Zu den Corona-Maßnahmen!

Liebe Gläubige,

vor einigen Monaten habe ich einen Text auf die Webseite der Priesterbruderschaft St. Petrus in Köln gesetzt, der zum Inhalt hat, die zwischen der Landesregierung von NRW und der Erzdiözese Köln abgesprochenen Maßnahmen zur Abweisung der Epidemie durch das Coronavirus in kirchlichen Einrichtungen (einschließlich Kirchengebäuden) zu regeln.
Im wesentlichen handelt es sich hier um die Maßnahmen: Abstand zueinander halten und eine Maske tragen. Darüber hinaus darf im Gottesdienst, so auch der Mitfeier der Hl. Messe, nicht gesungen werden.Ich vertrete die Auffassung, daß die zu beachtenden Auflagen – trotz wiederholter Bitten gemeinsam mit dem Verein „Ecclesia Dei“ Köln (zwischen dem und der Erzdiözese ein Vertrag besteht) nicht unzumutbar sind!
Dennoch werden sie von vielen nicht eingehalten.
Ich fordere Sie daher erneut auf, sich an die abgesprochenen Maßnahmen zu halten. Dies ist ein Akt des Gehorsams gegenüber dem Hochwürdigsten Herrn Erzbischof, der in der Kirche Maria – Hilf das Hausrecht ausübt. Das Versprechen des Gehorsams, auch den erwähnten Maßnahmen gegenüber, habe ich gegeben und stehe dafür ein.

In Kauf zu nehmen, daß bei Nichteinhaltung dieser Maßnahmen die Kirche geschlossen wird und keine Gottesdienste mehr stattfinden könnten, zeugt von Ignoranz, einer für einen Christenmenschen unwürdigen Haltung.
An allen Meßorten, als da sind: Düsseldorf, Remscheid, Wuppertal, Dom zu Altenberg, Lindlar – Frielingsdorf, Anna Kapelle – Lützenkirchen und im Rhein – Erftkreis, halten sich die Gläubigen an die auferlegten Maßnahmen, weil sie wissen, daß vielleicht nicht die Einsicht in diese, aber doch der Gehorsam und die Einheit im Glauben, und darüber hinaus menschlich gesehen, dies geboten ist. Dafür bin ich diesen Mitchristen äußerst dankbar.

Ich möchte Ihnen gerne noch eine Stellungnahme zur Kenntnis bringen, die ich am Freitag, dem 12. März in der Zeitung „DIE WELT“ veröffentlicht vorgefunden habe. Der Berliner Strafrichter Pieter Schleiter, der Verfassungsbeschwerde gegen die Corona – Politik eingelegt hat, antwortet auf die Frage:
„Es gibt viele Menschen, die sich mit den Einschränkungen der Pandemie arrangieren. Sie nicht. Warum?“ „Ich halte mich an die Regeln, auch wenn sie meiner Ansicht nach letztlich nicht wirksam sind. Nach meiner Auffassung handelt es sich um ein rechtliches Nullum (etwas gegenstandsloses, wirkungsloses*). Aber ich bin Richter und finde auch, daß es einen Eigenwert hat, Gesetze zu befolgen. Wenn alle sagen würden, ich halte das alles für null und nichtig, hätten wir Anarchie.“
(* und Hervorhebungen von mir).

Köln, 14. März 2021
Pater Andreas Fuisting


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Vorwort zum März-Rundbrief

Versuchung Christi in der Wüste

Liebe Gläubige Freunde und Wohltäter,

schon hat die Fastenzeit ihren Lauf begonnen – ja wir stehen jetzt, Anfang März, bereits mittendrin. Die Vorbereitungszeit auf Ostern erfolgt in drei Stufen; ein vielgeübter Grundsatz in der Liturgie, den Festgedanken allmählich zu steigern. Die erste Stufe liegt bereits hinter uns: Die Vorfastenzeit war eine Einladung an uns, die große Zeit der Umkehr und Erneuerung gut zu benützen. Äußerlich ist es eine Zeit „das Jahr hindurch“ (tempus per annum), es fehlt aber das Alleluja.

Die Quadragese bildet nun die zweite Stufe. Diese beginnt im Meßbuch mit dem Aschermittwoch, nach dem Stundengebet mit dem ersten Fastensonntag, denn ab hier setzt erst das Ordinarium der Fastenzeit ein. Sie schließt mit dem Samstag nach dem vierten Fastensonntag. Kurz charakterisiert werden kann sie mit den Worten ihrer Präfation: „Durch das Leibfasten drückst du die Sünden nieder, erhebst den Geist, gibst Tugend und Lohn.“ Also eine Zeit der Seelenerneuerung. Der tiefere liturgische Gehalt der Zeit aber ist der Geisterkampf, ein Kampf zwischen Licht und Finsternis. In diesem Kampf unterscheiden wir zwei Phasen, eine Defensive und eine Offensive; in den ersten zwei Wochen sehen wir Christus und die Kirche mehr in der Verteidigung, in den darauf folgenden zwei Wochen gehen sie zum Angriff vor. Für diese zwei Phasen sind typisch die Evangelien des ersten und des dritten Fastensonntags: am ersten wird Christus vom Teufel angegriffen, der Herr schlägt ihn ab. Am dritten ist Christus der Angreifer; er, der Stärkere, besiegt den Starken. Auch auf dem Feld unserer Seele muß es aus der Verteidigung zum Angriff auf den bösen Feind kommen.

3. Stufe: die Passionszeit. Sie ist ausschließlich dem Gedächtnis an das Leiden des Herrn geweiht. Schon mit dem Montag nach dem vierten Fastensonntag beginnt die Liturgie vom Leiden des Herrn zu singen und zu sagen. Johannes führt uns mit seinem Evangelium durch diese Phase der seelischen Pein und Leidensgeschichte Jesu. In den Gesängen hören wir Klagen aus seinem göttlichen Mund. So tritt mit dem Passionssonntag schließlich jede Zurückhaltung der Liturgie beiseite: es wird offen gesprochen vom Leiden des Herrn.

Kommen Sie gut und erfolgreich durch diese Zeit. Dazu grüßt Sie ganz herzlich und segnet Sie, Ihr

Pater A. Fuisting