Vorwort zum März-Rundbrief

Versuchung Christi in der Wüste

Liebe Gläubige Freunde und Wohltäter,

schon hat die Fastenzeit ihren Lauf begonnen – ja wir stehen jetzt, Anfang März, bereits mittendrin. Die Vorbereitungszeit auf Ostern erfolgt in drei Stufen; ein vielgeübter Grundsatz in der Liturgie, den Festgedanken allmählich zu steigern. Die erste Stufe liegt bereits hinter uns: Die Vorfastenzeit war eine Einladung an uns, die große Zeit der Umkehr und Erneuerung gut zu benützen. Äußerlich ist es eine Zeit „das Jahr hindurch“ (tempus per annum), es fehlt aber das Alleluja.

Die Quadragese bildet nun die zweite Stufe. Diese beginnt im Meßbuch mit dem Aschermittwoch, nach dem Stundengebet mit dem ersten Fastensonntag, denn ab hier setzt erst das Ordinarium der Fastenzeit ein. Sie schließt mit dem Samstag nach dem vierten Fastensonntag. Kurz charakterisiert werden kann sie mit den Worten ihrer Präfation: „Durch das Leibfasten drückst du die Sünden nieder, erhebst den Geist, gibst Tugend und Lohn.“ Also eine Zeit der Seelenerneuerung. Der tiefere liturgische Gehalt der Zeit aber ist der Geisterkampf, ein Kampf zwischen Licht und Finsternis. In diesem Kampf unterscheiden wir zwei Phasen, eine Defensive und eine Offensive; in den ersten zwei Wochen sehen wir Christus und die Kirche mehr in der Verteidigung, in den darauf folgenden zwei Wochen gehen sie zum Angriff vor. Für diese zwei Phasen sind typisch die Evangelien des ersten und des dritten Fastensonntags: am ersten wird Christus vom Teufel angegriffen, der Herr schlägt ihn ab. Am dritten ist Christus der Angreifer; er, der Stärkere, besiegt den Starken. Auch auf dem Feld unserer Seele muß es aus der Verteidigung zum Angriff auf den bösen Feind kommen.

3. Stufe: die Passionszeit. Sie ist ausschließlich dem Gedächtnis an das Leiden des Herrn geweiht. Schon mit dem Montag nach dem vierten Fastensonntag beginnt die Liturgie vom Leiden des Herrn zu singen und zu sagen. Johannes führt uns mit seinem Evangelium durch diese Phase der seelischen Pein und Leidensgeschichte Jesu. In den Gesängen hören wir Klagen aus seinem göttlichen Mund. So tritt mit dem Passionssonntag schließlich jede Zurückhaltung der Liturgie beiseite: es wird offen gesprochen vom Leiden des Herrn.

Kommen Sie gut und erfolgreich durch diese Zeit. Dazu grüßt Sie ganz herzlich und segnet Sie, Ihr

Pater A. Fuisting