Vorwort zum Rundbrief August / September

Liebe Gläubige,

in diesem Sommer steht in unserer Niederlassung eine wichtige personelle Änderung an. Pater Josef Unglert soll auf Wunsch der Oberen Ende September eine neue Aufgabe für unsere Petrusbruderschaft in unserem Priesterseminar in Wigratzbad übernehmen. Wir waren auf diese Änderung vorbereitet und etliche Gläubige haben es auch schon erahnt. Pater Unglert ist gemeinsam mit mir vor vier Jahren im September 2021 als Neupriester nach Köln gekommen. Die Coronakrise mit ihren Einschränkungen im liturgischen und öffentlichen Bereich war immer noch nicht überwunden. Dass wir heute nach vier Jahren mit Dankbarkeit auf ein blühendes Apostolat in unserer Kölner Niederlassung schauen dürfen, daran hat Pater Unglert einen beträchtlichen Anteil. Ohne seinen eifrigen und loyalen Einsatz wäre die positive Entwicklung nicht möglich gewesen. Dafür gilt ihm unser aller Dank! Ob in Köln, Düsseldorf oder Bonn, überall erfreut er sich bei vielen Gläubigen großer Beliebtheit. Vor allem die Kinder und jungen Leute, sowie die Familien, die er eifrig besucht hat, werden ihn, seinen Humor und seine Freude an Geselligkeit schmerzlich vermissen. Ein kleiner Trost wird sein, dass er vorerst weiterhin unsere Familienfreizeit in der Eifel leiten wird, ebenso das sehr populäre jährliche Wanderlager für junge Erwachsene, deren Teilnehmer zum großen Teil aus unserer Niederlassung kommen. So wird er weiterhin diese freundschaftlich gewachsenen Kontakte pflegen können. Der Distriktsobere, Pater Dreher, hat ihn gebeten, von Wigratzbad aus noch mehr als bisher überregionale Verantwortung in der Jugendarbeit zu übernehmen.

Ich freue mich, dass wir trotz personeller Engpässe in unserem deutschsprachigen Distrikt mit Pater Francesco Serwe, der wie Pater Mendler vor einem Jahr zum Priester geweiht worden ist, einen Ersatz bekommen. Er war in seinem ersten Priesterjahr in unserer Niederlassung in Türkheim im Bistum Augsburg tätig. Seine Familie lebt zwar seit etlichen Jahren in Berlin, stammt aber ursprünglich aus Bergisch Gladbach. In Berlin ist Francesco geboren und aufgewachsen. Insofern dürfen Sie sich immerhin auf einen „halben Rheinländer“ freuen. Ich durfte ihn schon Jahre vor seinem Seminareintritt noch als kleinen Schulbub bei Familienfreizeiten als eifrigen Ministranten kennenlernen. Nachdem sich
P. Korbinian Mendler in seinem ersten Jahr hervorragend eingearbeitet hat und wir bald wieder mit P. Serwe zu dritt im Kölner Team sind – Pater Andreas Fuisting wird weiterhin von Mettmann aus die Messorte in Remscheid, Frielingsdorf, Wuppertal und Lützenkirchen betreuen – bin ich zuversichtlich, dass wir ohne Abstriche das Apostolat und die Seelsorge in der Niederlassung weiterführen können. Die Verabschiedung von Pater Unglert wird in Köln am Sonntag, 21. September, an den Sonntagen zuvor in Düsseldorf und Bonn stattfinden. Die offizielle Einführung von P. Francesco Serwe ist für Sonntag, 5. Oktober in Maria Hilf mit anschließender Agape vorgesehen.

Die Urlaubs- und Ferienzeit hat bereits begonnen. Allen, die es betrifft, wünsche ich eine gute Erholung und eine schöne gemeinsame Zeit. Auch von uns Priestern wird immer mal wieder jemand in den nächsten Wochen abwesend sein, sei es im Urlaub oder in verschiedenen Ferienapostolaten.

Es grüßt Sie im Gebet verbunden, auch von meinen Mitbrüdern

Ihr P. Bernhard Gerstle

Carlo Acutis (1991-2006)

ein moderner Heiliger

von Pater Korbinian Mendler


„Alle werden als Originale geboren, aber viele sterben als Kopien.“ So lautet die knappe Feststellung eines gewissen Carlo Acutis Anfang der 2000er Jahre. Ein interessantes Urteil für einen Jugendlichen mit gerade einmal 15 Jahren Lebenserfahrung. An wen er wohl gedacht hatte, als er das sagte? Ob es nur jene typischen Klassenkameraden waren, die eines Tages einmal Stars werden wollten wie ihre Idole, mit vielen Fans bzw. Followern? Oder ob er auch so manche Katholiken vor Augen gehabt haben mag, die vor lauter Verpflichtungen ganz vergessen hatten, dass das wichtigste Gebot in der Gottes- und Nächstenliebe besteht? Sein Urteil ist jedenfalls interessant. Nicht zuletzt deshalb, weil seine eigene Biographie zunächst klingt wie die Kopie einer mittelalterlichen Legende.

Mit drei Jahren habe er bereits überraschend tiefschürfende Fragen über Gott und die Welt gehabt. Mit vier Jahren sei er täglich in einer Kirche gewesen, mit sieben Jahren täglich in der hl.Messe, wöchentlich bei der Beichte – und das alles, obwohl seine Eltern eigentlich keine praktizierenden Katholiken waren.
Das klingt schon fast zu fromm, möchte man meinen. Allerdings hat sich diese Biographie eben nicht im Mittelalter, sondern im 21. Jahrhundert zugetragen. Und das ist in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert: es bedeutet einerseits, dass es noch lange Augenzeugen geben wird, die Nachrichten über ihn verifizieren und falsifizieren können. Und es bedeutet andererseits, dass sich dieses außergewöhnliche Leben im gewöhnlichen Alltag eines italienischen Jugendlichen abgespielt hat. Also zwischen Videospielen (die er auf eine Stunde pro Woche begrenzte), Mitschülern (die er unterstützte, wenn sie gemobbt wurden) und Obdachlosen (die er gerne mit Essen versorgte), um nur ein paar Aspekte hervorzuheben.

Carlo Acutis war es gelungen, den alten überlieferten Glauben, den er ja in gewisser Weise „kopiert“ hatte, ganz „originell“ in unserer Zeit zu leben. So originell und gut, dass der Frühvollendete nun der ganzen Weltkirche als Vorbild und Fürsprecher gegeben werden soll: am 07. September steht seine Heiligsprechung an.

Würde man ihn fragen, wie er so schnell ans Ziels gelangt war, hätte er wohl gesagt: mit seiner „Autobahn zum Himmel“. Jener Begegnung in der Eucharistie, durch die wir Christen „immer mehr wie Jesus werden“.
Carlo Acutis ist damit eine Mahnung für jeden, oder zumindest eine Erinnerung. Eine Erinnerung, daran, dass Heiligkeit auch im 21.Jahrhundert noch möglich ist. Und zwar bei jedem auf seinem Platz und auf seine Weise, als Original, so, wie Gott ihn gedacht hat.

Vorwort zum Rundbrief Juni / Juli

Liebe Gläubige,

als am 8. Mai Kardinal Mamberti gegen 19.30 Uhr auf der Loggia des Petersdoms Robert Francis Prevost als neuen Papst Leo XIV.  verkündigte, ging es wohl selbst gut informierten Kennern der Kirche ähnlich wie mir: wer ist dieser neue Papst Leo XIV.? Für mich war er jedenfalls ein unbeschriebenes Blatt. Sein Name fiel so gut wie nicht als Papstkandidat im Vorfeld des Konklave. Inzwischen wissen wir etwas mehr über den neuen Pontifex. Mein erster guter Eindruck hat sich mittlerweile verfestigt. Da war zunächst sein äußeres Erscheinungsbild: Anders als sein Vorgänger Papst Franziskus betonte er durch seine Kleidung die Würde des Papstamtes. Zum Zweiten die Wahl seines Namens: Nach eigener Aussage haben ihn vor allem zwei Päpste bewegt, sich den Namen Leo zuzulegen: der hl. Papst Leo der Große (+461), einer der bedeutendsten Päpste der Kirchengeschichte. Dieser verteidigte die wahre christliche Lehre über Jesus Christus auf dem Konzil von Chalcedon gegen Irrlehren und er bewahrte Rom vor der Zerstörung durch die Barbaren. Desweiteren Papst Leo XIII. (+1903), der die soziale Frage in der berühmten Enzyklika „Rerum Novarum“ wie kaum ein anderer Papst aufgriff, der aber auch eine tiefe Verehrung zur hl. Gottesmutter Maria und zum hl. Augustinus hatte, dessen Orden Papst Leo XIV. angehört und den er 12 Jahre als Generaloberer geleitet hatte. Besonders aber erfüllt mich seine erste Predigt am Tag nach seiner Wahl an die Kardinäle mit großer Hoffnung für dieses Pontifikat. Es zeichnen sich hier die ersten Grundlinien ab. Mit Papst Franziskus verbindet ihn ein großes Engagement für Arme und Notleidende, wie Berichte über seine missionarische Tätigkeit in Peru deutlich zeigen. Es spricht jedoch viel dafür, dass nicht nur ein menschlich angenehmer und bescheidener Papst gewählt wurde, der gut zuhören kann, ein engagierter Seelsorger, sondern zugleich ein versierter Theologe. Damit verbindet sich die Hoffnung, dass er in seiner Autorität als Papst in aktuell innerkirchlich umstrittenen Fragen wieder für die notwendige Klarheit bezüglich der kirchlichen Lehre Sorge tragen wird.

Auffällig ist in seiner Predigt vom 9. Mai an die Kardinäle, dass er die Person Jesu Christi in den Mittelpunkt stellt, den er als „einzigen Erlöser“ bezeichnet und darum sich klar von allen Äußerungen abgrenzt, die man dahingehend interpretieren könnte, als ob es neben der christlichen Religion noch andere Religionen gibt, die in sich selbst heilskräftig sind. Leo XIV. spricht  ferner von der Bedeutung der Kirche: „In besonderer Weise vertraut Gott, indem er mich durch eure Wahl zum Nachfolger des Ersten der Apostel berufen hat, diesen Schatz mir an, damit ich mit seiner Hilfe ein treuer Verwalter (vgl. 1Kor 4,2) zum Wohl des gesamten mystischen Leibes der Kirche sei, auf dass sie immer mehr zu einer Stadt auf dem Berg wird (vgl. Offb 21,10), zu einer rettenden Arche, die durch die Wogen der Geschichte steuert, zu einem Leuchtturm, der die Nächte der Welt erhellt. Und dies weniger wegen der Großartigkeit ihrer Strukturen oder der Pracht ihrer Bauten – wie die Baudenkmäler, in denen wir uns befinden – , sondern durch die Heiligkeit ihrer Glieder…“

Er zitiert dann die Frage Jesu in Cäsarea Philippi: „Für wen halten die Leute den Menschensohn (Mt 16,13)?“ Für den neuen Papst ist das die entscheidende Frage und er stellt fest, dass Jesus eben leider für sehr viele Menschen, selbst für Getaufte, wohl ein besonderer Mensch gewesen sei, ein großer Wohltäter und Prediger, aber eben doch nur ein Mensch und nicht der menschgewordene Sohn Gottes. Er trifft mit dieser Aussage meines Erachtens einen sehr entscheidenden und wunden Punkt, der inzwischen auch in der katholischen Kirche offen zutage tritt: die Infragestellung der wahren Gottheit Jesu Christi. Viele Irrlehren, die seit Jahrzehnten in die Kirche eingedrungen sind und die einer dringenden Klärung bedürfen, haben letztlich ihre Wurzel in der Leugnung der wahren Gottheit Jesu Christi. Wir dürfen dankbar sein, dass Papst Leo XIV. diesen Punkt gleich zu Beginn seines Pontifikats so deutlich anspricht.

Der Papst fährt fort, nachdem er die vielfach üblichen Antworten der Welt über die Person Christi erwähnt hat: „Auch heute wird der christliche Glaube in nicht wenigen Fällen als etwas Absurdes angesehen, als etwas für schwache und wenig intelligente Menschen; vielfach werden andere Sicherheiten wie Technologie, Geld, Erfolg, Macht und Vergnügen bevorzugt. Es handelt sich um Umfelder, in denen es nicht leicht ist, das Evangelium zu bezeugen und zu verkünden, und in denen Gläubige verspottet, bekämpft, verachtet oder bestenfalls geduldet und bemitleidet werden. Doch gerade deshalb sind dies Orte, die dringend der Mission bedürfen, denn der Mangel an Glauben hat oft dramatische Begleiterscheinungen: dass etwa der Sinn des Lebens verloren geht, die Barmherzigkeit in Vergessenheit gerät, die Würde des Menschen in den dramatischsten Formen verletzt wird, die Krise der Familie und viele andere Wunden, unter denen unsere Gesellschaft nicht unerheblich leidet…“

Soweit Auszüge aus dieser überaus lesenswerten Predigt des Papstes vom 9. Mai, die Sie im Internet in voller Länge nachlesen können.

Man sprach im Vorfeld des Konklave von einer Richtungswahl. Wenn diese erste Predigt des Papstes und seine ersten Äußerungen die Richtung vorgeben, dann dürfen wir voller Hoffnung auf dieses Pontifikat sein. Vielleicht ist es der Papst, der nach einer Vision des hl. Don Bosco das Schiff der Kirche rettet, indem er es auf die beiden Säulen im Meer zusteuert, auf deren Spitze die hl. Eucharistie und die hl. Gottesmutter Maria zu sehen sind. Beten wir für Papst Leo XIV. und beten wir auch für den verstorbenen Papst Franziskus!

(Pater Gerstle)

Einkehrtag am Sonntag, 29. Juni

Kirche Maria Hilf mit Pater Alexander Metz FSSP

Thema: „Ein Haus voll Glorie schauet weit über alle Land“ – Gedanken über die Kirche

Programm:

  • 10.00 Uhr Hochamt Kirche Maria Hilf
  • 11.30 Uhr 1. Vortrag (in der Kirche)
  • 12.30 Uhr Mittagessen in Pizzeria Il Mondo
  • Es gibt für 13,00 Euro verschiedene Pizzen mit Salat
  • 14.00 Uhr 2. Vortrag
  • 15.00 Uhr Sakramentsandacht mit Beichtgelegenheit
  • 16.00 Uhr Schluss mit sakramentalem Segen

Eine Anmeldung ist nur für das Mittagessen erforderlich bei: p.gerstle@petrusbruderschaft.de

Vorwort zum April-Rundbrief

Liebe Gläubige,

wann haben Sie zuletzt Exerzitien gemacht? Oder haben Sie überhaupt schon einmal an geistlichen Exerzitien teilgenommen? Wir Priester sind jedenfalls verpflichtet, einmal jährlich an Exerzitien teilzunehmen, die gewöhnlich über eine Woche gehen. Sehr bekannt und klassisch sind die ignatianischen Exerzitien, die auf Betrachtungen des hl. Ignatius von Loyola (1491-1556) zurückgehen.

Ursprünglich sind diese Exerzitien auf 30 Tage angelegt. Aus praktischen Gründen werden sie meistens zusammengefasst und auf eine Woche reduziert. Es sind intensive Betrachtungen über den Tod, das Gericht, Hölle und Himmel. Sie schließen in der Regel eine Lebensbeichte ein, denn sie sollen nicht nur fromme Übungen sein, sondern zugleich eine Entscheidung bewirken, mit der schweren Sünde zu brechen und entschieden nach Heiligkeit zu streben.

Der hl. Petrus Canisius (1521-1597), ebenso wie Ignatius dem Jesuitenorden angehörend, war überzeugt, dass in seiner Zeit als Priester nichts so viele geistliche Früchte hervorgebracht hat, wie diese ignatianischen Exerzitien. Allein das Stillschweigen, das bei diesen und anderen Exerzitien streng beobachtet werden sollte, ist ein Segen für die Seele. Das einwöchige Stillschweigen kann den Weg bereiten für das innere Gebet, das wesentlich darin besteht, sich der Gegenwart Gottes bewusst zu sein und mit Gott in einen inneren Dialog der Liebe zu treten.

Wir sind leider so vielen Lärmquellen und äußeren Einflüssen ausgesetzt, dass die inneren Antennen für das übernatürliche Leben zu verkümmern drohen. Vor allem Väter und Mütter, die durch Beruf und Familie sehr in Anspruch genommen sind, haben kaum Möglichkeiten des Rückzugs in einen Raum der Stille und des Gebets.

Wenn man es organisieren kann, sind Schweigeexerzitien mit geistlichen Betrachtungen eine ideale Möglichkeit, aus dem Alltagstrott auszusteigen und in eine geistliche Atmosphäre einzutauchen. In unserem Informationsblatt finden sie etliche Exerzitienangebote. Neben den ignatianischen Exerzitien werden auch thematische Exerzitien von Priestern unserer Gemeinschaft über das Jahr verteilt angeboten. Wem es beruflich und familiär möglich ist, sollte von Zeit zu Zeit von diesen Angeboten Gebrauch machen, um im geistlichen Leben mit der Gnade Gottes entsprechende Fortschritte zu erzielen.

Wir treten jetzt bald in die letzte Phase der Fastenzeit ein, die mit der Passionszeit beginnt. Möge es eine gute und intensive Vorbereitung auf Ostern sein. Dazu gehört natürlich auch der Empfang des hl. Bußsakraments. Sie können jederzeit mit einem unserer Priester auch außerhalb der offiziellen Beichtzeiten einen Termin vereinbaren. Insbesondere in der Karwoche wollen wir diese Möglichkeiten entsprechend anbieten (siehe Seite 7).

Eine besondere Freude sind auch in diesem Jahr mehrere Erwachsenentaufen in der Osternacht. Fünf Erwachsene bereiten sich seit knapp einem Jahr auf die heilige Taufe vor, darunter zwei ehemalige Muslime. Sie werden in der Osternacht in unserer Kölner Kirche Maria Hilf zugleich die hl. Firmung und die Erstkommunion empfangen. Bitte schließen Sie besonders unsere Taufbewerber in Ihre Gebete ein.

Es grüßt Sie, auch von meinen Mitbrüdern im Gebet verbunden herzlich

Ihr Pater Gerstle