren, indem man sie verschenkt!” Ein Schenken aus selbstloser Liebe, egal in welcher Form, kommt immer in den Herzen unserer Mitmenschen an. Es ist ein zweckfreies Schenken, ein Schenken, das nichts dafür als Gegenleistung erwartet, auch wenn es sich selbstver­ständlich freut, wenn es mit Gegenliebe beantwortet wird. Weihnachten sollte für uns nicht nur eine Woche im Jahr sein, sondern immer, jeden Tag. Es ist wunderbar, gläubigen Menschen begegnen zu dürfen, welche eine Ahnung davon geben, wie groß die Liebe Gottes zu uns ist. Seien auch wir solche Menschen!

Es grüßt Sie und Ihre Familien in dankbarer Verbundenheit, ebenso von meinen Mitbrüdern, frohe und gnadenreiche Weihnachten, sowie alles Gute und Gottes Segen für das Neue Jahr wünschend

Ihr P. Bernhard Gerstle FSSP

Vorwort zum Dezember-Rundbrief

Liebe Gläubige,

im Advent begegnet uns in der Liturgie immer wieder die Gestalt des heiligen Johannes des Täufers. Sein Programm lautet: “Er muss wachsen, ich aber abnehmen” (Joh 3,30)! Es ist ein Kontrastprogramm zum weit verbreiteten Egoismus, der uns seit der Sünde unserer Stammeltern im Paradies im Griff hat.

Johannes der Täufer ruft auf zu Umkehr und Buße. Er selbst bezeichnet sich nur als eine “Stimme eines Rufenden in der Wüste”, als Wegbereiter des Herrn (Joh 1,23). Er predigt nicht nur Buße, er lebt sie zugleich authentisch vor. Bei ihm stimmen Anspruch und Wirklichkeit über­ein. Es ist dies die Ausnahme von der Regel, so wie die Heiligen ebenfalls die Ausnahme bilden. Sie fallen auf und sie ecken oft auch an. Ihre Bußübungen und ihre Bußgesinnung werden von den Bußunwilligen oft unausgesprochen als Vorwurf verstanden und rufen daher Widerspruch hervor. Bei Johannes dem Täufer ist das ganz deutlich. Er spricht die Wahrheit ohne diplomatische Winkelzüge aus. Das wird ihn sogar den Kopf kosten, da er sich nicht scheut, König Herodes des Ehebruchs anzuklagen.

Dieser Bekennermut ist heutzutage leider vielen Verantwortungsträgern in Kirche und Gesellschaft abhandengekommen. Die Angst vor den Medien und der öffentlichen Meinung ist bei den meisten größer als die Furcht vor Gott. Hätte sich der hl. Johannes der Täufer an ihnen ein Beispiel genommen, so wäre er nicht als Martyrer, sondern vermutlich an Altersschwäche gestorben. Wir können von ihm lernen, im guten Sinne „unverschämt katholisch“ zu sein.

Vor etwa 25 Jahren habe ich in Stuttgart eine junge Frau aus der ehemaligen DDR kennengelernt, die aus einer atheistischen Familie stammend, sich aus eigenem Antrieb mit 12 Jahren evangelisch taufen ließ. Bei ihrem Studium in Stuttgart hat sie in der katholischen Hochschulgemeinde einen einzigen Studenten kennengelernt, der sich nicht für seinen katholischen Glauben entschuldigt und der sich ohne Wenn und Aber zur kirchlichen Lehre in Glaube und Moral bekannt hat. Für sie war diese Begegnung mit diesem „Exoten“ vom Niederrhein der entscheidende Anstoß, sich näher mit der katholischen Kirche zu beschäftigen und schließlich einen Übertritt zu erwägen, den sie dann auch schließlich mit voller Überzeugung vollzogen hat. Wir haben heute als gläubige Katholiken „Exotenstatus“, wie die Redakteurin der Tagespost, Regina Einig, einmal richtig bemerkte. Das soll uns nicht kleinmütig machen, auch wenn man uns mit Begriffen wie „erzkonservativ“, „fundamentalistisch“ usw. abstempelt. Auch Johannes der Täufer war ein Exot, so wie viele Heilige in ihrer Zeit als Außenseiter galten. Wir sind also in „guter Gesellschaft“. Freilich ist dabei zu beachten, dass wir uns selbst dabei nicht extravagant, komisch und sonderlich verhalten. Es gilt einfach, „normal katholisch“ zu sein, so wie man das früher unter „katholisch“ verstanden hat. Wir werden zwar damit heutzutage vielfach als „extrem“ wahrgenommen, aber nur deshalb, weil sich die Koordinaten verschoben haben und heute das als „extrem“ gilt, was früher als „gesunde Mitte“ gegolten hat. Zum Beispiel der sonntägliche Besuch der Heiligen Messe. Erst recht noch der regelmäßige Besuch einer Werktagsmesse. Das ist heutzutage spätestens dann auf jeden Fall „fanatisch“.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine „fanatische Adventszeit!“

Ihr P. Bernhard Gerstle FSSP

Vorwort zum November-Rundbrief

Liebe Gläubige,

der November gehört sicherlich nicht zu jenen Monaten, auf die man sich im Laufe des Jahres besonders freut. Häufig legt sich der Nebel über das Land, die Blätter fallen von den Bäumen, viele Tiere bereiten sich ähnlich der Natur auf den Winterschlaf vor. Unwillkürlich werden dabei auch wir an die Vergänglichkeit unseres Lebens erinnert. Liturgisch hebt sich dabei das Fest Allerseelen hervor. An diesem Tag darf der Priester ausnahmsweise dreimal das hl. Messopfer feiern. Es ist ein Tag, an dem besonders viele Gnaden (z. B. der Allerseelenablass) den Armen Seelen am Ort der Reinigung, volkstümlich „Fegefeuer“ genannt, zukommen. Für die Verstorbenen zu beten, ist eine Pflicht der christlichen Nächstenliebe. Wir können dazu beitragen, das Leid derer zu mildern und abzukürzen, die noch Sündenstrafen abzubüßen haben. Denn nichts Unreines kann in den Himmel eingehen. Es ist deshalb davon auszugehen, dass die meisten Menschen, die in der heiligmachenden Gnade Gottes sterben, zuerst durch diese Läuterung gehen müssen, ehe sie in die himmlische Herrlichkeit eingehen. Die wirksamste Hilfe kommt den Seelen im Fegefeuer durch das Heilige Messopfer zugute.

In jeder Heiligen Messe wird ausdrücklich im eucharistischen Hochgebet nach der Wandlung der Verstorbenen gedacht: „Herr, gedenke auch Deiner Diener und Dienerinnen (hier gedenkt der Priester mental oder labial jener, für welche die hl. Messe gefeiert wird, er kann aber auch weitere Verstorbene einschließen, ebenso die Gläubigen), die uns mit dem Zeichen des Glaubens vorangegangen und im Frieden entschlafen sind (hier hält der Priester kurz inne). Wir flehen Dich an, Herr: gewähre ihnen und allen, die in Christus ruhen, in Deiner Milde den Ort der Erquickung, des Lichtes und des Friedens. Durch Christus, unseren Herrn. Amen.“

Wir dürfen darauf vertrauen, dass auch jenen Verstorbenen die Früchte der Heiligen Messe zugute kommen, deren niemand ausdrücklich gedenkt. Ebenso bin ich überzeugt, dass auch in der Gnade Gottes heimgegangene Nichtkatholiken und sogar Nichtchristen im weiteren Sinn Anteil an den Gebeten der Kirche haben. Es ist aber ebenfalls einleuchtend, dass jene, die zu Lebzeiten eifrig die hl. Messe besucht und am Leben der Kirche teilgenommen haben, in besonderer Weise Hilfe im Jenseits erfahren, vor allem dann, wenn sie selbst häufig für die Verstorbenen gebetet und gute Werke verrichtet haben. Wäre es nicht ein guter Vorsatz, z. B. im November wenigstens eine Werktagsmesse pro Woche zu besuchen und dieses Opfer den Armen Seelen zu schenken? Umso schöner wäre es, wenn diese fromme Übung, die über die Sonntagspflicht hinausgeht, zu einer beständigen geistlichen Übung wird. Freilich ist mir bewusst, dass dies für etliche Gläubige aufgrund der langen und umständlichen Anfahrt schwerlich möglich ist. Aber für jene, für die das nicht gilt, darf Bequemlichkeit nie ein Grund sein, sich auf das Minimum zu beschränken, vor allem dann, wenn man den Wert des hl. Messopfers und auch der überlieferten hl. Liturgie erkannt hat.

Ich möchte bei dieser Gelegenheit nochmals darauf hinweisen, dass wir Priester vor jeder Hl. Messe für die Spendung des Bußsakramentes zur Verfügung stehen (hier gibt es Gott sei Dank in der Stadt Köln in mehreren Kirchen ein reiches Angebot). Vor den Abendmessen wird jeweils der Rosenkranz gebetet, am Samstagfrüh können Sie sich mindestens eine halbe Stunde vorher in stillem Gebet auf die hl. Messe vorbereiten.

Für die Düsseldorfer Gemeinde haben wir das liturgische Angebot mit Zustimmung von Herrn Pfarrer Virnich, dem ich dafür herzlich danke, um eine zusätzliche Werktagsmesse am Donnerstagabend in St. Dionysius erweitern können. Für die Sonn- und Feiertage haben wir ab November nun auch günstigere Messzeiten in St. Dionysius, nämlich um 9.30 Uhr und 11 Uhr, anstatt wie bisher um 10.30 Uhr und 11.45 Uhr. Das gilt bereits ab dem Fest Allerheiligen. Ebenso wird am Montag, 2. November, dem Fest Allerseelen, eine Abendmesse stattfinden.

Mit großer Erleichterung haben Sie wohl ebenso wie ich die Entscheidung von Papst Franziskus zur Kenntnis genommen, dass Kardinal Woelki in seinem Amt als Erzbischof von Köln bestätigt worden ist. Auch wenn Fehler vor allem in der Kommunikation der Missbrauchsaufarbeitung vorgekommen sein mögen, so ist doch offensichtlich, dass er seinen Gegnern vor allem wegen seiner kirchlichen Haltung ein Dorn im Auge ist. Jeder, der die Diskussionen um den synodalen Weg aufmerksam verfolgt, kann erkennen, mit welch zweierlei Maß gemessen wird. Bischöfe, die viel größere Fehler begangen haben, kirchenpolitisch aber auf der anderen Seite stehen, bleiben in der öffentlichen Kritik weitgehend verschont, auf glaubenstreue Vertreter der Kirche wird hingegen erbarmungslos eingeschlagen. Wohin der synodale Weg führen soll, zeigt eine Abstimmung bei der letzten Vollversammlung, als eine Mehrheit dem Antrag zustimmte, die Abschaffung des sakramentalen Weiheamtes zur Diskussion zu stellen. Das ist reiner Protestantismus. Und gleichzeitig treten Bischöfe und Laienvertreter für die Einführung des Frauenpriestertums ein. Wie passt das alles zusammen? Wenn wir nicht die Verheißung Jesu hätten, dass „die Pforten der Hölle sie (nämlich die Kirche) nicht überwältigen“, müsste man tatsächlich verzweifeln. Manchmal bleibt wirklich nur noch die Floskel: „Da hilft nur noch beten…“

Es grüßt, ebenso von meinen Mitbrüdern, Sie und Ihre Familien

Ihr P. Bernhard Gerstle FSSP

Vorwort zum Okober-Rundbrief

Liebe Gläubige,

nach meiner Ankunft Anfang September ist noch Vieles für mich neu. Im Moment fallen noch etliche Arbeiten im Haus St. Engelbert an, das künftig wieder mehr als zuletzt eine Anlaufstelle für das Apostolat und seelsorgliche Gespräche sein soll. Auch wollen wir unsere Hauskapelle aufwerten, indem Gläubige (nach vorheriger Absprache) an Werktagsmessen teilnehmen können.  Künftig soll offiziell die Montagsmesse um 8.00 Uhr in unsere Hauskapelle verlegt werden (Interessenten müssen sich aufgrund der begrenzten Plätze dafür anmelden), während wir stattdessen in der Kirche Maria Hilf auch wieder Freitags eine Abendmesse anbieten. Der persönliche Kontakt zu den Gläubigen ist für uns als Seelsorger wichtig, was heutzutage bei den großen Seelsorgseinheiten in den Pfarreien kaum noch möglich ist. Viele Gläubige schätzen gerade auch deshalb die Priesterbruderschaft St. Petrus. Es wird Zeit benötigen, bis ich mir alle Namen der regelmäßigen Messbesucher einprägen kann. Eine Hilfe wäre für mich, wenn Sie mir Ihren Namen und Ihre Adresse mit Telefonnummer entweder mailen oder in die Hand drücken, was den Vorteil hat, dass ich dann Name und Gesicht besser verbinden kann.

Auf der letzten Seite des Kölner Rundbriefs finden Sie Hinweise zu verschiedenen seelsorglichen Angeboten und Veran­staltungen. Noch sind uns aufgrund der leidlichen Corona-Situation manche Beschränkungen auferlegt. Was aber jetzt schon machbar ist, wollen wir in Angriff nehmen. Es würde mich freuen, wenn die zweimonatigen Samstagskatechesen im Anschluss an die 9-Uhr-Messe in der Kirche Maria-Hilf ebenso guten Anklang findet wie die wöchentliche Anbetungsstunde jeweils vor der Abendmesse am Donnerstag. Mein Schwerpunkt wird in Köln liegen, wobei ich aber auch nach Möglichkeit einmal pro Monat eine Sonntagsmesse in Düsseldorf und Lindlar halten möchte. Pater Brüllingen wird seinen Schwerpunkt in Düsseldorf behalten, aber auch für Köln zur Verfügung stehen. Unser Neupriester, P. Josef Unglert, ist uns dabei eine große Hilfe. Mit der neuen Aufteilung und Konstellation sehe ich eine gute Perspektive für die Messorte und unser Apostolat in unserer Niederlassung. Gerne nehmen wir Ihre Einladungen an, um Sie und Ihre Familien bald näher kennen zu lernen und Ihre Sorgen und Anliegen mit uns zu teilen. Besonders die Seelsorge bei den Kranken und Sterbenden liegt mir am Herzen. Bitte melden Sie sich, wenn Sie oder ein Familienmitglied die Krankenkommunion oder die Krankensalbung wünschen, aber auch gerne dann, wenn Sie ein wichtiges seelsorgliches Anliegen haben.

Die schlimmen Ereignisse in Verbindung mit der Überschwemmungskatastrophe im Ahrtal und in der Eifel haben uns alle sehr erschüttert. Ich kann nur hoffen, dass niemand aus dem Kreis unserer Gläubigen davon betroffen ist. Sollte das der Fall sein, bitte ich um Mitteilung. Vielleicht können wir Hilfe in verschiedener Hinsicht leisten oder organisieren. Gerade in solchen Notlagen braucht es Solidarität und Hilfe. So wie Gottes- und Nächstenliebe eng verbunden sind, so gehören auch Liturgie und Seelsorge bzw. Caritas untrennbar zusammen. Jesus ist immer sehr streng zu den Pharisäern gewesen, die punktgenau auf jede kleine Gesetzesvorschrift geachtet haben, die aber dabei das Wesentliche aus dem Auge verloren haben, nämlich die Liebe zu Gott und zum Nächsten.

Ich werde im Oktober nochmals eine Woche abwesend sein, um mit Pater Unglert an unserem Priestertreffen teilzunehmen, das vom 11.-13. Oktober im Kloster Ottobeuren stattfindet. Während er dann am Abend des 13. Oktobers zurück sein wird, bleibe ich noch ein paar Tage in meiner Heimat (Kreis Heilbronn), weil ich dort schon länger für Samstag, 16. Oktober, eine Trauung zugesagt habe. Am Abend bin dann auch ich wieder in Köln zurück. Pater Fuisting und Pater Brüllingen halten aber hier vor Ort die Stellung. Im Notfall bin ich mobil erreichbar. Leider hapert es noch mit der Erreichbarkeit auf dem Festnetz. Wir müssen mit der Telekom Einiges im Haus St. Engelbert regeln. Ich hoffe, dass dies zeitnah möglich ist.

Es grüßt Sie und Ihre Familien, auch von meinen Mitbrüdern, im Gebet verbunden

Ihr P. Bernhard Gerstle

Vorwort zum August/September-Rundbrief

Liebe Gläubige,

wie Sie bereits aus dem Rundbrief Juli 2021 von Pater Andreas Fuisting erfahren haben, soll ich ab September in Absprache mit dem Generaloberen und meinem Nachfolger in der Distriktsleitung, P. Dreher, die Verantwortung für unsere Niederlassung in Köln übernehmen.

Ich freue mich, nach sechs Jahren wieder in die Gemeindeseelsorge zurückkehren zu dürfen. Nach meiner Priesterweihe 1991 habe ich reichliche Erfahrungen in unseren Niederlassungen in Stuttgart (1991-2004) und Gelsenkirchen (2004-2015) gesammelt, die ich nun schwerpunktmäßig in unseren Apostolaten in Köln und Düsseldorf einbringen kann. Pater Fuisting, der als Hausoberer schon über viele Jahre die Verantwortung getragen hat und dem ich dafür herzlich danke, bleibt der Niederlassung Köln erhalten. Er wird künftig von Mettmann aus für unsere oberbergischen Messorte in Remscheid, Wuppertal und Altenberg zuständig sein, was aber gelegentliche Einsätze in den anderen zur Niederlassung gehörenden Messorten und Apostolaten nicht ausschließt. Pater Marc Brüllingen wird ebenfalls weiterhin wie bisher zur Verfügung stehen.  Die Hausgemeinschaft in Köln-Lindenthal wird Ende September unser Neupriester Josef Unglert ergänzen und unsere Seelsorge unterstützen, wofür ich sehr dankbar bin. Er wird zunächst am 26. September in Düsseldorf und dann am 3. Oktober in Köln eine Nachprimiz feiern und den Primizsegen spenden. Ich selbst werde meine neue Aufgabe offiziell am 5. September mit dem feierlichen Hochamt in der Maria-Hilf-Kirche in Köln beginnen. Bei dieser Gelegenheit möchte ich den Mitbrüdern unserer Niederlassung in Oberhausen, Pater Klein und Pater Hengstermann, für Ihre sonntäglichen Aushilfen in Köln seit April ganz herzlich danken.

Ich bin mir bewusst, dass mich keine leichte Aufgabe erwartet. Vor allem unsere Gemeinde in Köln hat durch die beiden Abgänge von P. Miguel Stegmaier und P. James Mawdsley in jüngster Zeit gelitten. Manche Gläubige haben darauf mit Unverständnis reagiert. Sie verstehen, dass ich darauf nicht mehr eingehen möchte und wünsche, dass wir den Blick nach vorne richten. Nur wenn wir bereit sind, gemeinsam auf Gott zu schauen und unsere Eigeninteressen zurück zu stellen, wird es gelingen, die Gemeinde aus der Krise zu führen. Vor allem zwei Gründe waren für mich ausschlaggebend, dem Generaloberen anzubieten, die Verantwortung für die Niederlassung in Köln zu übernehmen: Erstens, weil ich um die schwierige Situation weiß und zweitens, weil ich überzeugt bin, dass es dort viel Potential für ein fruchtbares Apostolat und Seelsorge gibt. Ob es gelingt, in gemeinsamer Anstrengung die vorhandenen Probleme in guter Weise zu lösen, zur Einheit und einem guten Miteinander zu finden, Voraussetzungen für eine gute Gemeindeentwicklung, hängt von jedem Einzelnen ab. Die Kirche ist in einer so großen Krise und die Herausforderungen der Zeit sind so enorm, dass wir uns als relativ kleine Gemeinschaft Grüppchendenken und Parteiungen nicht leisten können.

In diesem Sinne zähle ich auf Ihr Vertrauen und Ihre Unterstützung!

Es grüßt Sie alle im Gebet verbunden herzlich

Ihr P. Bernhard Gerstle FSSP
Wigratzbad, im Juli 2021

Vorwort zum Juli-Rundbrief

Liebe Gläubige, Freunde und Wohltäter,

mit diesem Rundbrief haben Sie die vorletzte Ausgabe vor sich, die in meiner Verantwortung liegt. Ab Oktober diesen Jahres (die nächste Ausgabe wird ja die alljährlich einmal erscheinende Doppelnummer sein), trägt H. H. Pater Bernhard Gerstle die Verantwortung für das Apostolat der Priesterbruderschaft hier in Köln und somit auch für den Rundbrief. Unterstützt wird er von H. H. Pater Marc Brüllingen und dem Neupriester H. H. Pater Josef Unglert. der am 26. Juni zum Priester geweiht worden ist. Ich wünsche den Mitbrüdern von Herzen viel Erfolg bei der „Arbeit“ im Weinberg des Herrn hier im Rheinland. Schwerpunkte werden die größeren Apostolate in Köln und Düsseldorf sein.

Als „Oberer“ der Niederlassung darf ich mich daher von Ihnen verabschieden. Ich danke Ihnen für Ihre jahrelange Unterstützung und vor allem Ihre Gebete, die der Liebe Gott wohl erhört hat, denn ich habe von dort stets viel Stärkung erfahren. Da meine liebe Mutter ein bereits hohes Alter erreicht hat, darf ich in ihrer Nähe bleiben und bin für Sie alle demnach nicht gänzlich verschwunden. Hauptansprechpartner ist aber natürlich ab Mitte September für Sie der neue Hausobere Pater Gerstle. Ich danke meiner Gemeinschaft sehr für dieses Entgegenkommen, die mir somit die Möglichkeit gibt, das, was aus dem vierten göttlichen Gebot folgt, in personam selbst umsetzen zu können. […]

Mit Segensgruß, Ihr

Pater Andreas Fuisting


Bild: Ikone Christus wahrer Weinstock | Foto: Heike Hannah Lux

Vorwort zum Juni-Rundbrief

Liebe Gläubige, Freunde und Wohltäter,

im Juni feiert und preist die Kirche ihren Herrn und Heiland mit den Festen Fronleichnam und Herz-Jesu.

Fronleichnam ist eine einzigartige Huldigung und Anbetung des eucharistischen Heilandes und Herz-Jesu das Fest der Liebe schlechthin.

Schöner als die Kirche es in der Präfation vom Heiligsten Herzen ausdrückt geht es wohl kaum:

„Du wolltest, daß dein Eingeborener am Kreuze von des Soldaten Lanze durchbohrt wurde, damit sein geöffnetes Herz, dies Heiligtum göttlicher Freigiebigkeit, Ströme des Erbarmens und der Gnade auf uns ergieße. Dies Herz, in dem die Glut der Liebe zu uns nie erlischt, sollte den Frommen eine Stätte der Ruhe werden, den Büßenden aber als rettende Zuflucht offenstehen.“

Erfreuen wir uns an diesen beiden hohen Festen und bemühen wir uns stets, in der Liebe zu IHM zu wachsen.

Mit Segensgruß, Ihr Pater Fuisting


Bild: Herz-Jesu-Statue in der Kirche Maria-Hilf

Vorwort zum März-Rundbrief

Liebe Gläubige Freunde und Wohltäter,

schon hat die Fastenzeit ihren Lauf begonnen – ja wir stehen jetzt, Anfang März, bereits mittendrin. Die Vorbereitungszeit auf Ostern erfolgt in drei Stufen; ein vielgeübter Grundsatz in der Liturgie, den Festgedanken allmählich zu steigern. Die erste Stufe liegt bereits hinter uns: Die Vorfastenzeit war eine Einladung an uns, die große Zeit der Umkehr und Erneuerung gut zu benützen. Äußerlich ist es eine Zeit „das Jahr hindurch“ (tempus per annum), es fehlt aber das Alleluja.

Die Quadragese bildet nun die zweite Stufe. Diese beginnt im Meßbuch mit dem Aschermittwoch, nach dem Stundengebet mit dem ersten Fastensonntag, denn ab hier setzt erst das Ordinarium der Fastenzeit ein. Sie schließt mit dem Samstag nach dem vierten Fastensonntag. Kurz charakterisiert werden kann sie mit den Worten ihrer Präfation: „Durch das Leibfasten drückst du die Sünden nieder, erhebst den Geist, gibst Tugend und Lohn.“ Also eine Zeit der Seelenerneuerung. Der tiefere liturgische Gehalt der Zeit aber ist der Geisterkampf, ein Kampf zwischen Licht und Finsternis. In diesem Kampf unterscheiden wir zwei Phasen, eine Defensive und eine Offensive; in den ersten zwei Wochen sehen wir Christus und die Kirche mehr in der Verteidigung, in den darauf folgenden zwei Wochen gehen sie zum Angriff vor. Für diese zwei Phasen sind typisch die Evangelien des ersten und des dritten Fastensonntags: am ersten wird Christus vom Teufel angegriffen, der Herr schlägt ihn ab. Am dritten ist Christus der Angreifer; er, der Stärkere, besiegt den Starken. Auch auf dem Feld unserer Seele muß es aus der Verteidigung zum Angriff auf den bösen Feind kommen.

3. Stufe: die Passionszeit. Sie ist ausschließlich dem Gedächtnis an das Leiden des Herrn geweiht. Schon mit dem Montag nach dem vierten Fastensonntag beginnt die Liturgie vom Leiden des Herrn zu singen und zu sagen. Johannes führt uns mit seinem Evangelium durch diese Phase der seelischen Pein und Leidensgeschichte Jesu. In den Gesängen hören wir Klagen aus seinem göttlichen Mund. So tritt mit dem Passionssonntag schließlich jede Zurückhaltung der Liturgie beiseite: es wird offen gesprochen vom Leiden des Herrn.

Kommen Sie gut und erfolgreich durch diese Zeit. Dazu grüßt Sie ganz herzlich und segnet Sie, Ihr

Pater A. Fuisting

Vorwort zum Februar-Rundbrief

 

Liebe Gläubige, Freunde und Wohltäter,

ich grüße Sie zur bereits zweiten Ausgabe des „Kölner Rundbriefs“ in diesem Jahr und möchte Ihnen allen von Herzen ein gnadenreiches neues Jahr 2021 wünschen!

Die politischen und sich auf das gesellschaftliche Leben stark auswirkenden Maßnahmen zur Kontrolle des „Virus Covid 19“ verlangen den Menschen einiges ab. Ich bin daher unserem hochwürdigsten Herrn Erzbischof sehr dankbar, daß die Priester überall auf dem Boden des Erzbistums Köln angehalten sind, ihre Kirchen offenzuhalten und Hl. Messen anzubieten. Sehrwohl sind dabei einige Vorschriften zu beachten, die wir genötigt sind einzuhalten (med. Masken tragen, Abstand halten, persönl. Daten hinterlegen). Doch dafür, daß wir dann an der Opferfeier Christi teilnehmen und in der Hl. Kommunion Teilhabe daran erhalten dürfen, ist doch alle Mühe wert! Machen wir weiter und lassen uns nicht beirren. Gott kommt immer zu seinem Ziel. Also: Keine Sorge!

Der „Aschermittwoch“ fällt dieses Jahr auf den 17. Februar. In der frühchristlichen Kirche waren diese Wochen vor Ostern der Vorbereitung der Taufbewerber auf die heilige Osternacht vorbehalten. Später, als die Kindertaufe allgemein wurde, trat an die Stelle der Unterweisung der Taufbewerber die öffentliche Kirchenbuße. Die öffentlichen Sünder wurden mit dem Aschenkreuz gezeichnet, sie empfingen das geweihte Bußkleid und durften bis zum Gründonnerstag nur an der Vormesse teilnehmen. Später haben dann alle Gläubigen die geweihte Asche am Aschermittwoch genommen, zum Zeichen der Bereitschaft, sich in den 40 Tagen vor Ostern unter das Gesetz der Buße zu stellen.

Kehren wir um und lassen uns vom Herrn zu innerer Neubelebung und Erneuerung führen, zum Kampf gegen alles Böse und uns neu stärken, um allen finsteren Mächten widerstehen zu können.

Die Kraft dazu erbittet für Sie, Ihr

Pater A. Fuisting

Vorwort zum Januar-Rundbrief

Liebe Gläubige, Freunde und Wohltäter,

es ist wieder soweit, das Geheimnis der Weihnacht steht vor der Türe. „Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt.“ Ist das nicht für den modernen Menschen, der dazu übergegangen ist nach den Sternen zu greifen und dabei sich selbst an die Stelle Gottes zu setzen beabsichtigt, eine erschütternde Botschaft?

Der große Gott läßt sich so tief in die Menschheit ein, entäußert sich aller Herrlichkeit, um sich ganz an die Menschen zu verschenken. Diese Liebe zu einer verlorenen Welt, zu einer Welt, aus der die Liebe gewichen war, hat die Herzen der Menschen gerührt, sie zum Schenken und Opfern hingerissen. Und immer dann, wenn am Ende jeden Jahres diese Botschaft verkündet wird, da fängt es an in den Herzen der Menschen zu gären, da glüht ein Funken von Liebe auf, und viele besinnen sich doch, ob nicht irgendwo jemand nach dieser Liebe verlangt. In dieser wachwerdenden Liebe gelingt die immer wieder sich erneuernde Grundkraft des Weihnachtsfestes. Die sichtbar gewordene Liebe des Kindes findet ein Echo, eine Antwort in der schenkenden Liebe der Menschen. So erweist sich die Liebestat Gottes an Weihnachten noch immer als so mächtig und greift so sehr in die Herzen der Menschen, daß selbst die, die nicht an das Kind glauben, sich ihr nicht ganz entziehen können. An Weihnachten ist es, als ob die Menschen doch für ein paar Stunden durch ein wundersames Band der Liebe verbunden wären.


Von ganzem Herzen wünschen Ihnen, Ihren Familien und Freunden die
Patres A. Fuisting, M. Brüllingen und J. Mawdsley
Ein gesegnetes Weihnachtsfest!


Singt dem Herrn ein neues Lied,
denn Wunderbares hat er getan.
Seine Rechte errang ihm den Sieg!
Ja, Sieg errang sein heiliger Arm!
Kundgetan hat der Herr sein Heil,
seine Gerechtigkeit enthüllt vor den Augen der Heiden.
Er gedachte seiner Güte und Treue,
Seiner Huld gegen Israels Haus.
Alle Enden der Erde,
sie haben geschaut das Heil unseres Gottes.

aus Psalm 97


Bild: Geburt Christi | Foto: Heike Hannah Lux

Vorwort zum Dezember-Rundbrief

Liebe Gläubige, Freunde und Wohltäter,

die unklare Situation, wie wir nun das Hochfest der Geburt unseres Erlösers Jesus Christus sowohl im Gotteshaus als auch privat zu Hause feiern „dürfen“, hat schon etwas bedrückendes an sich. Wir planen zunächst so, wie Sie es am Ende dieses Rundbriefes für Köln und Düsseldorf in der Gottesdienstordnung aufgelistet sehen. Ob es dann so kommen wird, oder sich noch Änderungen ergeben, entnehmen Sie bitte unserer Webseite unter www.maria-hilf-koeln.de.

Von Herzen wünsche ich Ihnen eine besinnliche und friedliche Adventszeit. Harren wir im allzeit notwendigen Gottvertrauen der Dinge, die da kommen werden und vergessen wir nicht die Reinigung unserer Seele. Betrachten wir dazu das zeitlose Wort des großen Papstes Pius XII.:

„Söhne und Töchter, es ist wirklich Zeit, entscheidende Schritte zu unternehmen. Es ist Zeit, die verhängnisvolle Lethargie abzuschütteln. Es ist Zeit, daß alle Guten, denen das Schicksal der Welt am Herzen liegt, sich einander nähern und sich aufs engste zusammenschließen. Mit dem Apostel wiederholen Wir: Die Stunde ist da, vom Schlafe aufzustehen! (Lesung aus der Messe am 1. Adventssonntag, Röm. 13,11) Es gilt, eine ganze Welt von Grund auf umzuformen, sie aus einer verwilderten in eine menschlich edle, sie aus einer menschlich edlen in eine vergöttlichte Welt umzuwandeln; entsprechend den Heilsabsichten Gottes.“

In diesem Sinne grüßt und segnet Sie, Ihr

Pater A. Fuisting

Vorwort zum November-Rundbrief

Liebe Gläubige, Freunde und Wohltäter,

grüße Sie herzlich überall da, wo Sie im Einzugbereich unserer Niederlassung in Köln der Regionalbrief  erreicht.

In dieser Ausgabe stellt sich, wie angekündigt, der neue Mitbruder vor. Seit dem ersten Sonntag im Oktober hat er seinen Dienst angetreten und wird die Aufgaben des Pater Stegmaier übernehmen, was heißt sich hauptsächlich des Apostolates in Köln (Maria – Hilf) anzunehmen. Inzwischen konnte er auch in Lindenthal seine Wohnung beziehen, wenngleich ein Raum noch nicht fertig renoviert ist. Das wird in naher Zukunft aber geschehen sein. Wir freuen uns auf sein priesterliches Wirken und ich darf Sie bitten, ihn ins Gebet mit hinein zu nehmen – ebenso erbitte ich dies für Pater Brüllingen und meine Wenigkeit.

Zu unserer großen Freude wurde am Samstag, dem 17. Oktober, vielen Seminaristen in Wigratzbad die Tonsur und – damit verbunden – die Einkleidung erteilt. Dabei waren auch Johannes Färber und Filip Sojka. Beide waren eifrige Ministranten an unseren Meßorten seit Kindertagen; Johannes in Düsseldorf und Filip in Köln. Bitte beten Sie auch eifrig für diese beiden Kandidaten, daß Sie auf ihrem Weg zum Priestertum gestärkt werden und beharrlich voran gehen.

So darf ich meinerseits auch Ihnen versichern im Gebet Ihrer beständig zu gedenken. Auf ein Wiedersehen in einer „unserer“ Kirchen freut sich, Ihr

Pater Andreas Fuisting

Vorwort zum Oktober-Rundbrief

Liebe Gläubige, Freunde und Wohltäter,

seien Sie herzlich gegrüßt zur Oktoberausgabe unseres Rundbriefes, der u.a. einige Informationen zu unserer Neuordnung der Hl. Messe in Düsseldorf enthält.

Zunächst aber danke ich Ihnen allen für Ihre immer wieder sichtbare und bekundete Treue unserer Gemeinschaft und unserem Apostolat gegenüber hier im Bereich des Einzugsgebietes der Niederlassung Köln. Viele sehr freundliche und auch aufmunternde Worte haben Sie geschenkt. Das zeigt, daß wir eine gewachsene Gemeinde sind, in der unser Herr Jesus Christus die Mitte ist. Wer auf IHN ganz vertraut und in Treue bei ihm bleiben will, der bleibt auch seiner Kirche und deren Glauben treu.

Cup of coffee, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons

Leider ist gerade in Düsseldorf (St. Dionysius) die Situation noch immer so, daß nur eine geringe Anzahl an Gläubigen an der Hl. Messe teilnehmen kann. Wie angekündigt dürfen wir in Zukunft, immer am zweiten und vierten Sonntag eines Monats, die Kirche „Mater dolorosa“ in Flehe, In der Hött 26 nutzen. Dieses Gotteshaus ist sehr geräumig; unter normalen Umständen (bei Gläubigen aus zwei Haushalten) können ca. 60 Personen teilnehmen, wenn es Familien sind sogar über 90. Das ist schon ein Fortschritt! Ich möchte gerade unsere Familien ermuntern sich in dieser Kirche einzufinden, denn je mehr Personen aus einer Familie kommen, umso mehr Gläubige finden Platz (s. o.). Wie das mit der Anmeldung ablaufen wird, erfahren Sie auf unserer Webseite (www.maria-hilf-koeln.de). An dieser Stelle sei H. H. Pfr. Virnich sehr gedankt für sein freundliches Entgegenkommen, die Kirche nutzen zu dürfen.

Leider besteht nach wie vor das Problem mit dem Empfang der Hl. Kommunion, wie sie der Ritus in der „Außerordentlichen Form“ vorschreibt. Daher muß ich Sie bitten weiterhin die „Geistige Kommunion“ zu üben, oder mich persönlich anzusprechen, um eine Lösung zu finden, wie Sie dennoch den Leib des Herrn empfangen können.

Im Oktober wird auch der Nachfolger von Pater Stegmaier seinen Dienst antreten. Vorstellen wird er sich selbst bei Ihnen – ich möchte da nichts vorwegnehmen. Wohnen kann er im Haus am Johann-Heinrich-Platz noch nicht, wegen andauernder Renovierungsarbeiten.

Ich wünsche Ihnen von Herzen Gottes reichen Segen und viel Mut im beharrlichen Aushalten des Geschehens um uns herum. Wissen wir doch, daß diese Welt vergeht. Schauen wir himmelwärts zu dem auf, von dem einzig Rettung uns verheißen und ewiges wahres Glück, Ihr

Pater Andreas Fuisting

Vorwort zum August/September-Rundbrief

Liebe Gläubige, Freunde und Wohltäter,

wie Sie inzwischen sicher erfahren haben, hat im Juli Pater Miguel Stegmaier nach 17jähriger Tätigkeit unsere Niederlassung und Gemeinschaft hier in Köln verlassen. Nach Absprache mit den Oberen nimmt er eine Auszeit, um sich auch gesundheitlich zu erholen.

P. Stegmaier hat hauptsächlich unsere Gemeinde in Köln betreut. Seit vielen Jahren schon war er hier haupt­verantwortlich tätig. Viele Gläubige haben ihn wertgeschätzt; seine fröhliche Art und sein fundiertes Wissen waren für sie aufbauend und lehrreich. Auch innerhalb unserer Hausgemeinschaft war er angesehen und beliebt. Wir wünschen Pater Stegmaier von Herzen weiterhin Gottes Segen und viel Freude an seinem priesterlichen Dienst.

Leider kann ich Ihnen wegen der „Corona“ bedingten Einschränkungen noch keine Änderungen bekannt geben, bezüglich des Empfangs der Hl. Kommunion innerhalb der Hl. Messe in Düsseldorf, Remscheid und Altenberg. Dafür gibt es einen erfreulichen Lichtblick: nach Absprache mit dem zuständigen Pfarrer in Düsseldorf, H. H. Karl – Heinz Virnich, werden wir ab September (wohl nicht jeden Sonntag) die größere Kirche seines „Sendungsraumes“, die den Titel trägt: „Schmerzhafte Mutter“ und in Flehe liegt, für die Hl. Messe nutzen dürfen. Hier finden ca. 60 Personen Platz, in St. Dionysius weiterhin nur 16! Näheres dazu können Sie dann auf unserer Homepage: www.maria-hilf-koeln.de nachsehen. Hier bemühen wir uns um eine andauernde Aktualisierung.

Da wir nicht wissen können wann ein Nachfolger für Pater Stegmaier hier seinen Dienst antreten wird, darf ich Sie höflichst bitten, für unser Apostolat zu beten, auch um Kraft für den hier noch verbleibenden Mitbruder und meine Wenigkeit. Die Kraft des Gebetes kann Berge versetzen, wie wir wissen. Meine Gebete begleiten Sie immerzu in diesen unübersichtlichen Zeiten.

Mit Segensgruß, Ihr

Pater A. Fuisting

Vorwort zum Juli-Rundbrief

Liebe Gläubige, Freunde und Wohltäter,

„Du hast uns erkauft mit deinem Blute, o Herr, aus allen Stämmen und Zungen, aus allen Völkern und Nationen. Du hast uns zu einem königlichen Volke gemacht, für unseren Gott.“ Mit diesen wunderbaren Worten aus der Geheimen Offenbarung des Johannes hebt die Heilige Messe an am Fest des „Kostbaren Blutes unseres Herrn Jesus Christus“, mit dem die zweite Jahreshälfte eingeläutet wird. Danken wir immer wieder dafür, die Gnade erhalten zu haben, im wahren Glauben leben zu dürfen und Anteil an der Liebe Christi erhalten zu haben, der sein Blut vergossen hat zum Heil der Welt.

Ich hoffe Sie sind alle bis jetzt unbeschadet durch diese uns so seltsam umgebende Zeit gekommen. Ich segne Sie jeden Tag am Ende der Hl. Messe und empfehle Sie, als „meine Schäflein“ dem Herrn an. Niemand wird vergessen!

Ab diesem Monat wollen wir mit den heiligen Messen auch wieder an Wochentagen beginnen. Bereits im Juni fanden wieder hl. Messen in Lindlar – Frielingsdorf, Wuppertal und Borr (Rhein-Erftkreis) statt. Hier nun eine Auflistung, der Meßzeiten, die Sie auch – laufend aktualisiert – auf unserer Webseite www.maria-hilf-koeln.de nachlesen können:

KÖLN:

  • sonn- und feiertags: 10:00 UhrAchtung, kurzfristige Änderung: 18:00 Uhr!
  • mittwochs: 18:30 Uhr
  • samstags: 9:00 Uhr.

DÜSSELDORF:

  • sonn- und feiertags: 10:30 und 11:45 Uhr
  • erster Do. i. M.: 18:30 Uhr
  • freitags: 18:30 Uhr
  • samstags: 8:30 Uhr.

Anmeldung – auch für die Wochentage –
erforderlich!

REMSCHEID:

  • sonn- und feiertags: 8:00 Uhr

LINDLAR:

  • sonntags alle vierzehn Tage (im Wechsel mit der Pfarrgemeinde), 17:30 Uhr.

WUPPERTAL:

  • erster, dritter, vierter u. evtl. fünfter Montag: 18:30 Uhr

ALTENBERG:

  • freitags: 18:00 Uhr

In Pingsheim/Borr haben wir immer am letzten Mittwoch im Monat die hl. Messe feiern dürfen. Sehr wahrscheinlich müssen wir hier aber den Wochentag wechseln. Näheres wird noch bekannt gegeben.

In Leverkusen-Lützenkirchen dürfen wir noch keine heilige Messe feiern. Die Kapelle sei zu klein heißt es; da können die „Abstandsregeln“ nicht eingehalten werden.

Leider ist es da, wo wir zu Gast sind noch immer nicht möglich, die heilige Kommunion in der für „unseren“ Meßritus vorgeschriebenen Form an die Gläubigen auszuteilen. Wir arbeiten weiter an einer Lösung dieses doch sehr großen und drängenden Problems.

Viel Kraft und Mut wünsche ich Ihnen, vor allem aber Gottes reichen Segen.

Ihr Pater Andreas Fuisting

Vorwort zum Februar-Rundbrief

Darstellung des Herrn – Emailarbeit von Sr. Lioba Munz OSB

Liebe Gläubige, Freunde und Wohltäter,

der Monat Februar beginnt mit dem Ende des Weihnachtlichen Festkreises, mit „Mariä Lichtmeß“ oder „Darstellung des Herrn“, wobei letztere Bezeichnung deutlich macht, daß es sich um ein Herrenfest handelt. In den Liturgien des Ostens wird es ebenfalls als ein solches begangen und führt hier die Bezeichnung „Hypapante“ oder Begegnung des Herrn (gemeint ist mit Simeon), als Ankunft des Sohnes Gottes im Tempel. Die Festfeier ist, wie oben gesagt, bei uns in der abendländischen Liturgie auch zu einem großen Teil dem Herrn geweiht. Die Antiphonen der ersten Vesper sind dem Offizium von der Beschneidung Christi (früher 1. Januar) entnommen; die Lesungen zur Matutin, die Antiphonen zu den Laudes und den übrigen Horen, die Eigenteile der Messe feiern die Darstellung Jesu im Tempel und die „Begegnung“. Dadurch, daß als Präfation auf Lichtmeß die Weihnachtspräfation gewählt ist, wird das Fest noch inniger mit dem Herrn verbunden.

Am Weihnachtsfest offenbarte sich Christus zuerst den Hirten, als Erstlingen der Juden, am Dreikönigstag den Vertrtern der Heidenwelt und am Fest der Darstellung zeigt er sich dem alttestamentlichen Hohenpriester und dem greisen Simeon und offenbart sich damit dem Priester und Prophetentum des Alten Testaments.

Und während er (Christus) nun dem Priester dargestellt und losgekauft wird, gibt er sich dem himmlischen Vater hin als das Lamm Gottes, das die Sünden der Welt hinwegnimmt. Im Namen der sündigen Menschheit leistet er der beleidigten Majestät Gottes die schuldige Anbetung, Sühne, Genugtuung. Er bringt dem Vater seinen Leib und seine Seele zum Opfer für die Entsündigung und Heiligung der Menschheit. Nach 33 Jahren wird er diese Opferhandlung durch den blutigen Tod am Kreuz vollenden, auf Golgothas Höhe, außerhalb des Tempels; im Tempel zu Jerusalem hat er sie an diesem Fest zu ersten Mal bestätigt. Das ist die Bedeutung der Darstellung Jesu im Tempel.

(Nach Gedanken des Bischofs von Berlin, (+) Dr. Chr. Schreiber)

Wie Sie bei der Gottesdienstordnung entdecken werden, sind die Hl. Messen in Lindlar-Frielingsdorf nicht aufgeführt. Hier findet von der Pfarrei in Lindlar gerade eine Umstrukturierung statt. Wie das später aussehen wird, stand bei Redaktionsschluß dieser Ausgabe des „Kölner Rundbriefes“ noch nicht fest. Wir bitten um Verständnis.

Mit Segensgruß verbleibt, Ihr

Pater Andreas Fuisting


Foto: Heike Hannah Lux

Vorwort zum Dezember-Rundbrief

Liebe Gläubige, Freunde und Wohltäter,

mit dem Advent beginnt jedes neue Kirchenjahr als Vorlauf zur „ersten Ankunft unseres Herrn Jesus Christus im Fleische“, wie man früher zu sagen pflegte. Der Advent ist eine Besinnungszeit. Von daher auch eine Zeit der Einkehr, der Buße und des Verzichts. Dafür steht eine prägende Gestalt, die zu den größten Heiligen zählt und von Gott erwählt wurde „Stimme des Rufers in der Wüste“ zu sein: Johannes der Täufer! Rufen wir ihn an und bitten wir ihn uns Führer zu sein durch die Zeit des Advents.

 Johann Michael Sailer (1751 – 1832), Bischof von Regensburg (seit 1829), stellt uns allen folgende Frage:

„Der Advent ist da. Nun sollten wir uns wieder an die Ankunft des Messias, an die Liebe des Vaters, der seinen Sohn zu uns und für uns herabsandte, erinnern lassen. Werde ich nach dem Advent auch heuer wieder so ungebessert, so träge zum Guten, so ohne christliche Gesinnung sein wie im vorigen Jahre? Werde ich auch heuer in der Christnacht, in dieser unvergleichlichen Mitternachtsstunde, wieder zu mir sagen müssen: Sieh, vier Wochen hattest du Zeit und Gelegenheit, dich auf diese Stunde vorzubereiten, und dein Herz ist noch so hart wie die Krippe, in die das Kind Jesus gelegen ward; noch so kalt, noch so frostig wie die Jahreszeit; so gleichgültig wie etwa ein vernunftloses Tier, das in dem nämlichen Stalle lag, wo Jesus geboren ward! Werde ich das wieder zu mir sagen müssen?“

In der Hoffnung auf eine für Sie alle fruchtbringende Adventszeit, grüßt Sie herzlich, Ihr

Pater Andreas Fuisting

Vorwort zum November-Rundbrief

Liebe Gläubige, Freunde und Wohltäter,

der Monat November trägt im kirchlichen Kontext auch den Namen „Allerseelenmonat“. Er beginnt jedoch mit dem Fest Allerheiligen. Hier dürfen wir einen tiefen Zusammenhang erkennen, denn sowohl das Fest „Allerheiligen“ wie auch der Gedenktag für die Armen Seelen im Fegfeuer erinnert uns daran, daß alles zu einer und derselben Kirche gehört: der leidenden, streitenden und triumphierenden Kirche. Wir erinnern uns an den Katechismusunterricht unserer Kinderzeit: die „streitende Kirche“ ist die Gemeinschaft der Christgläubigen auf der Erde. Unter der „leidenden Kirche“ verstehen wir die „Armen Seelen“ im Fegfeuer, also die Seelen, die im Jenseits noch eine Läuterung durchzumachen haben, weil sie noch nicht die Vollkommenheit erreicht haben, die nötig ist, für die Anschauung Gottes. Die „triumphierende Kirche“ schließlich ist die Gemeinschaft der Vollendeten, die sich bereits der Anschauung Gottes erfreuen. Dabei ist zu bedenken, daß so mancher Christ bereits hier auf der Erde sein Fegfeuer durchstehen muß. Und die „streitende Kirche“ ist immer auch eine leidende Kirche, wie wir nicht nur in unserer Zeit feststellen müssen – heute allerdings eher von innen, als von außen – doch auch dort, denn die Christen bilden die  weltweit am meisten verfolgte religiöse Gemeinschaft. Wir erhoffen uns von der triumphierenden Kirche, daß sie für uns eintritt und auch streitet. Denn das haben wir alle bitter nötig!

Am Allerseelentag denken wir alle in besonderer Weise an den Tod, der übrigens häufig vor unser inneres Auge treten sollte. Wie heißt es doch so realistisch, und doch schön, in Psalm 89, Vers 12: „(Herr), unsere Tage zu zählen, das lehre uns, damit wir ein weises Herz bekommen!“

Wir sollten aber auch sehen, daß der Gedenktag für die Armen Seelen kein Tag der Hoffnungslosigkeit ist! Denn für uns gläubige Christen gilt doch: „Mors portae vitae“ (Det Tod ist das Tor zum Leben). Durch die dunkle Pforte schreiten wir als Jünger Jesu in eine andere Welt, in der Gott „jede Träne abwischen wird von unseren Augen“, und „der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid, noch Jammer, noch Mühsal…“ Christus spricht: „Siehe, ich mache alles neu!“ (Offb. 21,4 f.)

Pater A. Fuisting


Bild: Ikone Allerheiligen | Foto: Heike Hannah Lux

Vorwort zum Oktober-Rundbrief

Liebe Gläubige, Freunde und Wohltäter,

nun stehen wir bereits im Herbst dieses Jahres im Herrn 2019, einer Jahreszeit, die auch Sinnbild ist für das baldige Lebensende des Menschen hier auf der Erde. Zu Beginn des Monats Oktober feiert die Kirche jene von Gott geschaffenen Reinen Geister, die dem Menschen während seiner gesamten Lebenszeit zum Schutz an die Seite gestellt werden: die Heiligen Schutzengel!

Wie schön schreibt Pius Parsch: „Die Kirche lebt im Reiche der Übernatur und darum ist sie mit den Geistern der Übernatur, den Engeln, wohl vertraut. Wir brauchen bloß das Ordinarium der Messe zu verfolgen und wir werden immer wieder den Engeln begegnen, sei es, daß wir sie als gegenwärtig wissen, sei es, daß wir ihre Lieder singen (Gloria, Sanctus), sei es, daß wir sie in ihrem Gottes- und Menschendienst bewundern. Heute aber will uns die Kirche eine besonders liebliche Offenbarung der göttlichen Fürsorge für uns Menschen feiern lassen, jene nämlich, daß Gott für jeden von uns einen eigenen Schutzgeistbestellt hat, der uns durch das Leben begleitet von der Wiege bis zum Grabe, das Schutzengelfest; es ist wohl noch nicht alt; und doch ist es sehr populär. Eigentlich ist es die Erweiterung des ältesten Engelfestes, des Erzengels Michael. Diesen haben wir als Schutzengel der Gesamtkirche gefeiert“ (2019 am 29. September).

(aus: Das Jahr des Heils, 10. Auflage 1932, Band 3, Seite 632)


Foto: Heike Hannah Lux

Vorwort zum August-/September-Rundbrief

Liebe Gläubige, Freunde und Wohltäter,

diese Ausgabe unseres Regionalbriefes erscheint, wie in jedem Jahr, zusammen mit dem „Informationsblatt“ als Doppelnummer für August und September zusammen. Daher finden Sie im hinteren Teil des Rundbriefes auch die Gottesdienstordnung für beide Monate. Zu Beginn setzen wir den Beitrag Joseph Ratzingers fort. Es schließen sich die Ausführungen des Prälaten Pfeil an, über den Glauben des katholischen Christen ans Jenseits.

Ihnen von Herzen eine gute Zeit und sollten Sie in Urlaub gehen gute Erholung!

Mit Segensgruß, Ihr

Pater A. Fuisting


Foto: Heike Hannah Lux

Vorwort zum Juli-Rundbrief

Liebe Gläubige, Freunde und Wohltäter,

die heilige Kirche Gottes befindet sich in einem Zustand, den noch vor Jahrzehnten wohl kaum jemand hat vorhersagen können, so daß die Frage des Herrn, ob der Menschensohn noch Glauben finden werde, wenn er  wiederkommt, schon im hier und jetzt eine Antwort zu finden scheint, nämlich: wohl kaum. Der junge Priester Joseph Ratzinger und spätere Papst Benedikt, hat sich indes bereits 1958 mit der Frage beschäftigt und kam zu dem Ergebnis, „im Herzen der Kirche“ wachse ein neues Heidentum. Aus dieser visionären Schrift, bringen wir nun den ersten Abschnitt und empfehlen Ihnen den Beitrag zur weiteren Lektüre. Unter dem Titel: „Die neuen Heiden und die Kirche“ erschien dieser Vortrag in der Zeitschrift „Hochland“ in der Oktoberausgabe 1958.

Es grüßt Sie herzlich, Ihr

Pater A. Fuisting


Nach der Religionstatistik ist das alte Europa noch immer ein fast vollständig christlicher Erdteil. Aber es gibt wohl kaum einen zweiten Fall, in dem jedermann so genau wie hier weiß, daß die Statistik täuscht: Dieses dem Namen nach christliche Europa ist seit rund vierhundert Jahren zur Geburtsstätte eines neuen Heidentums geworden, das im Herzen der Kirche selbst unaufhaltsam wächst und sie von innen her auszuhöhlen droht. Das Erscheinungsbild der Kirche der Neuzeit ist wesentlich davon bestimmt, daß sie auf eine ganz neue Weise Kirche der Heiden geworden ist und noch immer mehr wird: nicht wie einst, Kirche aus den Heiden, die zu Christen geworden sind, sondern Kirche von Heiden, die sich noch Christen nennen, aber in Wahrheit zu Heiden wurden. Das Heidentum sitzt heute in der Kirche selbst, und gerade das ist das Kennzeichnende sowohl der Kirche unserer Tage wie auch des neuen Heidentums, daß es sich um ein Heidentum in der Kirche handelt und um eine Kirche, in deren Herzen das Heidentum lebt. Der Mensch von heute kann also als Normalfall den Unglauben seines Nachbarn voraussetzen.