Aufnahme in die Konfraternität

am 23. Oktober 2016

Vorwort Dezember-Rundbrief

Liebe Gläubige, Freunde und Wohltäter,

mit dem Advent beginnt nicht nur die Vorbereitungszeit auf die heilige Weihnacht, sondern auch das Kirchenjahr. Abt Odilo Lechner OSB, Altabt von den Klöstern St. Bonifaz, München und Kloster Andechs, legt uns dazu gute Gedanken vor. Ihnen eine besinnliche Zeit, wünscht von Herzen,

Pater Andreas Fuisting

Es scheint der Anfang des Kirchenjahres stimmt uns ganz anders als etwa der Schritt ins bürgerliche Jahr: Auch wenn wir vom Äußeren absehen, von der lauten und ausgelassenen Feier etwa der Silvesternacht, es scheint sich beim Wechsel der Kalenderjahre auch im Tieferen um etwas ganz anderes zu handeln: Es ist der Schritt ins Ungewisse; darum ist er voll Spannung, voll Bangen, vielleicht und voll Angst, aber auch voll Erwartung und Hoffnung und Fröhlichkeit. Wir werden inne, daß wir einen Schritt der Geschichte in die Zukunft hinein vollziehen. Wie aber ist es beim Kirchenjahr? Es bringt uns nichts Neues, Ungewisses, Überraschendes. Es kehrt wieder zu seinem Anfang zurück und beginnt aufs neue denselben Lauf, es bleibt in steter Wiederkehr das gleiche.

Ist damit aber nicht auch schon ein Grund genannt, warum uns oft das Religiöse überhaupt langweilig vorkommt – weil ihm die Spannung, das Überraschende, Wechselvolle des wirklichen Lebens fehlt. Vielleicht haben darum auch manche Menschen so gar kein großes Verlangen nach der Ewigkeit, weil sie sich diese als eine endlose Folge immer Desselben und darum als eine langweilige Sache vorstellen. Und selbst die beste Speise schmeckt, wenn sie immer wieder serviert wird, allmählich fad.

Immer wieder neuer Beginn eines Kirchenjahres – reiht sich da einfach Kreis an Kreis? Sind es Kreise, die sich beliebig wiederholen, aneinanderreihen lassen, oder folgt vielleicht ein Kreis aus dem anderen? Sind die Kreise nichts anderes als ein einziges beständiges Kreisen um einen festen Punkt, der es immer mehr an sich zieht, ein Umkreisen also, das spiralenförmig zur Mitte drängt?

(Fortsetzung folgt)


Datei – Rundbrief Dezember 2016