Zum 5. Sonntag nach Pfingsten

(14.07.2019) / von Pater Marc Brüllingen

Erneut ist im heutigen Evangelium (Mt 5,20-24) die Rede von der Nächstenliebe. Es sind ernste, strenge Worte, die der Heiland an die Adresse der Pharisäer und Schriftgelehrten richtet. In der äußerlichen Erfüllung des Gesetzes, der peinlichen beobachtung all der bestimmungen der jüdischen Moral- und Ritualvorschriften sahen sie die „Gerechtigkeit“, die wahre Heiligkeit und höchste Vollkommenheit.

Dabei war ihr Herz voller Arglist, Bosheit und Falschheit, voller Grimm und Rachsucht gegen alle, die sie als ihre Feinde ansahen, besonders gegen den verhaßten Galiläer. Ihm, der sie bis auf den Grund ihrer heimtückischen Seele erkannte und durchschaute und sich auch nicht scheute, sie vor allem Volke anzuprangern, wie sie’s verdienten, hatten sie unversöhnliche Feindschaft geschworen!

So verstehen wir denn die Warnung Jesu an das Volk: „Wenn euere Gerechtigkeit nicht vollkommener ist als die der Schriftgelehrten und Pharisäer, werdet ihr nicht ins Himmelreich eingehen!“ Man muß eben die Mentalität, die ganze geistige Verfassung der damaligen Juden, insbesondere der Pharisäer und Schriftgelehrten richtig kennen, um den Sinn dieser Worte voll und ganz zu erfassen.

Wer den Haß gegen den Feind zum obersten Gesetze macht, der sieht alles als erlaubt an, jedes Mittel, den Feind zu verderben, die Rache zu kühlen: List, Heuchelei, Verstellung, Lüge und Verleumdung. Wie meisterhaft haben eben dieselben Pharisäer und Schriftgelehrten diese „Kunst“ verstanden, als es galt, ihren größten Feind, Jesum von Nazareth, zu Fall zu bringen!

So werden auch die Worte umso verständlicher, die Christus zur Erläuterung und zur Illustrierung des Gesagten beifügt: „Ihr habt gehört, daß zu den Alten gesagt worden: Du sollst nicht töten! Wenn einer tötet, ist er dem Gericht verfallen. Ich aber sage euch: Wer über seinen Bruder zürnt, ist dem Gerichte verfallen!“

Wie weit strenger ist doch seine Forderung wahrer Nächstenliebe! Nicht bloß die Tat, nein, auch schon der Gedanke und der Wille, dem Nächsten zu schaden, ist eine Sünde. Und er geht noch weiter: Selbst jedes Schimpfwort, jede Beleidigung und Kränkung des Mitmenschen verdient Strafe Gottes! Sind doch alle Menschen unsere Brüder, weil Gott unser aller Vater ist, der im Himmel wohnt!

Und so ergibt sich daraus von selbst die Mahnung aus dem Munde Jesu: „Wenn du also deine Gabe zum Altare bringst und dich daselbst erinnerst, daß dein Bruder etwas gegen dich hat, so lasse deine Gabe dort vor dem Altare und gehe hin, versöhne dich zuerst mit deinem Bruder, und dann komm und opfere deine Gabe!“

Wichtiger noch und wohlgefälliger als die Opfergabe, das will der Heiland besagen, ist in den Augen Gottes, des Allwissenden und Allgerechten, die Erfüllung seines Gebotes: Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst! Er, vor dessen allgegenwärtigem Auge nichts verborgen ist, der Herz und Nieren durchforscht und hineinschaut bis in die geheimsten Falten der Seele, sieht vor allem auf die Gesinnung des Herzens und spricht danach sein Urteil über den Menschen.

Und dies sein Urteil bleibt unabänderlich, unwiderruflich. Denn vor Gott dem Herrn gilt kein Ansehen der Person. Was immer der Mensch Böses denkt und sagt von seinem Nebenmenschen, was er gegen ihn tut und unternimmt, findet seinen strengen, unerbittlichen Richter, wenn nicht hienieden schon, so doch in der Ewigkeit!

Wie der göttliche Heiland dies sein Gebot verstanden haben will, hat er unzweideutig erklärt: „Ihr wisst, daß den Alten gesagt wurde. Hasset eure Feinde! Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde! Tut Gutes denen, die euch hassen, betet für jene, die euch verfolgen und verleumden, damit ihr Kinder dessen seid, der seine Sonne aufgehen läßt über Gute und Böse und regnen läßt über Gerechte und Ungerechte!“

Wer Haß und Feindschaft im Herzen trägt wider seinen Nächsten, belügt sich selbst, wenn er zum Vater betet, der im Himmel ist: „Vergib uns unsere Schulden, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern!“ Derjenige, der diese Bitte uns gelehrt, hat uns durch sein Beispiel gezeigt, wie sie auch in die Tat umzusetzen ist, dadurch, daß wir dem Nächsten von Herzen verzeihen. Denn nur dann dürfen wir auch Vergebung erhoffen für unsere eigenen Sünden.

An Großmut läßt sich Gott wahrlich von niemandem übertreffen. Und nur wer großmütig verzeiht, ist seiner auch würdig. Darin unterscheidet sich das Christentum vom Heidentum, dem alten und neuen, sowie den anderen Religionen, auch der jüdischen, daß es die Religion der Liebe und Versöhnung ist: „Daran sollen sie euch erkennen, daß ihr meine Jünger seid: wenn ihr einander liebet, wie ich euch geliebt habe!“

(nach: August Schmidlin, Empor die Herzen – Lesungen für die Sonn – und Festtage des Kirchenjahres; 1941, Verlagsbuchhandlung zum Münster, A.G., Straßburg)

Vorwort zum Juli-Rundbrief

Liebe Gläubige, Freunde und Wohltäter,

die heilige Kirche Gottes befindet sich in einem Zustand, den noch vor Jahrzehnten wohl kaum jemand hat vorhersagen können, so daß die Frage des Herrn, ob der Menschensohn noch Glauben finden werde, wenn er  wiederkommt, schon im hier und jetzt eine Antwort zu finden scheint, nämlich: wohl kaum. Der junge Priester Joseph Ratzinger und spätere Papst Benedikt, hat sich indes bereits 1958 mit der Frage beschäftigt und kam zu dem Ergebnis, „im Herzen der Kirche“ wachse ein neues Heidentum. Aus dieser visionären Schrift, bringen wir nun den ersten Abschnitt und empfehlen Ihnen den Beitrag zur weiteren Lektüre. Unter dem Titel: „Die neuen Heiden und die Kirche“ erschien dieser Vortrag in der Zeitschrift „Hochland“ in der Oktoberausgabe 1958.

Es grüßt Sie herzlich, Ihr

Pater A. Fuisting


Nach der Religionstatistik ist das alte Europa noch immer ein fast vollständig christlicher Erdteil. Aber es gibt wohl kaum einen zweiten Fall, in dem jedermann so genau wie hier weiß, daß die Statistik täuscht: Dieses dem Namen nach christliche Europa ist seit rund vierhundert Jahren zur Geburtsstätte eines neuen Heidentums geworden, das im Herzen der Kirche selbst unaufhaltsam wächst und sie von innen her auszuhöhlen droht. Das Erscheinungsbild der Kirche der Neuzeit ist wesentlich davon bestimmt, daß sie auf eine ganz neue Weise Kirche der Heiden geworden ist und noch immer mehr wird: nicht wie einst, Kirche aus den Heiden, die zu Christen geworden sind, sondern Kirche von Heiden, die sich noch Christen nennen, aber in Wahrheit zu Heiden wurden. Das Heidentum sitzt heute in der Kirche selbst, und gerade das ist das Kennzeichnende sowohl der Kirche unserer Tage wie auch des neuen Heidentums, daß es sich um ein Heidentum in der Kirche handelt und um eine Kirche, in deren Herzen das Heidentum lebt. Der Mensch von heute kann also als Normalfall den Unglauben seines Nachbarn voraussetzen.


 

Pfingsten 2019

Pfingstsonntag

Pfingstmontag

Vorwort zum Juni-Rundbrief

Liebe Gläubige, Freunde und Wohltäter,

am 28. April feierte unsere Gemeinde in Düsseldorf Erstkommunion. Vier Kommunion­kinder empfingen zum ersten Mal den Leib des Herrn. Mit großer Freude hatten die Mädchen sich vorbereitet, mit großer Freude (und ein wenig aufgeregt) zogen sie unter brausenden Orgelklängen feierlich mit Ministranten und Priester in die Kirche ein. „Laßt die Kleinen zu mir kommen“ und „Nehmet hin und esset“. Das sind die Worte des Herrn, die an diesem Tag besonders den Erstkommunionkindern ins Herz geschrieben werden. Zum ersten Mal das Brot, das hinüberreicht ins ewige Leben. Was für ein wunderschöner Tag! Wie lebendig ist doch der Glaube. Wie der Organismus beständig durchpulst wird vom Strom des Blutes, so muß auch der Glaube sein. In der Taufe wurde uns allen der Glaube als göttliches Leben grundgelegt. Und das heißt: Christus in uns und wir in Christus, durchpulst vom Strom der heiligmachenden Gnade, beschienen von seiner Liebe. So besitzen wir doch den größten Reichtum, da wir im Stand der Gnade, geborgen in seiner Liebe, Kinder Gottes sein dürfen. Deshalb haben an diesem Tag die Kinder die zerfallende und sterbende Welt (im Augenblick des Kommunionempfangs) überwunden und sind, geistigerweise, von der sichtbaren Welt hinüber gegangen in das ewige Reich Gottes. Wir wünschen ihnen von Herzen, daß sie diese Gnade behalten wollen bis zum großen Ziel: Leben in der Gegenwart Gottes!

Pater A. Fuisting

Vorwort zum Mai-Rundbrief

Liebe Gläubige, Freunde und Wohltäter,

der Mai gilt uns als „Marienmonat“. Seit frühester Zeit hat die Kirche versucht, heidnische Feste in christliche Feierlichkeiten umzuwandeln. So hat sie seit dem Mittelalter den Mai zum Marienmonat erklärt, weil der schönste Monat des Jahres auch der „schönsten aller Frauen“ nämlich Maria, geweiht sein sollte.

Aus dem farbenfrohen Aufblühen der Natur in dieser Zeit ergibt sich die Mariensymbolik des Monats Mai. Maria als Gottesmutter wird ja auch als erste und schönste Blüte der Erlösung, als „Frühling des Heils“, verehrt.

Kenn­zeichnend für diesen Monat sind die traditionellen Maiandachten. Erstmals wurde eine solche im Jahr 1784 in der oberitalienischen Stadt Ferrara beim dort ansässigen Kamillianer – Orden nachgewiesen. Von Italien ausgehend, verbreitete sich diese Form der Marienverehrung im 19. Jahrhundert und setzte sich schließlich weltweit durch. 1841 fand erstmals im deutschsprachigen Raum eine Maiandacht im Kloster der „Guten Hirtinnen“ bei Münschen statt. Bald schon wurde es Brauch, daß der Marienmonat am ersten Mai allerorts mit feierlichen Maiandachten eröffnet wurde.
Die Maiandacht ist eine Art Wortgottesdienst zu Ehren der Gottesmutter. Hinzu kommen in vielen Kirchen die Maialtäre, auf dem eine mit Blumen und Kerzen geschmückte Marienstatue steht. In einigen katholischen Gegenden ist auch die Tradition einer häuslichen Maiandacht bekannt. Hierzu wird ebenfalls ein kleiner Maialtar aufgebaut. Vor diesem versammelt sich die Familie dann zum gemeinsamen Rosenkranzgebet.

In Bayern wird am ersten Mai nicht „Joseph der Arbeiter“ liturgisch gefeiert, sonder „Maria, Patronin Bavariae“. Bei der Einweihung der Mariensäule inmitten des Marktplatzes in München betet im Jahr 1638 Kurfürst Maximilian folgendes schöne Gebet: „Gott dem Allerhöchsten, der Jungfrau und Gottesgebärerin, der mildreichsten Frau und mächtigsten Beschützerin Bayerns, setztet dieses immerwährende Denkmal für die Nachkommen wegen der Erhaltung des Bayernlandes der Städte, Heere, seiner selbst, seines Hauses und seiner Hoffnungen dankbar und bittend ihr mindester Pflegesohn Maximilian. Erhalte, o heilige Jungfrau, deinen Bayern ihre Habe, ihr Fürstenhaus, ihre Verfassung, ihre Religion.“

Herzlich laden wir zur Maiandacht ein in Köln und Düsseldorf jeweils nach dem Hochamt am 1. Mai.

Mit Segensgruß,

Ihr Pater Fuisting

Passions- und Ostertage 2019

Palmsonntag:

Gründonnerstag:

Karfreitag:

Osternacht:

Ostersonntag:

Ostermontag:

Vorwort zum April-Rundbrief

Liebe Gläubige, Freunde und Wohltäter,

etwas mehr als die Hälfte der Fastenzeit ist bereits vorüber und wir alle müssen uns fragen, ob wir den Weg  der Umkehr und Erneuerung, den wir ja in diesen vierzig Tagen gehen sollen, bereits zum Erfolg geführt haben. Oder stecken wir noch in Kinderschuhen, was die Bußfertigkeit angeht, indem wir uns an Nebenschauplätzen aufhalten? Sollte das so sein sei uns eine Ermahnung mit auf den Weg gegeben, die Papst Benedikt XVI. beim Kreuzweg im Kolosseum 2005 ausgesprochen hat: „Es reicht nicht, mit Worten und Gefühlen über die Leiden dieser Welt zu klagen, während unser Leben doch weitergeht, wie es immer war“.

Zweifellos muß auch die Kirche immer und immer wieder in ihren Gliedern einen Weg der inneren Umkehr und Erneuerung gehen. Was da von der „Frühjahrsvollversammlung“ der Deutschen Bischofskonferenz zu hören ist, klingt weniger nach Umkehr und Erneuerung. Auf dem Blog des Mathias von Gersdorff beispielsweise steht zu lesen, daß „sich . . . der deutsche Wille zu einem Sonderweg vollumfänglich“ durchzusetzen scheint. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz wird hier wie folgt zitiert: „Die Kirche in Deutschland erlebt eine Zäsur. Der Glaube kann nur wachsen und tiefer werden, wenn wir frei werden von Blockierungen des Denkens, der freien und offenen Debatte und der Fähigkeit, neue Positionen zu beziehen und neue Wege zu gehen.“ Da fragt man sich was das heißen soll?

Wohltuend in diesem Zusammenhang sind da die Worte unseres Herrn Kardinals in einem Gespräch mit dem Mediennetzwerk CNA/EWTN. Der Erzbischof wendet sich darin gegen Versuche, eine neue Kirche zu erfinden  und warnt davor, eine Abkehr von Lehre und Tradition der Kirche zu propagieren. Weiter führte er aus: „Es ist nicht damit getan, den Zölibat abzuschaffen. Es ist nicht damit getan, jetzt zu fordern, daß Frauen zu den Ämtern zugelassen werden. Und es ist auch nicht damit getan, zu sagen, wir müssen eine neue Sexualmoral haben . . . Wir müssen jetzt nicht selber anfangen, den Heiligen Geist spielen zu wollen.“ Der Glaube der Kirche bleibe der Maßstab, wie er auch von Johannes Paul II. in seinem Katechismus vorgelegt worden sei. Ausrichten müsse sich die Kirche an den Maßstäben des Evangeliums und am Willen Jesu Christi. Hingegen gebe es Stimmen, die es an der Zeit halten, „alles das, was bisher war, über Bord zu werfen. . . . Ich halte das für ein sehr gefährliches Wort.“ Die katholische Kirche stehe in einer großen Tradition und gerade auch für das Über-zeitliche. Die Kirche sei keine Manövriermasse, die uns in die Hände gegeben sei. Durchaus ermutigend diese Worte.

So wünsche ich Ihnen, auch im Namen meiner Mitbrüder, eine gnadenreiche Passions- und Osterzeit. Wie immer im Gebet verbunden grüßt Sie herzlich in Christo, Ihr

Pater Andreas Fuisting

Vorwort zum März-Rundbrief

Liebe Gläubige, Freunde und Wohltäter,

wie bereits in der letzten Ausgabe des „Kölner Rundbriefes“ angekündigt, hier ein kleiner Bericht anläßlich unseres 10jährigen Apostolats in Remscheid, Kirche St. Josef, Menninghauser Straße.

Als Herr U. Mutz damals, vor über zehn Jahren, mich in der Sakristei des Altenberger Domes aufsuchte, um zu fragen, ob Priester unserer Gemeinschaft von Köln aus bereit wären auch in Remscheid regelmäßig an Sonn- und Feiertagen die Hl. Messe zu zelebrieren, konnten wir noch nicht erahnen, welch fruchtbares Apostolat daraus erwachsen würde. Aber wie es immer ist beim Lieben Gott: Tu das Richtige und Er gibt seinen Segen dazu.

Kardinal Meisner zeigte sich ob des Anliegens sehr offen und bestimmte die Kirche St. Josef als würdigen und auch verkehrstechnisch sehr gut angebundenen Ort (zahlreiche Parkplätze vorhanden!).

Die Gläubigen, die Herr Mutz angesprochen hatte, waren zu einem ganz überwiegenden Teil gar nicht (mehr) mit der überlieferten Liturgie vertraut. Von Anfang an aber bemühten sie sich, dem zunächst ungewohnten Ablauf der Heiligen Messe zu folgen, sangen eifrig mit (Choral, wie auch Kirchenlieder) und tun dies bis heute. Rasch wurde eine Herrenschola gegründet, die unter Leitung der aus Wuppertal anreisenden Kirchenmusikerin (C-Examen) Frau Minja Pohl, auch häufig Propriums­gesänge mit in die Liturgie einbringt. Die Orgel schlägt in genialer Weise seit nun schon einigen Jahren der in Wuppertal Musiktheorie lehrende Franz Pembaur.

Zweimal im Jahr trifft sich die Personalgemeinde St. Josef im an die Kirche angrenzenden Pfarrsaal zum Frühstück nach dem Hochamt und gegenseitigen Austausch. Auch auf Wallfahrt waren wir gemeinsam schon, die nächste ist geplant und soll uns zur Gottesmutter nach Neviges führen.

Die lieben und stets freundlichen Gläubigen der Gemeinde St. Josef, Remscheid, freuen sich über jeden neu hinzukommenden Besucher und Mitfeiernden unserer Hl. Messe, jeden Sonn- und Feiertag um 8.00 Uhr (einzige Ausnahmen: 1. Januar und 1. Mai!).

Das Festhochamt fand statt am 20. Januar, dieses Jahr dem 2. Sonntag nach Erscheinung, mit der berühmten Perikope der Hochzeit zu Kana. Im folgenden eine stark gekürzte Version der Predigt:

„Frau, was willst du von mir? Meine Stunde ist noch nicht gekommen.“ Mit diesem Ausspruch zeigt Jesus Maria auf: Ich bin nun nicht mehr das Kind von Nazareth. Ich bin der Messias! Mit der Übernahme des messianischen Amtes, löst er das von zwischenmenschlicher Beziehung geprägte Band zu seiner Mutter auf. Denn als Messias hat er keine Mutter mehr, der er in kindlicher Ergebenheit Sohn sein könnte. Ab jetzt darf nur mehr ein Wille für ihn maßgebend sein – der Wille des himmlischen Vaters, der allein seine „Stunde“, den Zeitpunkt seiner Selbstoffenbarung durch ein Wunder, zu bestimmen hat.

Aber: Was Jesus seiner Mutter seit der Stunde zu Kana in Galiläa versagen muß, das kann der Messias der Frau um ihres Glaubens willen gewähren. D. h.: die Kraft des vertrauensvollen Glaubens Mariens, in der Stunde des menschlich so schmerzlichen Verzichtes auf das Mutterrecht, zieht die vom Vater bestimmte „Stunde“ früher herbei und läßt ihre stille Bitte eine überreiche Erfüllung finden.

Es grüßt Sie, Ihr

Pater A. Fuisting

Vorwort zum Februar-Rundbrief

Liebe Gläubige, Freunde und Wohltäter,

da der Januarbrief bereits vor Weihnachten an Sie verschickt wurde, darf ich Ihnen nun mit Verspätung, auch im Namen meiner Mitbrüder, ein gesegnetes und gnadenreiches Jahr 2019 wünschen. Die Zeiten sind nicht leicht. Wir wissen nicht, wie sich die Weltlage entwickeln wird, so bleibt vieles ungewiß. Aber das war zu allen Zeiten so. Und wenn es mal ruhiger zuging über einen gewissen Zeitraum, dann war es ein Geschenk Gottes an uns. Vergessen wir das nicht.

Seit nunmehr zehn Jahren findet die Heilige Messe in der außerordentlichen Form in der Kirche St. Josef in Remscheid statt. Zu diesem Anlaß haben wir dort ein levitiertes Hochamt gefeiert. Zu diesem, wie auch allen anderen Apostolaten sagen wir „Deo gratias“. Bilder davon und ein Bericht erscheinen in der nächsten Ausgabe.

Bitte beachten Sie auch auf der letzten Seite des „Köner Rundbriefes“ die noch hinzugekommenen Meßorte in Wuppertal (jeden Montag, außer dem zweiten des Monats) und in Leverkusen (immer zweiter Montag im Monat). So haben Sie die Möglichkeit an der Hl. Messe teilzunehmen, wenn Sie in einer dieser Städte oder in der Nähe wohnen und die Wege nach Köln, Düsseldorf oder Remscheid zu weit sind. Schade, daß wir die Hl. Messe in Wuppertal und Leverkusen nicht auch an Sonntagen anbieten können.

Ihnen eine noch schöne, nun bald zu Ende gehende Weihnachtszeit.

Mit Segensgruß, Ihr

Pater Fuisting

Weihnachten 2018

Heiligabend

Erster Weihnachtstag

Zweiter Weihnachtstag / Stephanstag

Vorwort zum Januar-Rundbrief

Liebe Gläubige, Freunde und Wohltäter,

    von vielen Seiten weht treuen Katholiken heute, die ihren Glauben noch ernst nehmen, eisigkalter Wind ins Gesicht. Aber auch unter ihnen selbst bemerkt der Beobachter eine diffuse Angst. Das ist nicht verwunderlich, denn nichts scheint mehr so, wie es mal war, eine Zeit der Zersetzung von Werten und Sicherheiten, ja das ganze Gefüge, das eine Gesellschaft zusammenhält, scheint in Auflösung begriffen.

Angesichts so vieler, tatsächlich trüber Tatsachen, sollten sich wir Christen am Weihnachtsfest geistigerweise auf das wesentliche im Leben besinnen. Denn Christus wurde nicht umsonst geboren, „als Stille die ganze Welt umfing und die Nacht in ihrem Lauf die Mitte erreichte“. Die dritte Weihnachtsmesse stellt alles an seinen richtigen Platz. Sie ernüchtert und erhebt zugleich.

Die Gegenwart Gottes ist in diesem Kind unter uns gegenwärtig geworden. Der Logos, das Wort des Vaters; Wort, das Gott zu uns spricht und das er nie mehr zurücknimmt. Fortan steht Gott zu uns, er gehört uns, er hat für immer sein Zelt auf der Erde aufgeschlagen. Die Welt ist sein Eigentum. Das Grundbuch des Neuen Testamntes weist ihn als Eigentümer aus: „Er kam in sein Eigentum“. Und die Mutter, sie weiß in der nackten Armut der Höhle nicht, wie sie das Kind bergen soll. Aber dennoch ist das Kind die Majestät des unendlichen Gottes, die bisher kein Menschenauge sah. „Er ist der Abglanz seiner Herrlichkeit.“ „Er sitzt zur Rechten der Majestät in der Höhe.“ Selbst die Tiere liegen nicht dekorativ im Wege und schauen verwundert. Sie repräsentieren die Schöpfung. „Gott hat durch ihn alles erschaffen“, durch das Kind, das in der Krippe liegt. Die Welt liegt in seiner Hand.

Was hier also geschehen ist, das schlägt der Ratio, der Vernunft, ins Gesicht. War doch die Welt durch Unendlichkeiten von Gott getrennt. Und Gott begibt sich in diesem Kind in die Welt, um an den abgerissenen Faden wieder anzuknüpfen, um das Gleichgewicht der Kräfte, wiederherzustellen, um das Weltverlorene, der Zeit Verhaftete und Verängstigte heimzuholen. So strahlt es auf uns dieses Kind, aus dem Reich des Vaters und weist von der Krippe mit Macht hinauf. Gott findet den Menschen und der Mensch findet Gott.

Was, das soll helfen? Die Betrachtung eines Kindes in der Krippe, im Zeitalter der Angst? Allein schon, das die Botschaft von oben kommt, aus der Welt Gottes ist ein Zeichen, das sie geglaubt werden muß. Doch gerade diese Tatsache macht sie heute verdächtig, armselig und illusionär. Wer so denkt, nehme sich die Hirten zum Vorbild. Für sie war die Botschaft der Engel doch auch unerhört und unmöglich. Aber sie brachen auf. Und indem sie aufbrachen, empfingen sie die Kraft, an das Zeichen zu glauben. Der Aufbruch bleibt keinem erspart, gerade an Weihnachten nicht. Die Tatsache, daß Gott ganz einer der unseren wird und sich an alle menschlichen Notwendigkeiten preisgibt, daß er das ganz durch die Sünde verdorbene Leben mitvollzieht und alle Schicksale der Gott davongelaufenen Menschen auskostet – darin besiegt er alle Ängste und Einwände, vor allem aber unseren Hochmut.

Pater A. Fuisting

Vorwort zum Dezember-Rundbrief

Liebe Gläubige, Freunde und Wohltäter,

nun ist auch das Jahr im Herrn 2018 schon an sein Ende gelangt. Doch bevor es sich am 31. Dezember ganz von uns verabschiedet, hat ein neues bereits begonnen: das Kirchenjahr mit dem 1. Adventssonntag.

Das Evangelium dieses Sonntags weist große Ähnlichkeiten auf mit dem des letzten Sonntags im vergangenen Kirchenjahr, dem 24. Sonntag nach Pfingsten. Das neue Jahr beginnt so wie das alte aufgehört hat? Will die Kirche uns die vorweihnachtliche Freude nehmen, indem wir schon wieder vom Ende der Welt hören müssen?

Niemand wird den Weltuntergang eines Tages leugnen wollen. Aber wirklich im Ernst daran glauben? Etwas nicht leugnen und etwas glauben ist ein gewaltiger Unterschied. So beruhigen wir uns ganz einfach. Das wird schon seit zweitausend Jahren verkündet. Die Welt hat schon so lange gehalten, da wird es noch weiter so gehen, wenigstens so lange wir da sind. Außerdem können wir uns das gar nicht vorstellen, denn es paßt nicht in unser Konzept: Diese hochkomplizierte Welt soll in nichts zerfallen, einfach auseinanderfallen? Warum denn? Doch wer so kritisch hinterfragt sollte einmal erwägen, ob er Gott noch wirklich ernst nimmt. Der Heiland hat das vorausgesehen. Daher richtet er das Wort an solche Menschen, das fast klingt wie eine Drohung: „Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen“ (Lk. 21,33).

So fragen wir andersherum: Warum sollte diese Welt nicht untergehen? Gott hat sie gemacht. Sie gehört ihm, warum sollte er nicht ein Ende machen? Und das gerade ist es wohl auch, was wir nicht wahrhaben wollen, daß diese Welt nicht uns gehört, diese Welt, die wir aufgebaut und kultiviert haben; daß wir nur Pächter sein sollen.

Was einmal der Welt ihr Ende bereiten wird ist nicht entscheidend und auch der Zeitpunkt nicht. Entscheidend ist, daß Gott es ist. Wir haben Gott genug aus der Hand genommen. Das Ende läßt er sich nicht nehmen. Er allein behält es sich vor.

Wenn wir ein liebendes Herz haben, das wir als Christen haben müssen, dann wird uns klar, daß für diese chaotische Welt ein Untergang, eine letzte Geradestellung aller Dinge kommen muß. Wenn wir ein liebendes Herz haben, dann wird uns das Wort des Herrn aus dem Evangelium des 1. Adventssonntags die Freude nicht nehmen.

In diesem Sinne grüßt Sie herzlich, Ihr

Pater A. Fuisting

Die Heiligen – Freunde Gottes und Helfer der Menschen

von Pater Marc Brüllingen


Der Monat November ist vielen von uns als Allerseelenmonat bekannt. Doch beginnt der Monat November mit dem Fest Allerheiligen, an dem die Kirche alle Heiligen im  Himmel verehrt. Aber, wann ist ein Mensch ein Heiliger? Wann wird jemand als Heiliger verehrt?

Zunächst einmal muß festgestellt werden: Gott ist der Allheilige. Es ist das Wesen des höchsten Gutes und der höchsten Güte, sich selbst gemäß, d.h. heilig zu sein. Gott ist auch der Urheilige, der vernunftbegabte Geschöpfe über die Möglichkeiten ihrer geschöpflichen Ordnung hinaushebt in eine übernatürliche und sie sich selbst gemäß macht und angleicht, sie heilig macht.

Jedes vernünftige Geschöpf strebt zwar kraft seines Wesens nach Gott, seinem Ursprung, um in ihm Ruhe und Heimat zu finden. Aber welches Geschöpf dürfte wohl wagen, wie Gott sein zu wollen und sich eindrängen in das persönliche Leben Gottes? Das Geschöpf kann sich seinen Platz nicht wählen in der göttlichen Sphäre seines Schöpfers. Aber der Schöpfer kann – aus  Gnade – das Geschöpf teilhaben lassen an seinem eigenen Leben. Und da Leben bei dem höchsten Geiste Erkennen und Lieben ist, muß der geschaffene Geist, der an seinem Leben teilhaben will, in seinem Erkennen dem göttlichen Geiste angeglichen werden. Der übernatürliche Glaube, der in Schauen übergeht, und der Mensch muß dem göttlichen Lieben gleichförmig werden durch jene Liebe, welche der Geist der Liebe, der ausgegossen ist in unsere Herzen, bewirkt.

Der Mensch wird so gottförmig. Er wird vergöttlicht, ohne aufzuhören, ein Mensch zu sein. Es gibt Menschen, über deren Leben und Sterben die katholische Kirche die Sicherheit hat, daß Gott schon auf Erden in ihnen alles geworden ist. Solche Mitglieder anerkennt die Kirche öffentlich als Heilige und ehrt sie durch diesen Titel. Von ihnen behauptet die Kirche, daß sie in der Anschauung Gottes selig sind und daß sie als Freunde Gottes unsere Fürbitter sind. Darum empfiehlt sie, die Heiligen zu verehren, wohl wissend, daß die Verehrung der Heiligen im Grunde den ehrt, der die Quelle ihrer Heiligkeit ist, den Allheiligen, von dem sie selbst nur ein Abglanz sind.

Die Heiligen sind nicht selbstleuchtend wie die Sonne, sie glänzen vom Lichte Gottes, von dem alle Heiligkeit ausgeht und auf den alle Heiligenverehrung zurückzielt. Die Kirche läßt eine öffentliche Verehrung, also eine Verehrung im kirchlichen Gottesdienst, nur zu nach vorhergegangener kirchlicher Prüfung. Eine solche Prüfung fand bereits in der altchristlichen Zeit bei den Märtyrern statt. Man nannte die Anerkennung des Martyriums durch den Bischof oder durch Synoden vindicatio; die Märtyrer, deren Verehrung gestattet war, hießen Martyres  vindicati. Das waren solche, die durch ihren Tod öffentlich Zeugnis für Christus abgelegt hatten. Die Namen der anerkannten Märtyrer wurden beim Gottesdienst verlesen.

Die Namen der Märtyrer eines Ortes, deren Andenken gefeiert werden sollte, waren auf Täfelchen, den sogenannten Diptychen, aufgezeichnet. Zu diesen setzte man auch die Namen anderer berühmter Märtyrer, die man wegen des Glanzes ihres Martyriums oder des Rufes ihrer Heiligkeit und ihrer Wunder verehren wollte. Auf diesen Brauch weisen heute noch Gebete des römischen Meßkanons hin. Die Berichte über den Tod der Märtyrer gingen um und wurden beim Gottesdienst häufig vorgelesen. Dadurch wurde ihre Verehrung stark ausgebreitet.

Die Kirche hatte nach der Märtyrerzeit zunächst gezögert, auch Nichtmärtyrer öffentlich als Heilige zu verehren.Aber die Verehrung, welche der hl. Antonius der Einsiedler und andere große Gestalten des Mönchtums im Morgenland, die der hl. Martin von Tours und andere nach ihm im Abendland fanden, konnte nicht nur auf die private Frömmigkeit beschränkt bleiben. Bald war  es allgemeine Überzeugung, daß es, wie Isidor von Sevilla (+ 636 schreibt, zwei Arten von Märtyrern gibt: „Die einen legen vor aller Augen Zeugnis ab durch ihr Todesleiden, die andern bezeugen Gott durch die verborgene Tugend ihrer Seele. Manche haben den Anschlägen des Teufels widerstanden, haben sich nicht überwinden lassen durch das Gelüsten des Fleisches und haben sich so dem allmächtigen Gott geopfert, daß sie Zeugen Gottes wurden, als die Kirche Frieden hatte, wie sie Blutzeugen geworden wären, wenn sie Verfolgung zu leiden gehabt hätten.“ Das Wort confessor, Bekenner, wurde in jener Zeit der Ehrentitel jener Nichtmärtyrer, deren Heiligkeit die Kirche anerkennen wollte. Die feierliche Zuerkennung der öffentlichen  Verehrung gab dem Bekenner, der Jungfrau oder der Witwe, das sind die beiden anderen Stände, die man bei den Heiligen unterschied, was bei jedem anerkannten Märtyrer Sitte war, daß nämlich über seinem Grabe das eucharistische Opfer gefeiert werden durfte. Sie fand ihren Ausdruck darin, daß die Gebeine des neuen Heiligen gehoben und unter einem Altare beigesetzt  wurden.

Die Seligsprechung, welche die Vorstufe zur Heiligssprechung ist, wird dann vorgenommen, wenn durch die Kirche festgestellt worden ist, dass der Diener Gottes von heroischer Tugendgröße gewesen ist und daß Gott auf seine Fürbitte Wunder gewirkt hat. Können nach der Seligsprechung zwei weitere Wunder bewiesen werden oder drei, falls der Diener Gottes rechtmäßig eine öffentliche Verehrung seit unvordenklicher Zeit genoß, dann erfolgt die Heiligsprechung. Bei den Martyrern genügt zur Seligsprechung der Nachweis des Martyriums als Beweis heroischer Tugendgröße. Die Seligsprechung hat nur vorläufigen Charakter. Sie zielt hin auf die Heiligsprechung (= Kanonisation), die sie vorbereitet. Die Seligsprechung gibt die Erlaubnis zu einer nach Ort und Umfang beschränkten öffentlichen Verehrung.

Dagegen fällt bei der Heiligsprechung der Heilige Vater als oberster Lehrer der Christenheit sein letztes, allgemein geltendes und allgemein bindendes Urteil: “Dieser Selige ist ein Heiliger, ich nehme ihn auf in die Zahl der Heiligen, und er hat Anspruch auf Verehrung in der ganzen Kirche.“

Vorwort zum August/September-Rundbrief

Liebe Gläubige, Freunde und Wohltäter,

wie Sie es bereits aus den Vorjahren kennen, erscheint diese Ausgabe des „Kölner Rundbriefes“ als Doppelnummer.

D.h. im September erscheint der Rundbrief nicht. Deshalb legen wir Ihnen mit dieser Nummer die Gottesdienstordung für zwei Monate vor. Alle von unserer Niederlassung in Köln aus betreuten Orte sind wie immer aufgeführt. Hinzu gekommen ist übrigens die Heilige Messe in der „St. Anna Kapelle“ zu Leverkusen Lützenkirchen. Immer am zweiten Montag im Monat um 18.30 Uhr. Zuvor, ab 18.00 Uhr Rosenkranzgebet. Danken wir dem Herrn für diesen neuen Meßort.

Vor ca. vierzehn Tagen ist in den USA das Generalkapitel unserer Gemeinschaft zu Ende gegangen. Dieses findet alle sechs Jahre statt. Ein wichtiges Ereignis dabei ist die Wahl des Generaloberen und seiner Berater. Wir freuen uns darüber, daß Pater Andrzej Komorowski zu unserem neuen Generaloberen gewählt wurde und gratulieren ihm ganz herzlich. Vor einigen Jahren hat er, delegiert von dem vor ihm amtierenden Generaloberen Pater Berg, unsere Niederlassung visitiert, so wie es die Konstitutionen unserer Gemeinschaft vorsehen. Über weitere Ernennungen oder Änderungen kann ich Sie noch nicht informieren, weil zum Zeitpunkt der Drucklegung des Briefes noch nicht alles bekannt ist. „Ad multos annos“ wollen wir dem Generaloberen wünschen, der diese Position in einer für die Kirche schwierigen Phase inne hat.

„Geboren wurde Pater Komorowski im Jahr 1975. 1999 trat er nach seinem abgeschlossenen Wirtschaftsstudium in Posen (Polen) in das internationale Priesterseminar St. Petrus in Wigratzbad ein. Er wurde von Kardinal Jorge Medina Estévez im Juni 2006 zum Priester geweiht. Danach war er in verschiedenen Apostolaten der Petrusbruderschaft tätig, u. a. in Polen, Belgien und den Niederlanden. Durch das Generalkapitel 2012 wurde er zu einem der Assistenten des Generaloberen gewählt und übte seitdem das Amt des Generalökonomen aus. Gleichzeitig war er auch in der französischsprachigen Schweiz seelsorglich tätig. Als Nachfolger von Pater John Berg ist Pater Komorowski der vierte Generalobere der Priesterbruderschaft St. Petrus“ (aus einer Pressemitteilung der Priesterbruderschaft St. Petrus).

In dieser Zeit beginnt nun für die meisten von Ihnen sicherlich die Urlaubszeit. So wünsche ich all jenen unter Ihnen, die in Ferien gehen, eine Zeit der Erholung. Sammeln Sie neue Kraft für den schon bald wiederkehrenden Alltag mit den häufig kräftezehrenden Aufgaben. Möge ihr Schutzengel stets genau Obacht auf sie geben und der beständigen Schutz der Gottesmutter begleite Sie. Dazu segnet Sie, wo immer Sie sich aufhalten, Ihr

Pater Fuisting


Datei – Rundbrief August/September 2018


Vorwort zum Juli-Rundbrief

Liebe Gläubige, Freunde und Wohltäter,

der 6. Sonntag nach Pfingsten fällt dieses Jahr aus, denn am 1. Juli wird er vom Fest des „Kostbaren Blutes unseres Herrn Jesus Christus“ verdrängt. So wollen wir einen kurzen Blick auf den Satz des Herrn im Evangelium dieses Sonntags werfen, der uns allen so sehr wohl tut: „Mich erbarmt des Volkes“ (Mk. 8,2).

Niemand wie Jesus kann in die Tiefen menschlichen Elends schauen. Als er dies sagte, war er umgeben von Menschen, die gezeichnet waren von der Not des Lebens, von Armut und Schuld; sie schauten auf zu ihm, weil sie sahen, daß für sie sich kein Finger rührte. Ihn bewegte die Trauer und die Verzweiflung, die ihn aus den Augen dieser Menschen anblickte. Und so spricht er das Wort, welches aus seinem mitfühlenden Herzen wie ein tiefer Liebesatemzug hervor quillt: „Mich erbarmt des Volkes“.

Diesen Satz ruft der Herr in das Volk der Getauften hinein sooft das heilige Opfer gefeiert wird. Heute ist es in eine säkularisierte Welt hineingestellt, in eine Wüste des Glaubensabfalls, durch die die Stürme der Sünde rasen. Und wieviele stehen da allein in ihrer inneren Angst und Not, gepeinigt von einem Hunger, den keine Welt stillen kann. „Mich erbarmt des Volkes“ – das gilt immer und überall. Wir sollten als Getaufte nie vergessen. Der Herr ist seines Volkes Stärke und seines Volkes rettender Beschützer (Introitus). Er selber ruft uns zum täglichen Brotwunder an unsere Altäre, auf denen sich die Opferdarbringung vollzieht und bei der wir jedesmal zum Opfermahl geladen sind, damit wir, wie einst Elias in Kraft der gottgeschenkten Speise zum Berg Horeb, den Weg durch die Wüste dieses Lebens gehen können, ohne zu erliegen.

Der Mensch unserer Zeit ist aus dem Zentrum herausgefallen und hat sich in der Wüste der Zeit verloren, er fühlt seine Leere und innere Armut, trotz des Glanzes, der ihn häufig umgibt. Er muß sich wieder umwandeln lassen zu einem gottwärts gerichteten, in Gott gründenden Leben; er muß essen von der Speise, von der allein die Seele satt wird und nicht mehr hungert. Er muß wieder in seiner Not mit der Kirche beten lernen: „Auf dich, o Herr, vertraue ich, ich werde nicht entäuscht in alle Ewigkeit; du bist gerecht, darum befreie und rette mich! Er ist ja der, der sich jederzeit des Volkes erbarmt“ (Graduale).

Mit Segengruß, Ihr

Pater A. Fuisting


Datei – Rundbrief Juli 2018


Vorwort zum Juni-Rundbrief

Liebe Gläubige, Freunde und Wohltäter,

die Sonntage nach dem Pfingstfest, beginnen mit dem Dreifaltigkeitsfest. Am ersten Sonntag im Juni, (03.06), wird dann der Zweite Sonntag nach Pfingsten gehalten. In den Sonntagen nach Pfingsten gilt es, die Erinnerung an Christi Auferstehung und die Ausgießung des Heiligen Geistes in uns wachzuhalten. Jeder Sonntag soll darum ein kleiner Ostertag sein, ein Gedenktag an unsere Taufe und Firmung, eine Mahnung, die Taufgnaden zu festigen, besonders durch die Feier des heiligen Meßopfers und durch die Sakramente, denn nur in der Kraft des Heiligen Geistes werden wir die Anfechtungen und  Erdennöte überwinden.

Vom 17. So. n. Pfingsten an richtet die Liturgie den Blick auf den kommenden Herrn. Die Kirche spricht vom Ende der Zeit, von der Trübsal jener Tage, vom Endkampf, den wir zu bestehen haben und auf den wir uns im Glauben rüsten müssen. Bis dahin sollen wir das Vermächtnis des Herrn erfüllen und in der Meßfeier den Tod des Herrn verkünden, bis er wiederkommt. In der Gegenwart des Heilswerkes Christi, eben bei der Hl. Messe, schauen wir aus und stärken uns auf das Kommen des Herrn. So ist denn das Jahr Christi, das liturgische Kirchenjahr, wie Pius XII. in „Mediator Dei“ schreibt „von der Frömmigkeit der Kirche genährt und begleitet, nicht eine kalte, leblose Darstellung längst vergangener Dinge oder eine bloße Erinnerung an Ereignisse aus einer früheren Zeit. Es ist vielmehr Christus selbst, der in seiner Kirche weiterlebt“ (Nr163).

Es grüßt Sie herzlich, Ihr

Pater Fuisting


Datei – Rundbrief Juni 2018


Pfingsten 2018

Pfingstsonntag

Pfingstmontag