Vorwort zum Rundbrief Februar / März

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Liebe Gläubige,

am 19. Januar, gewährte Papst Leo XIV. unserem Generaloberen, Pater John Berg und dem ersten Generaloberen und Gründer der Petrusbruderschaft, Pater Josef Bisig (seit über 20 Jahren Regens unseres amerikanischen Priesterseminars in Denton, USA), eine halbstündige Privataudienz. Es wird von einem Gespräch in herzlicher Atmosphäre berichtet. Es ist eine Fügung, dass Papst Leo XIV. aus Chicago stammt und Pater Berg von einem benachbarten amerikanischen Bundesstaat (Minnesota). Das Treffen diente vor allem dem Kennenlernen und dem Austausch von Informationen. Letztes Jahr wurde die Petrusbruderschaft vom Vatikan als Erste der traditionellen Gemeinschaften im Auftrag von Papst Franziskus visitiert. Wir warten noch auf den Bericht der Visitatoren, sind aber zuversichtlich, dass dieser positiv ausfallen wird. Unsere Hoffnung ist außerdem, dass Papst Leo XIV. wenigstens teilweise einschränkende Maßnahmen gegenüber dem Gebrauch der überlieferten Liturgie seines Vorgängers wieder zurück nehmen wird. Die Oberen der Petrusbruderschaft werden sicherlich dieses Anliegen bei der Erneuerung der Weihe unserer Bruderschaft an die Muttergottes am 11.Februar (Tag der ersten Erscheinung der Gottesmutter) mit nach Lourdes nehmen. Alle Priester und Gläubigen sind aufgerufen, sich auf diese Erneuerung der Weihe durch das tägliche Beten eines Gesätzes des Rosenkranzes und dem Gebet des Memorare des hl. Bernhard von Clairvaux vorzubereiten und die Weihe am 11. Februar mitzuvollziehen.

Es grüßt Sie im Gebet verbunden herzlich

Ihr Pater Gerstle

Fest Maria Lichtmess

von P. Francesco Serwe


Darstellung des Herrn – Äthiopische Malerei

Diesen Monat spielen 40 Tage gleich zweimal eine besondere Rolle. Am 2. Februar feiern wir Maria Lichtmess am vierzigsten Tag nach Weihnachten, dann beginnt in der zweiten Hälfte die Fastenzeit, welche auch 40 Tage dauert. Schon in der heiligen Schrift spielten 40 Tage als Zeit der Vorbereitung eine äußerst wichtige Rolle. Die Sintflut wurde durch einen 40tägigen Regen eingeleitet, Jesus fastete 40 Tage in der Wüste, Moses war 40 Tage auf dem Berg um die 10 Gebote zu erhalten, 40 Tage nach der Auferstehung fuhr Jesus in den Himmel auf.

Das Fest Maria Lichtmess heißt eigentlich Darstellung des Herrn. Christus wird als der Erstgeborene Gott geweiht und Maria und Joseph bringen das Opfer zu ihrer Reinigung dar. In der Liturgie findet seit ältester Zeit auch eine Lichterprozession statt. Nach den prophetischen Worten des greisen Simeon im Tempel ist Jesus das „Licht zur Erleuchtung der Heiden“, die Kirche ist das neue Jerusalem. Wenn wir also mit den geweihten Kerzen in die Kirche einziehen, stellen wir in der Liturgie den ersten Einzug Jesu in Jerusalem dar, den wir also auch an Maria Lichtmess feiern. Ebenfalls findet hier eine Offenbarung Christi in kleinem Kreis statt, durch den greisen Simeon, der vom heiligen Geist erfasst wurde.

Unsere Liturgie hat sich über viele Jahrhunderte entwickelt und die Kirche war immer darauf bedacht möglichst wenig dessen, was schon vorher da war, zu verändern. So soll es uns nicht wundern, dass gleichsam verschiedene Kreise ineinandergreifen. An sich endet die Weihnachtszeit mit dem Fest der Taufe des Herrn am 13. Januar, danach kommen „gewöhnliche“ Sonntage in grün und dieses Jahr zum Beispiel noch vor Maria Lichtmess beginnt schon die Vorfastenzeit. Dennoch gehört Maria Lichtmess gewissermaßen als Nachzügler noch zum Weihnachtsfestkreis.

Die Bräuche, die sich im gläubigen Volk erhalten, sind ein lebendiges Zeugnis dessen, da erst nach Maria Lichtmess Krippe und Weihnachtsbaum abgebaut werden.

Im Februar denken wir somit noch einmal an Weihnachten zurück, an die Ankunft des Erlösers in diese Welt und beginnen dann schon die Vorbereitung auf die größten Geheimnisse des Jahres, die Tage des Leidens, Sterbens und Auferstehens unseres Herrn.