Vorwort zum Dezember-Rundbrief

Liebe Gläubige, Freunde und Wohltäter,

nun ist auch das Jahr im Herrn 2018 schon an sein Ende gelangt. Doch bevor es sich am 31. Dezember ganz von uns verabschiedet, hat ein neues bereits begonnen: das Kirchenjahr mit dem 1. Adventssonntag.

Das Evangelium dieses Sonntags weist große Ähnlichkeiten auf mit dem des letzten Sonntags im vergangenen Kirchenjahr, dem 24. Sonntag nach Pfingsten. Das neue Jahr beginnt so wie das alte aufgehört hat? Will die Kirche uns die vorweihnachtliche Freude nehmen, indem wir schon wieder vom Ende der Welt hören müssen?

Niemand wird den Weltuntergang eines Tages leugnen wollen. Aber wirklich im Ernst daran glauben? Etwas nicht leugnen und etwas glauben ist ein gewaltiger Unterschied. So beruhigen wir uns ganz einfach. Das wird schon seit zweitausend Jahren verkündet. Die Welt hat schon so lange gehalten, da wird es noch weiter so gehen, wenigstens so lange wir da sind. Außerdem können wir uns das gar nicht vorstellen, denn es paßt nicht in unser Konzept: Diese hochkomplizierte Welt soll in nichts zerfallen, einfach auseinanderfallen? Warum denn? Doch wer so kritisch hinterfragt sollte einmal erwägen, ob er Gott noch wirklich ernst nimmt. Der Heiland hat das vorausgesehen. Daher richtet er das Wort an solche Menschen, das fast klingt wie eine Drohung: „Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen“ (Lk. 21,33).

So fragen wir andersherum: Warum sollte diese Welt nicht untergehen? Gott hat sie gemacht. Sie gehört ihm, warum sollte er nicht ein Ende machen? Und das gerade ist es wohl auch, was wir nicht wahrhaben wollen, daß diese Welt nicht uns gehört, diese Welt, die wir aufgebaut und kultiviert haben; daß wir nur Pächter sein sollen.

Was einmal der Welt ihr Ende bereiten wird ist nicht entscheidend und auch der Zeitpunkt nicht. Entscheidend ist, daß Gott es ist. Wir haben Gott genug aus der Hand genommen. Das Ende läßt er sich nicht nehmen. Er allein behält es sich vor.

Wenn wir ein liebendes Herz haben, das wir als Christen haben müssen, dann wird uns klar, daß für diese chaotische Welt ein Untergang, eine letzte Geradestellung aller Dinge kommen muß. Wenn wir ein liebendes Herz haben, dann wird uns das Wort des Herrn aus dem Evangelium des 1. Adventssonntags die Freude nicht nehmen.

In diesem Sinne grüßt Sie herzlich, Ihr

Pater A. Fuisting