Pater Miguel Stegmaier verstorben

Mit schwerem Herzen geben wir bekannt, dass unser Mitbruder, Pater Miguel Stegmaier, am späten Abend des 19. Dezembers tödlich verunglückte.

Zum Zeitpunkt des Unglücks hielt sich Pater Stegmaier mit drei weiteren Personen in einem Haus der Bruderschaft im oberfränkischen Landkreis Hof auf. Er hatte sich bereits in sein Zimmer zurückgezogen, als die Mitbewohner den Ausbruch eines Feuers bemerkten. Sie versuchten Pater Stegmaier aus seinem Zimmer zu retten, die schwere Rauchentwicklung und die Hitze machten dies jedoch unmöglich. Erst die alarmierten Rettungskräfte der Feuerwehr konnten ihn bergen. Die eingeleiteten Wiederbelebungsmaßnahmen blieben allerdings ohne Erfolg. Die Ursache des Brandes wird derzeit noch untersucht.

Miguel Stegmaier wurde am 13. Mai 1976 in Santiago de Chile (Chile) geboren. Prägend war für ihn die Zeit auf einer Jesuitenschule in der chilenischen Heimat, wo er bereits früh die Liebe zum Gottesdienst und zur lateinischen Sprache empfing. 1996 trat er in das Priesterseminar St. Petrus in Wigratzbad ein und wurde am 21. Juni 2003 für die Bruderschaft zum Priester geweiht. Von 2003 bis 2020 war Pater Stegmaier in unserem Apostolat in Köln tätig. Seine Frohnatur und sein Eifer für die Liturgie haben ihm dort viele Herzen gewonnen.

Requiescat in Pace!


Quelle: https://petrusbruderschaft.de/pages/themen/bruderschaft/tod-von-miguel-stegmaier.php

Wechsel von P. Marc Brüllingen

Der Distriktsobere Pater Dreher hat kurzfristig um die Versetzung von Pater Brüllingen nach Salzburg gebeten, da sich eine ursprünglich geplante Personalie nicht umsetzen ließ.

Wir verabschieden uns von P. Brüllingen:

  • in Düsseldorf, St. Dionysius, am Sonntag, 1. Oktober
    – im Rahmen des Gemeindefrühstücks
  • in Köln, Maria Hilf, am Sonntag 8. Oktober
    – im Anschluss an das Hochamt

Vorwort zum Juli-Rundbrief 2023

Liebe Gläubige,

in dieser Ausgabe fällt der Kölner Rundbrief ausnahmsweise um die Hälfte kürzer aus als gewöhnlich. Wir diskutieren innerhalb unserer Kommunität, aber auch im deutschsprachigen Distrikt unter den Mitbrüdern durchaus kontrovers über die Bedeutung des lokalen Rundbriefes und den Umfang, den er einnehmen soll. Während ältere Gläubige eher positive Rückmeldungen geben, nehmen vor allem jüngere Gläubige eher wenig von unseren Rundbriefen und Artikeln Kenntnis (was ebenso für das überregionale Informationsblatt gilt). Leider gehen dadurch auch Hinweise auf der Terminseite mit den verschiedenen Angeboten von Katechesen, Vorträgen und diversen Veranstaltungen teilweise unter. Freilich sind die lokalen Rundbriefe in erster Linie als eine Information über die liturgischen und seelsorglichen Angebote in den einzelnen Niederlassungen und Häusern gedacht. Gleichzeitig sollen darüber hinaus Artikel mit aktuellen, theologischen und spirituellen Themen eine zusätzliche Bereicherung sein. Auch wenn wir damit nur einen Teil unserer Rundbriefbezieher erreichen, ist das aus meiner Sicht die Mühe wert.

Die unterschiedlichen Meinungen sind wie schon erwähnt zum Teil altersbedingt. Die junge Generation ist mit den modernen Medien und dem Internet aufgewachsen und vertraut. Die Printmedien haben leider durch die modernen Medien an Bedeutung verloren. Vor allem junge Leute beziehen ihre Informationen mehrheitlich aus dem Internet und nicht mehr aus Büchern. Die Folgen sind nicht zu übersehen. Halbwissen triumphiert über profunde Kenntnisse. Allgemeinbildung, aber auch religiöse Bildung, sind im Niedergang begriffen. Die bequeme und schnelle Information über Kurznachrichten wird dem anstrengenden und zeitraubenden Lesen vorgezogen. Das soll kein Vorwurf sein, ist aber ein bedauernswertes Faktum. Doch haben wir als geistliche Gemeinschaft nicht die Aufgabe, wenigstens in unseren Kreisen diesem Trend entgegen zu steuern? Ich bin Eltern überaus dankbar, wenn sie ihre Kinder für das Lesen von Büchern begeistern. Das fördert nicht nur die Sprache, sondern wird auch später dazu führen, dass sie sich für wertvolle Literatur interessieren und sich dafür entsprechend Zeit nehmen. Die Ferien- und Urlaubszeit sind jedenfalls eine gute Gelegenheit, sich mit guter Literatur zu beschäftigen.

Es grüßt Sie alle herzlich im Gebet verbunden

Ihr P. Bernhard Gerstle FSSP

Vorwort zum Mai-Rundbrief 2023

Liebe Gläubige,

der Monat Mai ist besonders der Verehrung der hl. Gottesmutter Maria gewidmet. Die Gebetsstätte Wigratzbad im Allgäu, zugleich Heimstätte des Priesterseminars St. Petrus, ist untrennbar mit einer glühenden Marienverehrerin verbunden, nämlich Antonie Rädler (1899-1991). Sie war die Gründerin der Gebetsstätte in Wigratzbad. Ich hatte das Glück, ihr nach meiner Priesterweihe am Fest Peter und Paul 1991 den Primizsegen spenden zu dürfen. Sie war zu dem Zeitpunkt bereits fast zwei Jahre gelähmt ans Krankenbett gefesselt. Ihre Mutter hatte inständig um einen Priestersohn gebeten. Diese Bitte hat der Himmel zwar nicht erfüllt, dafür aber hat die ledig gebliebene Tochter Antonie Großes geleistet in ihrem Gebetsapostolat für Priester und Priesterberufungen.

Ihre Familie stand den Nationalsozialisten äußerst kritisch gegenüber. Antonie Rädler leitete ab 1936 eine Metzgereifiliale in Lindau. Sie weigerte sich, ein Marienbild durch das Führerbild zu ersetzen. Auch lehnte sie ab, mit “Heil Hitler” zu grüßen und an kirchlichen Feiertagen das Geschäft zu öffnen. Aus Hass und Rache verübten die Nazis dreimal einen Mordversuch. Unter anderem versuchte man sie auf dem Heimweg von Lindau nach Wigratzbad abzufangen, in einen Sack zu stecken und im Bodensee zu ertränken. Durch glückliche Fügung entging sie den Anschlägen. Am 7. Oktober 1936, dem Rosenkranzfest, wurde die inzwischen abgerissene Lourdesgrotte in Wigratzbad von einem Priester eingeweiht. Es ist dies der Beginn regelmäßiger Sühnenächte. Als eines Tages dort Antonie Rädler den Rosenkranz betete, hörte sie plötzlich ein Rauschen, das immer lauter wurde. Es war wie das Schlagen zahlloser Flügel. Sie sagte: “Ich blickte zur Statue der Jungfrau Maria, sah aber nichts. Dann erklang ein Gesang und wurde immer stärker. Er wurde so intensiv, dass man das Gefühl hatte, es hätten sich unzählige Legionen des Himmels um die Grotte versammelt, um wunderbare Akkorde erklingen zu lassen. Alle diese Stimmen sangen: “Unbefleckt empfangene Mutter vom Sieg, bitte für uns!” Unter diesem Titel wird Maria bis heute in Wigratzbad verehrt.

Ihr damaliger Seelenführer, Pfarrer Feiel, trug ihr auf, von der Muttergottes drei wichtige Gnaden zu erbitten. Es geschehen nach intensivem Gebet dann folgende Dinge, die als Wunder betrachtet wurden:

  1. Der Sohn des Altbürgermeisters von Wangen wurde aus der Gestapohaft entlassen.
  2. Ein Kranker wurde vom Leberkrebs geheilt. Er war bereits im Endstadium.
  3. Ein dem Tode naher wurde durch das Wasser aus der Quelle von Wigratzbad geheilt.
  4. Ein anderer Kranker, der Magenkrebs im Endstadium hatte und nur noch 40 kg wog, wurde ebenfalls geheilt. Seine beiden Töchter und Antonie hatten die ganze Nacht für ihn gebetet. Er lebte daraufhin noch 18 Jahre.

Der Himmel hatte offensichtliche Zeichen gesetzt, die für die Echtheit der Erscheinung sprachen. Die Gebetsstätte bekam immer mehr Zulauf, so dass zunächst 1938 die Gnadenkapelle gebaut wurde. Ihre Entstehung war von Anfang an mit vielen Schwierigkeiten und Widerständen verbunden. Schließlich wurde Antonie Rädler aufgrund falscher Anschuldigungen verhaftet und über vier Monate in Lindau eingesperrt. Sie wurde dann zu einem Jahr Gefängnis verurteilt, konnte sich aber vor Haftantritt zunächst im Bregenzer Wald, dann im elterlichen Haus verstecken. Trotz mehrfacher Hausdurchsuchungen blieb sie unentdeckt. Nach dem 2. Weltkrieg nahm der Zulauf zur Gnadenkapelle immer mehr zu, so dass Bischof Stimpfle schließlich seine Zustimmung zum Bau einer großen Sühnekirche gab, die er selbst am 30. Mai 1976 feierlich eingeweiht hat.

Der Passionistenpater Johannes Schmid, Wallfahrtsleiter und geistlicher Vater Antonies, schrieb 1986, zwei Jahre vor seinem Tod: “Antonie gehorchte von Anfang an den Befehlen der himmlischen Herrscherin und Mutter und zog viele Seelen mit, ohne selbst nachzulassen. So wurde Wigratzbad groß und wird noch viel größer werden, wenn dieser Geist, dieser Gehorsam weiter hochgeschätzt wird. Von diesem Geist des Gehorsams hängt Wigratzbads Zukunft ab. Wer könnte es uns vorwerfen, dass wir sehnsüchtig dafür beten, dass hier eines Tages ein großes Seminar gegründet wird, wo Priester ausgebildet werden, die Jesus im Altarsakrament und Maria ganz hingegeben sind und sich verzehren in unermüdlichem Eifer für die Seelen. Wir sind im letzten Stadium des Kampfes. Er wird riesige Ausmaße annehmen. Es geht um alles oder nichts. Satan weiß, dass er die Schlacht bereits verloren hat.” Pater Johannes hat über Jahre öffentlich über das Kommen des Priesterseminars gepredigt und dafür Spenden gesammelt. Das Ergebnis war der Bau des Pilgerheimes, eigentlich ursprünglich als Priesterseminar gedacht. Dennoch war der Bau providentiell. Denn kurz nach der Fertigstellung ergab sich die Gründung der Petrusbruderschaft und die Notwendigkeit einer Unterkunft für die Priesterkandidaten. So konnten wir dort provisorisch für die ersten 12 Jahre unsere Seminaristen unterbringen, bis schließlich unser jetziges Priesterseminar im Jahr 2000 gebaut und eingeweiht werden konnte. Noch auf dem Sterbebett hatte P. Johannes Schmid gegenüber Bischof Stimpfle (+1992) das Kommen eines internationalen Seminars mit großer Bestimmtheit vorausgesagt.

Wenn Sie, liebe Leser, eines Tages der Weg ins Allgäu und nach Wigratzbad führt, dann sollten Sie neben unserem Priesterseminar auch die Grabkapelle von Antonie Rädler und Pater Johannes Schmid aufsuchen. Übrigens ist Antonie am 9. Dezember 1991 verstorben, am Tag des Festes der Unbefleckten Empfängnis, das in jenem Jahr aufgrund des Sonntags um einen Tag verschoben worden war. Auch ein kleines, aber schönes Zeichen des Himmels …

Beten wir, dass von der Gebetsstätte Wigratzbad und unserem Priesterseminar St. Petrus für die Kirche noch viel Segen und Gnaden ausgehen werden.

P. Bernhard Gerstle FSSP

Neu! – Katechese für Studenten und junge Erwachsene

Katechese für Studenten und junge Erwachsene (16 bis 30 Jahre)
zu verschiedenen Themen des Glaubenswissens, der Spiritualität und katholischen Lebenspraxis

  • Jeden Mittwoch nach der Abendmesse um 18.30 Uhr
  • in der Kirche Maria Hilf, Rolandstr. 59, Köln.
  • Anschließend Möglichkeit des gemütlichen Beisammenseins.

Vorwort zum Rundbrief Februar 2023

Liebe Gläubige,

in der letzten Ausgabe des Kölner Rundbriefs äußerte ich mich gespannt auf die Ergebnisse des „Ad-Limina-Besuchs“ der deutschen Bischöfe in Rom im November letzten Jahres. Im Vorfeld war schon viel Kritik aus Rom an den Frankfurter Synodalbeschlüssen zu hören. Papst Franziskus selbst hatte sich in einem Brief an die deutschen Bischöfe besorgt geäußert. Dennoch haben die Deutlichkeit der Ablehnung und die mahnenden Worte positiv überrascht.  Der Passauer Bischof Stefan Oster resümierte: „Aus meiner Sicht haben die Behördenchefs des Papstes, insbesondere Kardinal Ladaria und Kardinal Quellet (Dikasterium für die Glaubenslehre) und Kardinal Quellet (Dikasterium für die Bischöfe) sehr deutlich gemacht, dass sie einerseits weiterhin mit den Bischöfen in Deutschland, wie auch über die Beschlüsse und Ergebnisse des Synodalen Weges in Deutschland im Gespräch bleiben wollen. Andererseits habe ich an keiner Stelle Zugeständnisse, sondern vielmehr von beiden deutlichen Widerspruch zu den aus meiner Sicht bei uns am intensivsten diskutierten Fragen wahrgenommen, insbesondere zu den Fragen der Anthropologie (Lehre vom Menschen) und den daraus folgenden Fragen der christlichen Morallehre, wie auch zu den Fragen der Ekklesiologie, d.h. hier ganz besonders in den Fragen zur Kirche und damit auch in den Fragen zu den Weiheämtern. Auch in den Fragen der Ökumene haben wir in Rom deutlichen Widerspruch zu jüngeren Vorschlägen aus Deutschland gehört. Zudem seien einige Themen „nicht verhandelbar“.

Umso bedenklicher, wenn auch nicht überraschend waren die Reaktionen einiger Bischöfe, darunter des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Dr. Georg Bätzing und erst recht führender Laienvertreter, wie der Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Frau Irmgard Stetter-Karp. Sie waren sich weitgehend einig in einem trotzigen „jetzt erst recht!“ Es ist offensichtlich, dass es hier nicht mehr um das von Papst Franziskus eingeforderte „aufmerksame Hören auf den Heiligen Geist“ geht, auch nicht mehr um einen Konsens mit der verbindlichen Glaubenslehre der Kirche, sondern um die Durchsetzung von eigenen Wünschen und einem selbstgebastelten Kirchenbild. Viele treu gebliebene Katholiken sind versucht, ihren Frust durch einen Kirchenaustritt zum Ausdruck zu bringen, weil sie dieses System nicht durch ihre Kirchensteuer weiter mitfinanzieren wollen. Dies kann man gut verstehen. Andererseits würde das genau jenen in die Karten spielen, die eine andere Kirche wollen. Einige Vertreter dieser Richtung haben bereits die richtige Konsequenz gezogen und sind gegangen, darunter auch der Generalvikar aus Speyer. Das ist die ehrliche Lösung. Viele einfache Gläubige, die zum großen Teil noch nie oder schon länger nicht mehr ihren Glauben praktizierten, haben sich vor allem unter dem Einfluss einer einseitigen Berichterstattung im Zuge der Missbrauchskrise, ebenfalls von der Kirche abgewendet und sind offiziell ausgetreten. Das tut natürlich weh, denn auch „tote Glieder“ sind selbst bei einer nur äußeren Zugehörigkeit zur Kirche durch Taufe und Firmung, leichter wieder zum Glauben zu erwecken als solche, die durch einen formellen Austritt komplett mit der Kirche gebrochen haben. Jene Amtsträger und Funktionäre hingegen, welche die Lehre der Kirche in Glaube und Moral über Bord geworfen haben und dennoch als Multiplikatoren bleiben und damit weitere Unruhe und Spaltung stiften, verhalten sich heuchlerisch und unglaubwürdig. Sie benutzen die Kirche und ihre Ressourcen, während sie die offizielle Kirche ablehnen und bekämpfen. Im Rahmen unserer Möglichkeiten müssen wir uns dagegen zur Wehr setzen, auch wenn diese eingeschränkt sind und wir uns dabei von den berufenen Hirten oftmals im Stich gelassen fühlen. Aber eine Waffe bleibt uns allen: das Gebet. Unterstützen Sie daher bitte die Gebetsaktion der Petrusbruderschaft für unsere Bischöfe (das Gebet des hl. Petrus Canisius lag dem letzten Informationsblatt bei und kann im Priesterseminar bezogen werden). Mögen die treuen Bischöfe durch unser Gebet bestärkt werden und sich die anderen Bischöfe bekehren oder notfalls die ehrliche Konsequenz ziehen und ihr Amt zur Verfügung stellen.

Es grüßt Sie im Gebet verbunden

Ihr P. Bernhard Gerstle

In memoriam Papst Benedikt XVI.

(1927-2022)


Am 31. Dezember hat Papst Benedikt sein Leben in die Hände Gottes zurück gelegt. Es passt ins Bild, dass seine letzten hörbaren Worte gelautet haben: „Herr, ich liebe Dich!“ Seine erste Papstenzyklika trug den Titel: „Gott ist die Liebe!“ Papst Benedikt war nicht nur ein großer Gelehrter, sondern auch ein zutiefst geistlicher Mensch. In seinen Schriften und Predigten fällt immer wieder der Begriff: „Christus von innen her kennen!“ Dieses „von innen her“ geschieht bei ihm durch inneres Gebet, Betrachtung und geistliche Lesung.

Der unmittelbare Kontakt zu den Menschen fiel ihm schwerer als seinem Vorgänger und seinem Nachfolger. Von Natur aus eher schüchtern, suchte er nicht die große Bühne. Diese vornehme Zurückhaltung machte ihn aber auf der anderen Seite auch sympathisch. Als feinfühliger Mensch litt er unter ungerechten Angriffen. Ganz besonders traf ihn der infame Vorwurf, er habe als Erzbischof von München-Freising bewusst sexuelle Missbrauchstäter geschützt und Taten vertuscht. Das Gegenteil war der Fall. Als Präfekt der Glaubenskongregation hat er dafür gesorgt, dass hunderte Priester und etliche Bischöfe des Amtes enthoben und laisiert wurden. Als Papst hat er eine Null-Toleranz-Politik durchgesetzt und den schlimmen Skandal um den verbrecherischen Gründer der Legionäre Christi, Gabriel Maciel, aufgedeckt. Die kompromisslose Verteidigung der Glaubenswahrheiten musste er mit dem zweifelhaften Ruf, ein „Panzerkardinal“ zu sein, bezahlen. Doch bis auf einige völlig verblendete Theologen, haben selbst sehr erbitterte Gegner seine Brillanz als Theologe anerkannt. So wundert es nicht, dass erste Rufe laut werden, den „Mozart der Theologie“ (Guido Horst in der Tagespost v. 5. Januar) zum Kirchenlehrer zu ernennen. Ich bin überzeugt, dass dies auch eines Tages erfolgen wird.

Die Priesterbruderschaft St. Petrus hat ihm sehr viel zu verdanken. Ohne ihn wäre wohl kaum die Gründung unserer Gemeinschaft in den Wirren um die schismatischen Bischofsweihen von Écône 1988 möglich gewesen. Er war es, der vier unserer Priester, darunter unseren ersten Generaloberen Pater Bisig, wenige Tage später Anfang Juli 1988 empfing und die Gründung einer neuen Gemeinschaft nach Kräften unterstützte. In der aktuellen Februar-Ausgabe des Informationsblattes beschreibt unser Mitgründer und erster Generaloberer Pater Josef Bisig (1988-2000) treffend dessen entscheidende Rolle in den schwierigen Anfangsjahren der Petrusbruderschaft, in denen die zarte Pflanze unserer Gemeinschaft durch Angriffe von innen und außen einige Male zu ersticken drohte. Papst Benedikt XVI. verteidigte schon sehr früh als Professor und Kardinal die Texte des 2. Vatikanischen Konzils gegen eine modernistische Interpretation und Vereinnahmung. Er bestand darauf, dass sie im Lichte der früheren Konzilien und im „Lichte der Tradition“ gelesen und verstanden werden müssen. Dass sich die Extreme wie so oft berühren, sieht man gerade im Verständnis des Konzils. Sowohl die Modernisten, als auch Vertreter der Traditionalisten wie die Piusbruderschaft, sehen im Konzil einen Bruch und lehnen daher entweder die „vorkonziliare“ oder die „nachkonziliare“ Kirche ab. Gegen beide Richtungen wehrte sich in seinen Schriften und Predigten sehr überzeugend der verstorbene Papst. Es war auch sein großes Verdienst, die überlieferte Liturgie aus der Versenkung zu holen und diesen großen Schatz wieder der ganzen Kirche zugänglich zu machen. Erzbischof Gänswein hat inzwischen bestätigt, wie traurig den emeritieren Papst Benedikt das Motu Proprio „Traditionis Custodes“ von Papst Franziskus aus dem Jahr 2021 gemacht hat, als dieser die großzügige Freigabe der überlieferten Liturgie wieder drastisch eingeschränkt hat. Hoffen und beten wir, dass diese Maßnahme durch einen Nachfolger im Sinne von Papst Benedikt XVI. wieder rückgängig gemacht wird (Pater Gerstle).

Vorwort zum Oktober-Rundbrief

Liebe Gläubige,

am 13. August verstarb überraschend unser langjähriger Organist und Kantor, Heinrich Zerwas aus Bergisch Gladbach, im Alter von 86 Jahren. Viele Jahre war der begeisterte Kirchenmusiker in seiner ehemaligen Heimatpfarrei Köln-Dellbrück als Organist aktiv. Dem gregorianischen Choral galt seine besondere Liebe und so engagierte er sich seit etlichen Jahren bis zu seiner Erkrankung Ende letzten Jahres mit Freude und Hingabe bei der außerordentlichen lateinischen Messe in der Kirche Maria Hilf als Organist und Kantor. Nachdem er sich von seiner Krankheit im Frühsommer erholt hatte, kam der Wunsch auf, bald wieder für Aushilfen in Maria Hilf zur Verfügung zu stehen. Noch Ende Juli hat er sich voller Zuversicht bei mir gemeldet und von einem schönen Kurzurlaub mit seiner Frau am Bodensee berichtet, bei dem er unter anderem Seminaristen aus Wigratzbad getroffen hatte. Alle die ihn kannten, werden diesen sympathischen und gläubigen Katholiken in guter und dankbarer Erinnerung behalten. Bringen wir diese Dankbarkeit durch unser Gebet und Gedenken beim heiligen Messopfer zum Ausdruck!

Schon seit Juli sind wir regelmäßig in Aushilfen für den Messort Bonn eingebunden. Engagierte Gläubige haben nach der allgemeinen Freigabe des außerordentlichen lateinischen Ritus unter Papst Benedikt XVI. den Förderverein „Summorum Pontificum e.V.“ gegründet und die regelmäßige Messfeier in der ehemaligen Bundeshauptstadt ermöglicht. In der Regel haben in diesen Jahren Diözesanpriester diese hl. Messen gefeiert. Nun hat die Kölner Bistumsleitung uns ab Oktober die Verantwortung übertragen und gebeten, den Seelsorgsauftrag auf die Bonner Gemeinde auszuweiten. Schwerpunkte unseres liturgischen und seelsorglichen Wirkens sollen demnach neben dem Sitz unserer Niederlassung in Köln, Düsseldorf nun auch Bonn sein, wobei die anderen Messorte erhalten bleiben, insofern dies die personellen Kräfte der Bruderschaft erlauben. Mit diesem erweiterten Seelsorgsauftrag ist künftig ein Gestellungsvertrag verbunden, der uns einen größeren finanziellen Spielraum gibt. Dennoch werden wir auch weiterhin hauptsächlich auf die Spenden unserer Gläubigen angewiesen sein. Wir sind sehr dankbar für das entgegengebrachte Vertrauen und die materielle Unterstützung des Erzbistums Köln und ihres Erzbischofs, Kardinal Woelki. Unsere Dankbarkeit gilt ebenfalls den Priestern, besonders Pfarrvikar Snethlage und Kaplan Figura, die neben ihren liturgischen Verpflichtungen in ihren Pfarreien, vor allem in den letzten beiden Jahren regelmäßig die Sonntagsmessen in Bonn gefeiert und dafür weite Anfahrtswege in Kauf genommen haben. Unser Dank gilt ebenso den Mitgliedern und insbesondere dem Vorstand des Fördervereins „Summorum Pontificum“, durch deren Engagement dieser Messort während des Pontifikats von Papst Benedikt XVI. überhaupt erst möglich geworden ist. Wir werden in den nächsten Wochen in Gesprächen mit dem Vorstand des Fördervereins nach guten gemeinsamen Lösungen suchen, wie wir konkret die Neuregelung durch das Erzbistum umsetzen. Ich sehe darin eine gute Chance, dass die Gläubigen vor allem in seelsorglicher Hinsicht künftig noch mehr davon profitieren werden. Dabei denke ich vor allem an regelmäßige Katechesen und Hausbesuche, gerne auch in Verbindung mit der Spendung der hl. Sakramente. Es mögen sich bitte interessierte Gläubige aus dem Bonner Raum bei uns melden, die an der monatlichen Zusendung unseres Kölner Rundbriefs interessiert sind. Die bisherige Messzeit in der Kirche St. Michael (Bonner Weststadt, Rheinbacher Straße) an Sonn- und kirchlichen Feiertagen um 18 Uhr, mit vorherigem Rosenkranz und Beichtgelegenheit, werden wir zunächst beibehalten, ehe wir auch andere Optionen prüfen.

Wir bitten um Verständnis, dass wir aus Platzgründen ab jetzt im Kölner Rundbrief nur noch die Gottesdienstordnung von Köln detailliert mit dem täglichen liturgischen Kalender aufführen und uns bei den anderen Gottesdienstorten auf die allgemeinen Messzeiten beschränken.

Wir Priester sind angehalten, nicht zu viele Messintentionen im Voraus anzunehmen, damit die hl. Messen einigermaßen zeitnah zelebriert werden (innerhalb einiger Monate). Darum bitte ich Sie, die Priester persönlich anzusprechen und zu fragen, ob und wie viele Messintentionen angenommen werden können (meine persönliche Grundregel lautet maximal 3 hl. Messen pro Besteller und Quartal). Dabei sollten Sie Ihren Namen (möglichst mit Adresse und Telefonnummer für etwaige Rückfragen) mit den einzelnen Intentionen angeben. Das Stipendium pro hl. Messe liegt bei mindestens 5 Euro (möglichst in einem Kuvert persönlich übergeben oder postalisch zusenden). Ich darf erwähnen, dass unsere Priester in der Regel jeden Monat für die lebenden und verstorbenen Freunde und Wohltäter unserer Bruderschaft eine hl. Messe feiern und die Sonntagsmesse normalerweise für die Gemeinde und die dazu gehörenden Gläubigen zelebriert wird.

Es grüßt Sie im Gebet verbunden, auch von meinen Mitbrüdern

Ihr P. Bernhard Gerstle FSSP

Vorwort zum Juli-Runbrief

Liebe Gläubige,

in den Sommermonaten Juli, August und September, werden wir in Köln nun wieder ein einziges Hochamt an Sonn- und Feiertagen feiern und zur früheren Messzeit um 10 Uhr zurückkehren. Diese Regelung gilt vorläufig und wird dann im September auf den Prüfstand gestellt. Sie ist natürlich auch abhängig von der weiteren Corona-Lage, die momentan entspannt ist, so dass die Abstände in der Kirche nicht mehr vorgeschrieben sind. Das kann sich im Herbst aber leider wieder ändern. Die 9-Uhr-Messe erfreute sich durchaus der Beliebtheit. Dennoch gibt es gute Gründe, die beiden hl. Messen an Sonn- und Feiertagen wieder zu einer Messfeier zusammen zu führen. Da wir bekanntermaßen mehrere Messorte an Sonn- und Feiertagen zu betreuen haben und bald noch der Messort Bonn (Kirche St. Michael, Bonn-Endenich, 18 Uhr) auf Wunsch des Erzbistums hinzukommen soll – Einzelheiten sollen demnächst in Gesprächen des Erzbistums, des Fördervereins, der bisher dort zelebrierenden Diözesanpriestern und uns geregelt werden, haben wir uns dazu vorerst entschieden, um nicht beim Ausfall eines Priesters in Verlegenheit zu kommen. Zumal bis Mitte September häufig ein Priester wegen verschiedener Sommerapostolate oder wegen Urlaubs fehlen wird. Auch haben wir so leichter die Möglichkeit bei Bedarf unseren beiden Mitbrüdern in Oberhausen und Recklinghausen auszuhelfen, von denen sonst keiner aufgrund der parallelen Messzeit ausfallen darf. Falls dennoch gelegentlich eine zusätzliche Sonntagsmesse (dann um 8.30 Uhr) stattfinden wird, werden wir das vorher ankündigen. In Düsseldorf haben wir bereits im Juni die beiden Sonntagsmessen wieder auf eine reduziert, mit einer relativ günstigen Messzeit um 10.30 Uhr. Wir spüren dort den Vorteil einer gemeinsamen Sonntagsmesse, die nun wieder gut gefüllt ist, was den feierlichen Rahmen entsprechend hebt und die Zu sammengehörigkeit der Gemeinde stärkt.

Am 11. Juni durften 26 Firmlinge, darunter 7 Erwachsene, durch den Generaloberen, Pater Komorowski, das heilige Sakrament der Firmung in der Kirche Maria Hilf in Köln empfangen. Wir sind sehr dankbar, dass Seine Eminenz, Kardinal Woelki, dafür die Erlaubnis und den Auftrag erteilt hatte. Es war eine eindrucksvolle liturgische Feier, sehr schön musikalisch und gesanglich umrahmt unter der Leitung unseres Organisten und Kantors Stephan Renzl, in gewohnter Professionalität liturgisch vorbereitet von unserem Chefsakristan, Herrn Georg Miebach und seinen Helfern. Anschließend waren alle noch eingeladen zu einem Stehempfang vor der Kirche. Das herrliche Wetter passte zu der frohen Stimmung der Firmlinge und den Gästen. Allen, die zum Gelingen dieser schönen Feier beigetragen haben und hier nicht ausdrücklich erwähnt sind, gilt nochmals mein herzlichster Dank! Möge das Firmsakrament alle unsere Firmlinge mit viel Gnade erfüllen und sie auf ihrem Lebensweg als bleibende Kraft zum Guten und Heiligen stärken.

Der Generalobere hat den Aufenthalt gleichzeitig dazu genutzt, eine kanonische Visitation unserer Niederlassung durchzuführen, die alle fünf Jahre obligatorisch ist. Diese Visitation beinhaltet u.a.  einen Überblick über das Apostolat und die Seelsorge, die einzelnen Messorte, den Zustand und die Ordnung des Hauses, der Sakristei, das Gemeinschaftsleben, die Beziehung zur Diözese und zum Diözesanklerus, sowie die finanzielle Situation der Niederlassung. Zum Abschluss seines mehrtägigen Besuchs feierte er am Sonntag, 12. Juni, das feierliche Hochamt in unserer Gemeinde in Düsseldorf-Volmerswerth, ehe er sich auf den Rückweg ins Generalhaus nach Fribourg machte.

Die Schulferien haben bereits begonnen, wenn Sie diesen Rundbrief erhalten. Viele von Ihnen werden die Gelegenheit nutzen, in den Urlaub zu fahren. Ich wünsche allen eine sichere Reise, eine gute Erholung und glückliche Heimkehr. Beten wir weiter verstärkt um den Frieden in der Welt, um ein Ende des Blutvergießens vor allem in der Ukraine, aber auch in anderen Regionen der Welt. Ohne eine Rückbesinnung auf Gott und seine Gebote wird die Welt nicht zur Ruhe kommen und sich die Lage eher noch verschlimmern.

Es grüßt Sie und Ihre Familien, auch von meinen Mitbrüdern, in dankbarer Verbundenheit

Ihr P. Bernhard Gerstle FSSP

Vorwort zum Mai-Rundbrief

Liebe Gläubige,

es freut mich sehr, dass der Erzbischof von Köln unseren Generaloberen, Pater Komorowski, mit der Firmung im außerordentlichen lateinischen Ritus beauftragt hat. Die Firmung wird am Samstag, den 11. Juni, in der Kirche Maria Hilf im Rahmen eines levitierten Hochamtes zum Abschluss der Pfingstoktav gespendet. Es werden über 20 Firmlinge das hl. Sakrament empfangen, einige davon auch aus den benachbarten Bistümern Essen und Münster. Unter den Firmkandidaten sind auch mehrere Erwachsene, welche in den letzten Jahren neu oder tiefer zum Glauben und zur Glaubenspraxis gefunden haben. Die relativ hohe Anzahl von Konvertiten und Neubekehrten nicht nur in unserer Kölner Gemeinde, sondern in etlichen Niederlassungen, die wir im deutschsprachigen Raum betreuen, ist ein Hinweis auf die große Anziehungskraft, welche die überlieferte Liturgie und die unverfälschte Weitergabe des Glaubens gerade auf junge Menschen ausübt. Diese Erfahrung widerspricht dem Klischee, das gerade in modernen Kreisen immer wieder gepflegt wird, als ob die Tradition der Kirche keine Zukunft hätte und die Kirche nur dann überleben könnte, wenn sie sich der „heutigen Lebenswirklichkeit“ anpasst. Wie töricht ist eine solche Haltung, zumal sie im Gegensatz steht zur Botschaft des Evangeliums und zum Grundverständnis der Kirche. Denn während sich viele Kirchen leeren und vor allem Kinder und Jugendliche weitgehend der heiligen Messe fernbleiben, haben gerade jene Gemeinden Zulauf, in denen die Glaubenswahrheiten ohne Abstriche verkündet werden – und zwar unabhängig vom Ritus. Dies ist besonders in der Stadt Köln zu sehen, in der es noch etliche Pfarrgemeinden gibt, die sich durch entsprechende Glaubenstreue und eine würdige Liturgie auszeichnen. Das Anliegen von Papst Benedikt XVI. bestand vor allem darin, durch eine Vertiefung des Glaubens und einer spirituellen Erneuerung eine organische liturgische Bewegung zu fördern, welche von einer wachsenden Wertschätzung der überlieferten Liturgie geprägt ist. Das verstand er unter dem Begriff „Reform der Reform“. Ich habe die Hoffnung, dass der Rückschlag durch „Traditionis Custodes“ nur ein kurzes Intermezzo ist und dieses wichtige Anliegen des emeritierten Papstes spätestens ein Nachfolger im Petrusamt wieder aufgreift und weiterführt. Besonders im jungen Klerus spürt man viel Sympathie dafür, so dass es wohl kaum auf Dauer unterdrückt werden kann.

In der Osteroktav durften wir den emeritierten Weihbischof Dr. Klaus Dick in unserem Haus in Köln-Lindenthal be­-grüßen. Weihbischof Dick ist unserer Petrusbruderschaft freundschaftlich verbunden und hat auch schon einmal die heiligen Weihen für uns gespendet. Vielen Gläubigen, auch aus unseren Reihen, steht dieser glaubenstreue und vorbildliche Priester und Bischof bis heute trotz seines hohen Alters von 94 Jahren immer noch als Seelsorger und Beichtvater zur Verfügung. Die beiden Stunden gemütlichen Beisammenseins bei Kaffee und Kuchen gingen wie im Flug vorüber, zumal Seine Exzellenz etliche interessante und humorvolle Erinnerungen und Anekdoten aus seinem langjährigen Priester- und Bischofsleben erzählte. Es ist schön zu erleben, wie Weihbischof Dick immer noch eine jung gebliebene Freude und einen schlagfertigen Humor ausstrahlt. Für solche Priestergestalten kann man nur dankbar sein!

Auch im Namen meiner Mitbrüder wünsche ich Ihnen allen eine frohe und gesegnete Osterzeit

Ihr P. Bernhard Gerstle

Jubiläum in Frielingsdorf

Herzliche Einladung anlässlich des Jubiläums

10 Jahre Hl. Messe im a.o. Ritus in St. Apollinaris, Frielingsdorf

am Sonntag, den 15. Mai 2022


  • 14:30 Uhr
    • Aussetzung des Allerheiligsten
    • Marienandacht
    • Barmherzigkeitsrosenkranz
    • stille Anbetung
    • Sakramentaler Segen

  • 15:30 Uhr
    • Geistlicher Vortrag (15-20 Minuten)
    • Referent: Pater Fuisting

  • 16:00 Uhr
    • Gedankenaustausch im Jugendheim bei Kaffee und Kuchen

  • 17:00 Uhr
    • Rosenkranz

  • 17:30 Uhr
    • hl. Messe
    • Zelebrant: Prälat Scherer

Die Liturgie der Kar- und Osterwoche (Übersicht)

Köln, Kirche Maria Hilf

  • Gründonnerstag:
    • 19.00 Uhr Abendmahlsamt (levitiert)
      anschließend Ölbergstunde bis 22.00 Uhr
      (mit Beichtgelegenheit)
  • Karfreitag:
    • 14.15 Uhr Kreuzweg (Beichtgelegenheit ab 14.00 Uhr)
    • 15.00 Uhr Karfreitagsliturgie
  • Karsamstag:
    • ab 21.00 Uhr Osternachtsfeier
  • Ostersonntag:
    • 9.00 Uhr stille hl. Messe (ohne Predigt)
    • 10.30 Uhr levitiertes Hochamt
  • Ostermontag:
    • 9.00 Uhr hl. Amt
    • 10.30 Uhr Hochamt

Düsseldorf, Kirche St. Dionysisus (Volmerswerth)

  • Gründonnerstag:
    • 19.00 Uhr Abendmahlsamt,
      anschl. Ölbergstunde bis 22.00 Uhr (mit Beichtgelegenheit)
  • Karfreitag:
    • 14.15 Uhr Kreuzweg (ab 14.00 Uhr Beichtgelegenheit)
    • 15.00 Uhr Karfreitagsliturgie
  • Karsamstag: entfällt (Osternacht in Köln)
  • Ostersonntag:
    • 8.15 Uhr Hochamt (in Düsseldorf – Flehe)
  • Ostermontag:
    • 9.30 Uhr und 11.00 Uhr Hochamt (Volmerswerth)

 

Vorwort zum April-Rundbrief

Liebe Gläubige,

was niemand für möglich gehalten hat, ist eingetroffen. Nachdem die Ausführungsbestimmungen zum Motu Proprio „Traditionis Custodes“ mit Gutheißung des Papstes vom Präfekten der Gottesdienstkongregation, Erzbischof Arthur Roche, am 4. Dezember letzten Jahres auf drastische Einschränkungen hinausliefen, waren wir alle besorgt, was das nun für unsere Priester, unsere Apostolate und Messorte bedeutet. In dieser Not hat die Petrusbruderschaft mit ihren Gläubigen am 2. Februar eine neuntägige Andacht gestartet und sich am 11. Februar, dem Fest der Erscheinung unserer Lieben Frau von Lourdes dem Unbefleckten Herzen Mariens geweiht. Und unser Vertrauen wurde nicht enttäuscht! Die Petrusbruderschaft hat vom Heiligen Vater ausgerechnet am 11. Februar in einem schriftlichen Dekret die Zusicherung erhalten, weiterhin uneingeschränkt die hl. Messe und die hl. Sakramente in der überlieferten Form von 1962 feiern zu dürfen, so wie dies in ihren von Rom anerkannten Statuten festgeschrieben ist, ungeachtet des päpstlichen Motu Proprio „Traditionis Custodes“. Damit ist klar, dass zumindest für unsere Gemeinschaft die darüber noch hinausgehenden Einschränkungen, wie sie Erzbischof Roche verfügt hat, nicht gelten.

© Priesterbruderschaft St. Petrus

Was ist geschehen? Wie viele bereits in der Presse erfahren haben, waren zwei führende Mitglieder der Petrusbruderschaft, P. Vincent Ribeton (Regens des Priesterseminars in Wigratzbad) und
P. Benoit Paul-Joseph (französischer
Distriktsoberer) am 4. Februar zu einer Privataudienz des Heiligen Vaters in Rom. Sie hatten sich in einem mit dem Generaloberen abgestimmten Brief an Papst Franziskus gewandt und darin ihre tiefe Sorge um die Zukunft der Petrusbruderschaft und des überlieferten Ritus zum Ausdruck gebracht. In Frankreich mussten wir nämlich in den letzten Monaten aufgrund von „Traditionis Custodes“ bereits einige Apostolate schließen. Und weitere Bischöfe waren unschlüssig, wie sie sich angesichts der Anweisungen aus Rom weiter zu verhalten haben. Papst Franziskus hat jedenfalls diesen Brief offenbar sehr positiv aufgenommen und kurzfristig die Audienz ermöglicht. Fast eine Stunde hat er sich für dieses Gespräch Zeit genommen, was außergewöhnlich ist. In dem Kommuniqué des Generalhauses, das am 21. Februar veröffentlicht worden ist, heißt es:

„Das Gespräch fand in einer guten und herzlichen Atmosphäre statt. Bei der Schilderung der Entstehungsgeschichte der Bruderschaft im Jahr 1988 zeigte sich der Papst beeindruckt vom mutigen Schritt der Gründer, von ihrem Vertrauen in die Kirche und ihrer Treue zum Römischen Pontifex. Er betonte, dass diese Gesinnung „bewahrt, geschützt und ermutigt“ werden müsse.

Im Verlauf des Gesprächs war es dem Papst ein Anliegen, klarzustellen, dass Institute wie die Priesterbruderschaft St. Petrus nicht von den allgemeinen Bestimmungen des Motu Proprio „Traditionis Custodes“ betroffen sind, da der Gebrauch der alten liturgischen Bücher an ihrem Ursprung stand und in ihren Konstitutionen verankert ist.

In den Tagen nach der Audienz bekräftigte dies der Heilige Vater in einem eigenhändig unterzeichneten Schreiben, datiert auf den 11. Februar, jenem Tag, an dem sich die Petrusbruderschaft feierlich dem Unbefleckten Herzen Mariens geweiht hat. Das Dekret bestätigt den Mitgliedern der Bruderschaft das Recht, die liturgischen Bücher zu verwenden, die 1962 in Kraft waren, namentlich: Missale, Rituale, Pontifikale und Brevier.“

Dies ist ein Anlass zu großer Dankbarkeit und Freude, wenn auch wiederum nicht zu ungeteiltem Jubel. Denn die drastischen Einschränkungen gelten weiterhin für zahlreiche Priester in Diözesen und Ordensgemeinschaften, die mit Berufung auf das Motu Proprio „Summorum Pontificum“ von Papst Benedikt XVI.  seit 2007 gelegentlich oder regelmäßig die überlieferte lateinische Messe gefeiert haben. Und niemand kann voraussagen, ob der Papst, beeinflusst von persönlichen Beratern und Mitarbeitern, nicht eines Tages von den gegebenen Zusagen wieder abrückt. Doch für den Moment dürfen wir aufatmen. Es hat sich erneut gezeigt, wie wichtig es ist, ruhig und besonnen zu bleiben und nicht in polemische Kritik gegen Papst und Kirche zu fallen, wie dies leider bei manchen traditionellen Katholiken und einzelnen Priestern öfters zu beklagen ist. Diese kirchliche Haltung, die in unserer Gemeinschaft seit ihrer Gründung 1988 gelebt wird, ist wohl ein wichtiger Grund dafür, dass wir nicht nur in Rom, sondern auch in den allermeisten Diözesen, in denen wir tätig sind, mittlerweile eine gewisse Wertschätzung erworben haben, obwohl wir nicht im allgemeinen Trend liegen, der geprägt ist von einer modernen Theologie und einer Aufweichung wichtiger Glaubenswahrheiten. In Krisenzeiten kühlen Kopf zu bewahren und nicht Panik zu machen, ist wichtiger denn je. An dieser Stelle sei allen dafür gedankt, welche die Petrusbruderschaft in ihrer Linie unterstützen und durch ihr Gebet begleiten.

Unser Gebet gilt nicht nur den Anliegen der Kirche und der Petrusbruderschaft, sondern auch dem Frieden in der Welt. Der vom russischen Präsidenten Putin ausgelöste Krieg gegen die Ukraine nimmt immer brutalere Formen an und macht vor nichts mehr Halt. Selbst ein dritter Weltkrieg, der die Gefahr eines Atomkrieges mit sich bringt, ist nicht mehr ausgeschlossen. Zahlreiche Soldaten und Zivilisten sind schon gestorben, Millionen auf der Flucht. In dieser dramatischen Lage haben sich die mit Rom unierten Ukrainischen Bischöfe mit der Bitte an Papst Franziskus gewandt, Russland und die Ukraine dem Unbefleckten Herzen Mariens zu weihen. Der Heilige Vater hat dieser Bitte entsprochen und wird am Fest Maria Verkündigung, am 25. März (nach unserem Redaktionsschluss) diese Weihe vollziehen. Wir werden uns dieser Weihe auch im Anschluss an die Heilige Messe anschließen. In Fatima hat Maria um diese Weihe gebeten, die 1984 Papst Johannes Paul II. vollzogen hat. Es ist das Gebot der Stunde, diese Weihe nun zu erneuern. Sie wird nach den Worten der Gottesmutter die Bekehrung Russlands bewirken. Leben wir die Botschaft von Fatima und beten wir täglich den hl. Rosenkranz um den Frieden in der Welt und für das Heil der Seelen!

Ihnen allen eine gnadenreiche Passionszeit und frohe, gesegnete Ostern wünschend

Ihr P. Bernhard Gerstle FSSP

Vorwort zum März-Rundbrief

Liebe Gläubige,

während die Beschlüsse auf der Synodenversammlung der „deutschen Katholiken“ in Frankfurt von  den meisten Medien und Kirchenfunktionären bejubelt werden, stellen sich in unseren Kreisen immer mehr Katholiken die Frage: „Ist das noch katholisch?“ Oder sind wir bereits in einer „zweiten Reformation“ angekommen? Diese Fragen sind berechtigt. Jeder kann die Beschlüsse in den verschiedenen Medien im Einzelnen nachlesen und eingehend studieren. Um die Widersprüche zur verbindlichen Lehre der Kirche in mehreren Punkten zu erkennen, braucht es kein Theologiestudium. Dafür genügt ein durchschnittliches Katechismuswissen. Das Erschütternde bei dem Ganzen ist, dass eine Mehrheit der deutschen Bischöfe hinter den Beschlüssen steht. Dabei hat jeder Bischof bei seiner Weihe vor Gott den Treueid abgelegt, nämlich den Glauben der Kirche unversehrt und unverfälscht zu bewahren. Bischöfe, die hingegen Zeugnis ablegen für den wahren Glauben, geraten zunehmend unter Beschuss und Rechtfertigungszwang. Verkehrte Welt. Es braucht nicht viel Fantasie, um zu sehen, wo dieser Weg endet. Im Moment haben jene, die an einer neuen Kirche basteln, welche „die Lehre der Kirche verändern“ wollen (Originalton von Bischof Bätzing am 30. Januar in einer Talkshow im ARD bei Anne Will), wenig zu fürchten. Rom ist zwar nicht mehr „so weit weg“ wie noch bei der Glaubensspaltung im 16. Jahrhundert, aber von dort ist zur Zeit nicht viel zu fürchten. Die Schwäche des augenblicklichen Pontifikats wird gnadenlos ausgenutzt, um im Eiltempo vollendete Tatsachen zu schaffen.

Und gleichzeitig wird der emeritierte Papst einer Diffamierungs- und Verleumdungskampagne unterzogen, die an Gemeinheit seinesgleichen sucht. Die Taktik ist klar: mit der Person von Papst Benedikt XVI. soll gleichzeitig seine theologische Ausrichtung diskreditiert werden. In dieser Schmutzkampagne tut sich ganz besonders der Münsteraner Kirchenrechtler Prof. Schüller hervor, der mit Blick auf einen redaktionellen Irrtum des 95-jährigen Ratzinger von einem „Lügengebäude“ spricht, das durch das umstrittene Münchner Gutachten der Kanzlei Wastl zusammengebrochen sei. Schlimmer gehts nimmer. Man muss konstatieren, dass wir spätestens mit der dritten Synodalversammlung in Frankfurt in verschiedener Hinsicht auf einem Tiefpunkt in der Geschichte des deutschen Katholizismus angekommen sind.

Selbst Martin Luther, der immerhin noch die Texte der Heiligen Schrift ernst genommen hat, stand dem christlichen Glauben näher als viele Synodalen. So war von einem „Lehramt der Betroffenen“ die Rede und von der „Lebenswirklichkeit“ als einer „Offenbarungsquelle“, die Vorrang vor der Schrift und Tradition haben soll. Solche Thesen, die viel Zustimmung erfahren haben, dokumentieren den Bruch mit christlichem Grundverständnis und erst recht mit der katholischen Lehre. In der „Tagespost“ vom 10. Februar schreibt Pfarrer Dr. Guido Rodheudt (Herzogenrath) in seinem Artikel „Farbenblind“ u.a.: „Lebenswirklichkeit“, als der in der Synodenhalle stets gerne verwandte Ersatzbegriff für den noch in der theologischen Geschäftsgrundlage des Orientierungstextes benutzten Konzilsterminus „Zeichen der Zeit“, wird damit zum entscheidenden Maßstab, an dem sich die Lehre zu orientieren hat. Die Synodalen sind der Auffassung, dass sich am Ende das, was eine Zeit hervorbringt, sich mit dem, was die Offenbarung zeigt, so verbindet, dass darin die Orientierung für die Menschheit liegt. Der langsame Abschied von der Vorstellung einer wahrheitsfähigen Erkenntnis, die unabhängig vom epochalen Wandel funktioniert, ist damit nun quasikirchenamtlich vollendet. Die Ungeschichtlichkeit der Wahrheit ist in Frankfurt per Knopfdruck abgewählt worden. Und in deren Folge auch eine heteronome Vorstellung von Moral, in der sich das Leben nach einer objektiven Ordnung zu richten hat, wenn es gut sein will. Die Anpassung der Sexualmoral an die Gegenwartsverhältnisse muss deswegen nicht wundern …“

Die Tagespost-Redakteurin Regina Einig kommentiert in derselben Ausgabe unter dem Titel: „Die deutsche Reformation 2.0“: „Durchgesetzt hat sich eine Akzeptanztheologie, die der säkularen Gesellschaft keine Angriffsfläche mehr bieten will. Mit dem Salz der Erde, das im Evangelium beschrieben wird, hat das nichts mehr zu tun. Luther wäre schockiert über die Relativierung der Schrift. Denn die Mehrheit favorisiert einen neuen Offenbarungsbegriff, der mit der Schöpfungsordnung bricht und Platz bietet für die Götzen der Gegenwart: von Gender und Gleichstellungspolitik über die Los-von-Rom-Theologie bis zur LGBTQ-Bewegung. Unklar bleibt, welchen theologischen Ort die Tradition im neuen Heilsplan noch haben soll, dessen Erkenntnismerkmale die Karikatur der Sakramente und die fehlende Hoffnung auf Erlösung sind …“

Liebe Leser, wir haben das Glück, hier in Köln noch einen Bischof und eine Bistumsleitung zu haben, die unser Vertrauen verdient und auf dem Boden der katholischen Lehre steht. Die Betonung liegt auf „noch“. Denn auch hier wird schon seit Monaten an den entsprechenden Stühlen gesägt. Wir können nur darum beten, dass Kardinal Woelki und seine treuen Mitarbeiter angesichts des medialen Trommelfeuers nicht resignieren und damit ein Kurswechsel erfolgt, der ganz auf Linie derer liegt, die an einer neuen, anderen Kirche basteln, wie sie in Frankfurt Gestalt angenommen hat. Die Hoffnung, dass Rom eingreift und dem „deutschen Spektakel“ ein Ende bereitet, ist leider gering. Da werden Parallelen zur Reformation im 16. Jahrhundert sichtbar. Auch damals hat man in Rom den Ernst der Lage nicht erkannt, sodass der hl. Petrus Canisius (1521-1597) in einem Brief aus dem Jahre 1567 an den Bischof von Würzburg konstatierte: „Petrus schläft und Judas wacht …“

Ich möchte Ihnen mit dieser Analyse nicht den Mut nehmen. Wir wissen, dass Christus seine Kirche nicht verlässt und die Pforten der Hölle sie nicht überwältigen werden (vgl. Mt. 16,18). Aber wir müssen uns auf weitere schwere Jahre einstellen. Nach dem Zwischenhoch unter den Pontifikaten von Papst Johannes Paul II. (1978-2005) und von Papst Benedikt XVI. (2005-2013) geht der Leidensweg glaubenstreuer Katholiken mit neuer Härte weiter. Die Priesterbruderschaft St. Petrus hat sich am 11. Februar, dem Tag der ersten Erscheinung Mariens 1858 in Lourdes, der hl. Gottesmutter geweiht. Viele Gläubige haben sich dieser Weihe angeschlossen. Auf ihrer Fürsprache ruhen unsere Hoffnungen. Bis sich ihre Verheißung erfüllt: „Am Ende wird mein Unbeflecktes Herz triumphieren“, gilt es das Kreuz mit dem Herrn zu tragen, für Seine Kirche und in Seiner Kirche! Von ihr sich zu verabschieden ist jedenfalls keine Alternative. Das sollen wir jenen überlassen, die eine „neue Kirche“ wollen.

Es grüßt Sie im Gebet verbunden
Ihr P. Bernhard Gerstle FSSP


Foto: Kardinal Ratzinger während des Besuchs im Priesterseminar Wigratzbad, Ostern 1990

Vorwort zum Februar-Rundbrief

Liebe Gläubige,

kurz vor Weihnachten bescherte uns der Präfekt der Gottesdienstkongregation, Erzbischof Roche, offenbar mit dem Segen des Papstes, ein „Weihnachtsgeschenk“ der besonderen Art, indem er weitere Einschränkungen hinsichtlich des überlieferten Messritus verfügte und die Spendung der hl. Sakramente nach dem alten Ritus in Frage stellte. Wir gehen wohl derzeit davon aus, dass dies unsere Gemeinschaft nicht betrifft, da unsere von Rom anerkannten Statuten die Feier der überlieferten Liturgie einschließlich der hl. Sakramente vorsehen und diese nach wie vor gültig sind. In dieser prekären Situation gilt es einerseits die Ruhe zu bewahren, andererseits aber auch die Sorgen ernst zu nehmen, welche Priester und Gläubige verunsichern. Auch wenn wir seit unserer Gründung im Jahre 1988 eine Krise im Jahr 2000 bestehen mussten, als eine Gruppe von französischen Priestern gegen die Leitung der Petrusbruderschaft intrigierte und den Biritualismus in unsere Gemeinschaft tragen wollte, was die Gefahr einer Spaltung mit sich gebracht hätte, so schwommen wir doch insgesamt auf einer Erfolgswelle. Wir sind innerhalb von 30 Jahren von damals 11 auf jetzt über 300 Priester angewachsen, mit einem Durchschnittsalter von aktuell etwa 40 Jahren. Viele Apostolate konnten wir eröffnen und sind inzwischen mit Ausnahme von Asien auf allen Kontinenten präsent.

Unsere beiden Seminare in Denton/USA und Wigratzbad im Allgäu sind mit insgesamt fast 180 Seminaristen gut belegt. Wenn Vieles gut läuft, dann kann das auch sehr leicht zu einer Haltung der Selbstverständlichkeit auf Kosten der Dankbarkeit und Demut führen, die nicht gut tut. Wir sehen auf der einen Seite viel Niedergang in unserer Kirche und im Zuge der Missbrauchskrise einen enormen Verlust an Vertrauen, auf der anderen Seite scheinen wir von dieser Krise kaum berührt zu sein. Insofern ist so ein „Dämpfer aus Rom“ nicht nur negativ zu sehen. Auch wir müssen uns deshalb immer wieder kritisch fragen, ob sich Haltungen einschleichen, die einer Korrektur bedürfen. Ich meine hier nicht nur unqualifizierte und primitive Wortmeldungen im Internet aus Kreisen, die sich zwar für die überlieferte Liturgie einsetzen, aber mit einer Polemik und manchmal auch mit einer Gehässigkeit gegenüber Andersdenkenden, für die man sich schämen muss. Sie sind ganz gewiss nicht repräsentativ für die Einstellung der überwältigenden Mehrheit unserer Gläubigen. Es kann sich aber ebenso angesichts von kirchlichen Mißständen bei uns leicht eine Überheblichkeit einschleichen, die sich durch unnötiges und zuweilen auch selbstgerechtes Urteilen und Verurteilen offenbart.

Anlässe zur Klage und zur Anklage bieten sich genug. Doch dabei übersieht man leicht, dass jeder von uns ein Glied der Kirche ist und wir uns kritisch fragen müssen, was wir persönlich zu einer kirchlichen Erneuerung beitragen. Mutter Teresa wurde einmal von einem Journalisten gefragt, was sich in der Kirche ändern muss. Sie gab zur Antwort: „Du und ich!“ Kirchliche Erneuerung fängt immer bei jedem Einzelnen an, weil wir eben auch keine Heiligen sind. Doch diese Einsicht fällt bei den lautstarken Kirchenkritikern mehr oder weniger unter den Tisch. Konstruktive Kritik, verbunden mit Kirchen- und Glaubenstreue ist hingegen immer hilfreich. Diese Haltung vermisst man aber leider allzu oft. Das erleben wir aktuell ganz konkret in der Erzdiözese Köln, wo Kardinal Woelki und die Bistumsleitung unter heftigem Beschuss stehen. Viele waren mit Recht erschüttert und empört, als sich bei einem adventlichen Bußgottesdienst im Kölner Dom, der gegenwärtige Stellvertreter von Kardinal Woelki, Weihbischof Steinhäuser, als „Chef einer Täterorganisation“ bezeichnet hat. Für uns ist diese vom Missbrauch beschmutzte Kirche immer noch die Kirche Jesu Christi und keine „Verbrecher­organisation“. Eine solch verächtliche Bezeichnung wird auch nicht den vielen treuen Priestern und kirchlichen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen gerecht. Nicht nur die Petrusbruderschaft hat Kardinal Woelki und der Bistumsleitung sehr viel Gutes zu verdanken.  Auch wenn einzelne Fehler unterlaufen sein sollten, so ist doch offensichtlich, dass die Gegner des Kardinals und seiner Mitarbeiter diese Fehler zum willkommenen Anlass nehmen, um kirchenpolitisch ihre eigene Agenda durchzusetzen. Mit Blick auf die Auseinandersetzungen bezüglich des Synodalen Weges, bei denen sich Kardinal Woelki klar positioniert hat, ist ebenfalls deutlich, dass es da nicht nur um theologische Feinjustierungen geht, sondern um Essentials des katholischen Glaubens. Da steht die Existenz der Kirche als Ganzes auf dem Spiel!

Das Positive an der gegenwärtigen Verunsicherung, sehe ich in der Dankbarkeit zahlreicher Gläubigen für den Schatz der überlieferten Liturgie, den Viele neu entdeckt haben. Sie haben dadurch zu einem tieferen Verständnis des heiligen Messopfers gefunden und wurden in ihrem geistlichen Leben gestärkt. Über den Besuch der hl. Messe haben gleichzeitig zahlreiche Gläubige in der Petrusbruderschaft ihre geistliche Heimat gefunden. Nun ist die Sorge groß, dies alles wieder zu verlieren. Im Unterschied zu Frankreich, wo wir einzelne Apostolate aufgrund des Motu Proprio „Traditiones Custodes“ verloren haben, mussten wir im deutschsprachigen Distrikt bisher Gott sei Dank keine Verluste hinnehmen. Dies ist zum einen dem Wohlwollen und der Fairness der jeweiligen Bistums­leitungen zu verdanken, zum anderen weil unsere Priester stets eine kirchliche Haltung vermittelt und auf gute Beziehungen zu ihrer jeweiligen Bistumsleitung und den zuständigen Pfarreien geachtet haben.  Die großzügige Erlaubnis zur Feier der überlieferten Liturgie durch Papst Benedikt XVI. hat jedenfalls sehr viel zur innerkirchlichen Versöhnung hierzulande beigetragen. Warum dies nun durch Maßnahmen seines Nachfolgers im Petrusamt in Frage gestellt wird, ist schwerlich nachzuvollziehen. Es ist ganz klar, dass wir die Autorität von Papst Franziskus anerkennen. Es gilt, ihn davon zu überzeugen, dass die Präsenz des überlieferten Ritus nicht spaltet, sondern bereichert. Dass viele guten Früchte daraus hervor gegangen sind, sowohl für die Familien als auch für die Kirche durch gute Priesterberufungen. Wir sind zwar eine kleine Minderheit, aber auch Minderheiten sollten ein Existenzrecht in der Kirche haben. Alles andere würde das Gerede von einer „geschwisterlichen Kirche“ ad absurdum führen. Darum appellieren wir an die Hirtensorge des Heiligen Vaters, zumal ihm die Seelsorge wirklich sehr am Herzen liegt. Deshalb hat unser Generaloberer verfügt, dass unsere Priester jeden zweiten Sonntag im Monat die hl. Messe in dem Anliegen um den Erhalt des überlieferten Ritus feiern, während die Gläubigen aufgerufen sind, täglich in diesem Sinne den Rosenkranz zu beten. Seien wir überzeugt, dass der Himmel unser demütiges Bitten und Beten erhören wird. Gott kann alles Übel zum Guten wenden. Wir dürfen in Köln die Heilige Messe in einer Maria-Hilf-Kirche feiern. Sie ist eine mächtige Fürsprecherin am Throne Gottes. Und sie hat in Fatima die Verheißung gegeben: „Am Ende wird mein Unbeflecktes Herz triumphieren!“ Darauf vertrauen wir in all unseren Sorgen und Nöten!

Es grüßt Sie im Gebet verbunden
Ihr P. Bernhard Gerstle

Vorwort zum November-Rundbrief

Liebe Gläubige,

der November gehört sicherlich nicht zu jenen Monaten, auf die man sich im Laufe des Jahres besonders freut. Häufig legt sich der Nebel über das Land, die Blätter fallen von den Bäumen, viele Tiere bereiten sich ähnlich der Natur auf den Winterschlaf vor. Unwillkürlich werden dabei auch wir an die Vergänglichkeit unseres Lebens erinnert. Liturgisch hebt sich dabei das Fest Allerseelen hervor. An diesem Tag darf der Priester ausnahmsweise dreimal das hl. Messopfer feiern. Es ist ein Tag, an dem besonders viele Gnaden (z. B. der Allerseelenablass) den Armen Seelen am Ort der Reinigung, volkstümlich „Fegefeuer“ genannt, zukommen. Für die Verstorbenen zu beten, ist eine Pflicht der christlichen Nächstenliebe. Wir können dazu beitragen, das Leid derer zu mildern und abzukürzen, die noch Sündenstrafen abzubüßen haben. Denn nichts Unreines kann in den Himmel eingehen. Es ist deshalb davon auszugehen, dass die meisten Menschen, die in der heiligmachenden Gnade Gottes sterben, zuerst durch diese Läuterung gehen müssen, ehe sie in die himmlische Herrlichkeit eingehen. Die wirksamste Hilfe kommt den Seelen im Fegefeuer durch das Heilige Messopfer zugute.

In jeder Heiligen Messe wird ausdrücklich im eucharistischen Hochgebet nach der Wandlung der Verstorbenen gedacht: „Herr, gedenke auch Deiner Diener und Dienerinnen (hier gedenkt der Priester mental oder labial jener, für welche die hl. Messe gefeiert wird, er kann aber auch weitere Verstorbene einschließen, ebenso die Gläubigen), die uns mit dem Zeichen des Glaubens vorangegangen und im Frieden entschlafen sind (hier hält der Priester kurz inne). Wir flehen Dich an, Herr: gewähre ihnen und allen, die in Christus ruhen, in Deiner Milde den Ort der Erquickung, des Lichtes und des Friedens. Durch Christus, unseren Herrn. Amen.“

Wir dürfen darauf vertrauen, dass auch jenen Verstorbenen die Früchte der Heiligen Messe zugute kommen, deren niemand ausdrücklich gedenkt. Ebenso bin ich überzeugt, dass auch in der Gnade Gottes heimgegangene Nichtkatholiken und sogar Nichtchristen im weiteren Sinn Anteil an den Gebeten der Kirche haben. Es ist aber ebenfalls einleuchtend, dass jene, die zu Lebzeiten eifrig die hl. Messe besucht und am Leben der Kirche teilgenommen haben, in besonderer Weise Hilfe im Jenseits erfahren, vor allem dann, wenn sie selbst häufig für die Verstorbenen gebetet und gute Werke verrichtet haben. Wäre es nicht ein guter Vorsatz, z. B. im November wenigstens eine Werktagsmesse pro Woche zu besuchen und dieses Opfer den Armen Seelen zu schenken? Umso schöner wäre es, wenn diese fromme Übung, die über die Sonntagspflicht hinausgeht, zu einer beständigen geistlichen Übung wird. Freilich ist mir bewusst, dass dies für etliche Gläubige aufgrund der langen und umständlichen Anfahrt schwerlich möglich ist. Aber für jene, für die das nicht gilt, darf Bequemlichkeit nie ein Grund sein, sich auf das Minimum zu beschränken, vor allem dann, wenn man den Wert des hl. Messopfers und auch der überlieferten hl. Liturgie erkannt hat.

Ich möchte bei dieser Gelegenheit nochmals darauf hinweisen, dass wir Priester vor jeder Hl. Messe für die Spendung des Bußsakramentes zur Verfügung stehen (hier gibt es Gott sei Dank in der Stadt Köln in mehreren Kirchen ein reiches Angebot). Vor den Abendmessen wird jeweils der Rosenkranz gebetet, am Samstagfrüh können Sie sich mindestens eine halbe Stunde vorher in stillem Gebet auf die hl. Messe vorbereiten.

Für die Düsseldorfer Gemeinde haben wir das liturgische Angebot mit Zustimmung von Herrn Pfarrer Virnich, dem ich dafür herzlich danke, um eine zusätzliche Werktagsmesse am Donnerstagabend in St. Dionysius erweitern können. Für die Sonn- und Feiertage haben wir ab November nun auch günstigere Messzeiten in St. Dionysius, nämlich um 9.30 Uhr und 11 Uhr, anstatt wie bisher um 10.30 Uhr und 11.45 Uhr. Das gilt bereits ab dem Fest Allerheiligen. Ebenso wird am Montag, 2. November, dem Fest Allerseelen, eine Abendmesse stattfinden.

Mit großer Erleichterung haben Sie wohl ebenso wie ich die Entscheidung von Papst Franziskus zur Kenntnis genommen, dass Kardinal Woelki in seinem Amt als Erzbischof von Köln bestätigt worden ist. Auch wenn Fehler vor allem in der Kommunikation der Missbrauchsaufarbeitung vorgekommen sein mögen, so ist doch offensichtlich, dass er seinen Gegnern vor allem wegen seiner kirchlichen Haltung ein Dorn im Auge ist. Jeder, der die Diskussionen um den synodalen Weg aufmerksam verfolgt, kann erkennen, mit welch zweierlei Maß gemessen wird. Bischöfe, die viel größere Fehler begangen haben, kirchenpolitisch aber auf der anderen Seite stehen, bleiben in der öffentlichen Kritik weitgehend verschont, auf glaubenstreue Vertreter der Kirche wird hingegen erbarmungslos eingeschlagen. Wohin der synodale Weg führen soll, zeigt eine Abstimmung bei der letzten Vollversammlung, als eine Mehrheit dem Antrag zustimmte, die Abschaffung des sakramentalen Weiheamtes zur Diskussion zu stellen. Das ist reiner Protestantismus. Und gleichzeitig treten Bischöfe und Laienvertreter für die Einführung des Frauenpriestertums ein. Wie passt das alles zusammen? Wenn wir nicht die Verheißung Jesu hätten, dass „die Pforten der Hölle sie (nämlich die Kirche) nicht überwältigen“, müsste man tatsächlich verzweifeln. Manchmal bleibt wirklich nur noch die Floskel: „Da hilft nur noch beten…“

Es grüßt, ebenso von meinen Mitbrüdern, Sie und Ihre Familien

Ihr P. Bernhard Gerstle FSSP

Vorwort zum Okober-Rundbrief

Liebe Gläubige,

nach meiner Ankunft Anfang September ist noch Vieles für mich neu. Im Moment fallen noch etliche Arbeiten im Haus St. Engelbert an, das künftig wieder mehr als zuletzt eine Anlaufstelle für das Apostolat und seelsorgliche Gespräche sein soll. Auch wollen wir unsere Hauskapelle aufwerten, indem Gläubige (nach vorheriger Absprache) an Werktagsmessen teilnehmen können.  Künftig soll offiziell die Montagsmesse um 8.00 Uhr in unsere Hauskapelle verlegt werden (Interessenten müssen sich aufgrund der begrenzten Plätze dafür anmelden), während wir stattdessen in der Kirche Maria Hilf auch wieder Freitags eine Abendmesse anbieten. Der persönliche Kontakt zu den Gläubigen ist für uns als Seelsorger wichtig, was heutzutage bei den großen Seelsorgseinheiten in den Pfarreien kaum noch möglich ist. Viele Gläubige schätzen gerade auch deshalb die Priesterbruderschaft St. Petrus. Es wird Zeit benötigen, bis ich mir alle Namen der regelmäßigen Messbesucher einprägen kann. Eine Hilfe wäre für mich, wenn Sie mir Ihren Namen und Ihre Adresse mit Telefonnummer entweder mailen oder in die Hand drücken, was den Vorteil hat, dass ich dann Name und Gesicht besser verbinden kann.

Auf der letzten Seite des Kölner Rundbriefs finden Sie Hinweise zu verschiedenen seelsorglichen Angeboten und Veran­staltungen. Noch sind uns aufgrund der leidlichen Corona-Situation manche Beschränkungen auferlegt. Was aber jetzt schon machbar ist, wollen wir in Angriff nehmen. Es würde mich freuen, wenn die zweimonatigen Samstagskatechesen im Anschluss an die 9-Uhr-Messe in der Kirche Maria-Hilf ebenso guten Anklang findet wie die wöchentliche Anbetungsstunde jeweils vor der Abendmesse am Donnerstag. Mein Schwerpunkt wird in Köln liegen, wobei ich aber auch nach Möglichkeit einmal pro Monat eine Sonntagsmesse in Düsseldorf und Lindlar halten möchte. Pater Brüllingen wird seinen Schwerpunkt in Düsseldorf behalten, aber auch für Köln zur Verfügung stehen. Unser Neupriester, P. Josef Unglert, ist uns dabei eine große Hilfe. Mit der neuen Aufteilung und Konstellation sehe ich eine gute Perspektive für die Messorte und unser Apostolat in unserer Niederlassung. Gerne nehmen wir Ihre Einladungen an, um Sie und Ihre Familien bald näher kennen zu lernen und Ihre Sorgen und Anliegen mit uns zu teilen. Besonders die Seelsorge bei den Kranken und Sterbenden liegt mir am Herzen. Bitte melden Sie sich, wenn Sie oder ein Familienmitglied die Krankenkommunion oder die Krankensalbung wünschen, aber auch gerne dann, wenn Sie ein wichtiges seelsorgliches Anliegen haben.

Die schlimmen Ereignisse in Verbindung mit der Überschwemmungskatastrophe im Ahrtal und in der Eifel haben uns alle sehr erschüttert. Ich kann nur hoffen, dass niemand aus dem Kreis unserer Gläubigen davon betroffen ist. Sollte das der Fall sein, bitte ich um Mitteilung. Vielleicht können wir Hilfe in verschiedener Hinsicht leisten oder organisieren. Gerade in solchen Notlagen braucht es Solidarität und Hilfe. So wie Gottes- und Nächstenliebe eng verbunden sind, so gehören auch Liturgie und Seelsorge bzw. Caritas untrennbar zusammen. Jesus ist immer sehr streng zu den Pharisäern gewesen, die punktgenau auf jede kleine Gesetzesvorschrift geachtet haben, die aber dabei das Wesentliche aus dem Auge verloren haben, nämlich die Liebe zu Gott und zum Nächsten.

Ich werde im Oktober nochmals eine Woche abwesend sein, um mit Pater Unglert an unserem Priestertreffen teilzunehmen, das vom 11.-13. Oktober im Kloster Ottobeuren stattfindet. Während er dann am Abend des 13. Oktobers zurück sein wird, bleibe ich noch ein paar Tage in meiner Heimat (Kreis Heilbronn), weil ich dort schon länger für Samstag, 16. Oktober, eine Trauung zugesagt habe. Am Abend bin dann auch ich wieder in Köln zurück. Pater Fuisting und Pater Brüllingen halten aber hier vor Ort die Stellung. Im Notfall bin ich mobil erreichbar. Leider hapert es noch mit der Erreichbarkeit auf dem Festnetz. Wir müssen mit der Telekom Einiges im Haus St. Engelbert regeln. Ich hoffe, dass dies zeitnah möglich ist.

Es grüßt Sie und Ihre Familien, auch von meinen Mitbrüdern, im Gebet verbunden

Ihr P. Bernhard Gerstle

Vorstellung P. Unglert

Liebe Gläubige,

der Sommer ist in der Petrusbruderschaft und in ähnlichen Gemeinschaften immer eine beliebte Zeit um strukturelle und personelle Veränderungen vorzunehmen. So hat sich mit der Leitung des deutschsprachigen Distrikts Einiges in der Niederlassung in Köln geändert. Den neuen Hausoberen in Köln – Pater Gerstle, den ich seit meiner Seminarzeit gut kenne und der mir sicherlich ein väterlicher Begleiter in den ersten Jahren des Priestertums sein wird – haben Sie bereits kennengelernt. Nun ist die Reihe auch an mir, mich vorzustellen. Da ich aus dem schönen Bayernland stamme, begrüße ich Sie zu Beginn zunächst einmal mit einem herzlichen „Grüß Gott!“

Nach sieben Jahren der Seminarausbildung freut sich jeder Seminarist, auf die anstehende und lang vorbereitete Priesterweihe und die nun endlich beginnende Seelsorge. Für mich war es nun diesen Sommer endlich soweit. Am 26. Juni durfte ich aus den Händen von Erzbischof Wolfgang Haas in der prachtvollen Basilika von Ottobeuren das Sakrament der hl. Priesterweihe empfangen.

Da ich noch relativ jung bin – 26 Jahre – blicke ich auf ein noch nicht allzu sehr spektakuläres Leben zurück. Aufgewachsen bin ich zunächst auf einem kleinen Bauernhof im reizvollen Unterallgäu. Den größten Teil meiner Jugend lebte ich in der Kleinstadt Bad Wörishofen. Mit 19 Jahre, also direkt nach dem Abitur, habe ich mich dazu entschlossen in das internationale Priesterseminar St. Petrus der Priester­bruderschaft St. Petrus einzutreten. Nach dem Spiritualitätsjahr, den zwei Jahren Philosophiestudium und den drei Jahren Theologiestudium, haben ich in meinem Diakonatsjahr bereits erste praktische Erfahrungen in unserer Gemeinde in Bourges, Frankreich gesammelt.

Das Rheinland kenne ich bisher nur flüchtig, es ist also praktisch Neuland für mich. Allerdings sind die Rheinländer für ihren Humor bekannt und die Stadt Köln über den berühmten Kölner Dom hinaus für seine zahlreichen und schönen Kirchen. Sie kann also auf eine lange und glanzvolle katholische Geschichte zurückblicken, die von großen Gestalten wie dem Albert den Großen (13. Jh.) und Petrus Canisius (16. Jh.), geprägt ist. Albert der Große wurde nicht weit von meiner Heimat in Lauingen an der Donau geboren und wirkte lange als Universalgelehrter in Köln, wo er u.a. der hl. Thomas von Aquin zu seinen Schülern zählte. Petrus Canisius aus niederländischen Nijmwegen und hat sich große Verdienste darin erworben, die bedeutende Kirchenprovinz Köln für den katholischen Glauben zu erhalten, indem er auf die Absetzung des protestantisch gesinnten Erzbischof Hermann von Wied hinwirkte und um sich einen glaubenstreuen Klerus scharte, obwohl er selbst zu diesem Zeitpunkt die Priesterweihe noch nicht empfangen hatte. Auch er hat später in meinem Heimatbistum Augsburg gewirkt. Durch den großen und kleinen Katechismus, den er in Frage- und Antwortstil verfasste, hat er in überzeugender Weise die protestantischen Irrlehren widerlegt und den wahren Glauben gestärkt. Es ist eine schöne Fügung, dass unser Generalhaus sich in Fribourg, seinem Sterbeort befindet.

Heute leben wir in ähnlich bewegten Zeiten wie der hl. Petrus Canisius. Zwar ist keiner von uns Priestern ein zweiter Petrus Canisius, aber wir wollen dennoch mit unserem bescheidenen Wirken Ihnen, liebe Gläubige, zur Verfügung stehen. Für mich gilt es nach sieben Jahren des Studiums und des Gebets, nun das Erlernte in die Praxis umzusetzen und Ihnen als Seelsorger zur Verfügung zu stehen. Mir ist dabei freilich bewusst, dass es mir dabei noch an Erfahrung fehlt. Diese wird sich erst im Laufe der Jahre allmählich ergeben. Umso mehr freue ich mich, wenn Sie mir Gelegenheit geben, diese Erfahrung zu sammeln, indem Sie meine Dienste als Priester in Anspruch nehmen. Gerne werde ich Einladungen annehmen, um Sie und Ihre Anliegen näher kennen zu lernen, bzw. die hl. Sakramente zu spenden, sei es das Bußsakrament, die hl. Krankenkommunion oder auch bei schwerer Krankheit die hl. Krankensalbung. Scheuen Sie sich also nicht, mit Ihren Anliegen an uns heranzutreten.

„Durch die Gnade Gottes bin ich, was ich bin. Und seine Gnade [soll] an mir nicht vergeblich gewesen [sein]“ (1 Kor 10,15). Dafür bitte ich Sie, liebe Gläubige, um Ihr eifriges Gebet.

Es grüßt Sie alle im Gebet verbunden herzlich,

Ihr P. Josef Unglert FSSP

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